So bewegend. So traurig. So hoffnungsvoll. So unvergesslich.
Ein schonungsloser aber hoffnungsvoller Zeitzeugenbericht
Serhij Zhardan ist in seiner ukrainischen Heimatstadt Charkiw stark sozial, kulturell und politisch vernetzt. Er reist durch das Land, gibt Konzerte und setzt sich für die kulturelle Bildung ein. Doch als am 24.2.2022 der Krieg um die Ukraine beginnt, ist erst einmal alles still. Doch nicht lange, den Zhardan entschließt sich, für Charkiw und die Ukraine einzustehen und seine Erfahrungen auf Facebook zu teilen. Diese Facebook-Posts sind voller Fassungslosigkeit, Wut, Verzweiflung aber auch Hoffnung, Stärke und Durchhaltevermögen. Man merkt dem Großteil des Textes an, dass es sich um tagebuchartige Momentaufnahmen handelt, an denen nichts literarisch konstruiert oder beschönigt ist. Trotzdem finden sich lyrische, metaphorische und geschickt formulierte Abschnitte, die den literarischen Hintergrund des Verfassers aufblitzen lassen. Denn eines spüret man deutlich: Auch wenn die humanitäre Versorgung einen Schwerpunkt der Arbeit von Serhij Zharda bildet, liegt ihm insbesondere die Musik und Literatur sehr am Herzen. Oft lesen wir daher von spontanen Konzerten, Lesungen oder anderen kulturellen Angeboten, die etwas Licht in die manchmal düsteren Aussichten bringen. Trotzdem bleibt der Text bemerkenswert positiv. Diese Einstellung, das Durchhaltevermögen und der Mut, den Serhij Zhardan und alle anderen Helfenden im Kriegsgebiet, leisten, ist unbezahlbar und kann auch unmöglich durch eine Sternebewertung abgebildet werden.
Ein sehr beeindruckendes, ehrliches und wichtiges Buch voller Hoffnung.


