8. Aug.
Rating:2

Super interessante Idee - Kurzgeschichten über das Thema Stimme - aber meiner Meinung nach leider schlecht umgesetzt.

Die langen Sätze sind bestimmt ein bewusst gewähltes sprachliches Mittel, welches ich teilweise auch nachvollziehen kann, da es den Inhalt unterstützt, allerdings macht es einem größtenteils den Lesefluss kaputt. Außerdem wird bemerkenswert oft das I-Wort genannt, welches in zeitgemäßer Literatur eigentlich nicht mehr notwendig sein sollte und höchstens in historischen Kontexten, dann aber mit Bemerkung, in Literatur auftauchen sollte - was hier aber beides nicht der Fall ist. 2 Sterne deshalb, weil es mich doch an einigen Stellen inspiriert hat oder zumindest interessante und nicht ganz gewöhnliche Gedankenanstöße gegeben hat.

Kanus
Kanusby Maylis de de KerangalSuhrkamp
12. Juli
Zu lange Sätze mit viel zu vielen Kommas & ständig wird die Bezeichnung "Indianer" verwendet.
Rating:2

Zu lange Sätze mit viel zu vielen Kommas & ständig wird die Bezeichnung "Indianer" verwendet.

"...alle mischten sich, ergriffen eine letzte Gelegenheit, eine letzte Chance, denn im Morgengrauen würde man sich zerstreuen, jeder würde sein Leben haben" (S.134) Ganz ehrlich? Das hier war in aller erster Linie ein Coverkauf. Und dann hat mich natürlich auch die Aussicht auf neue, tolle Kurzgeschichten gereizt. Der Klappentext klang sehr vielversprechend und so nahm ich mir dieses schmale Büchlein von Maylis der Kerangal, einer preisgekrönten französischen Schriftstellerin, mit nach Hause und begann zu lesen. Direkt wurde mir klar: Hier geht es um Sprache. Sprache als Thema, Sprache als Werkzeug. Sprechen, Geräusche und Töne erzeugen, zuhören, Stimmen in Bezug setzen. Die Idee hat mir gefallen, die Umsetzung leider nicht so sehr. Die Sätze sind zum Teil seitenlang und durchsät von Kommas. Das ist etwas was ich persönlich gar nicht mag. Ich verliere so schnell den roten Faden aus den Augen und kann mich nur schwer konzentrieren. Ich bin dann abgelenkt von unzähligen Umschreibungen und Adjektiven, sodass ich einzelne Abschnitte der Sätze immer und immer wieder lesen muss. Die längste Geschichte in dem Buch umfasst knapp 70 der 164 Seiten und war meiner Meinung nach die Geschichte, die mir am wenigsten gefallen hat. Was nicht zuletzt daran lag, dass ständig die Bezeichnung "Indianer" benutzt wurde. Sie war mir einfach zu träge und die Atmosphäre zu drückend. Die kürzeren Geschichten haben mir deutlich besser gefallen, aber so richtig konnte mich leider keine abholen. Die wenigsten sind mir im Kopf geblieben. Sehr schade.

Kanus
Kanusby Maylis de de KerangalSuhrkamp