Wer dem Gefühlszustand der Menschen im Osten der Republik näher kommen möchte, dem sei dieses Büchlein ans Herz gelegt. Steffen Mau, Soziologieprofessor in Berlin, aufgewachsen im Plattenbau bei Rostock, weiß wovon er spricht. Sehr lesenswert!
Wer sich mit der späten DDR und dem Transformationsprozess der Nachwendezeit auseinander setzen will, sei dieses Buch empfohlen!
Steffen Mau gibt mit seinem Buch einen großartigen und umfassenden Blick in die Zeit der DDR. Er beschreibt die Lebensumstände der Familien, die Wohnsituationen, die Bedeutung der Arbeit und die Spezifika im Bildungssystem. Die Lesenden erfahren darüber hinaus, welche Einbrüche die Wende für die verschiedenen Alterskohorten gebracht haben. Auf der anderen Seite wird deutlich, welche Lebensleistungen Ostdeutsche während dieser Zeit vollbracht haben, die im Grunde im Diskurs über Ostdeutschland und die Ossis keine hinreichende Beachtung gefunden haben. Gut verständlich legt Mau dar, wie bereits zu DDR-Zeiten und während der 1990er Jahre die Weichen gestellt wurden, die heute zum Erstarken rechter Kräfte und der Abkehr von demokratischen Strukturen im Osten führen. Ich war zum Zeitpunkt der Wende zwölf Jahre alt und lebte in einem brandenburgischen Dorf. An die beschriebenen Verhältnisse kann ich mich nicht erinnern. Das Buch habe ich deswegen auch aus einem sehr persönlichen Interesse gelesen und kann es nur jedem ans Herz legen. Aus meiner Sicht kann es aufgrund der vielen Fakten und den persönlichen Schilderungen von Steffen Mau zum besseren Verständnis zwischen Ost und West beitragen. Eine sehr große Leseempfehlung!

