Intensiv und verstörend. Ein Highlight.
„Das Gift“ ist ein verstörender Kurzroman, der zwischen psychologischem Horror, Albtraum und ökologischer Parabel variiert. Die Geschichte, die fast ausschließlich im Dialog erzählt wird, handelt von einer sterbenden Frau und einem Jungen, der die Frau dazu drängt die Geschehnisse der vergangenen Monate zu erzählen. Der Roman erzählt von einem vergifteten und unheimlichen Dorf, von Seelenwanderung und entstellten Kindern und von der eigenen Katastrophe der Frau und ihrer Tochter; aber im Kern auch von dem Jungen, der auf der Suche nach seiner eigenen Identität ist. Samanta Schweblin arbeitet mit kurzen, klaren Sätzen, lässt bewusst vieles aus und erklärt auch kaum. Dadurch entfaltet sich eine extreme Spannung und Unruhe und man hat das Gefühl, als erlebe man ein Wettlauf gegen die Zeit. Zudem bleibt vieles offen und unheimlich, was nach knapp 130 Seiten noch stark nachwirkt. Genial! Fazit: Für alle Leserinnen und Leser, die kurze, dichte Texte mit offener Deutung und latentem Horror mögen.



