Der Tangospieler hat mich leider sehr enttäuscht, obwohl die Beschreibung sehr ansprechend war. Ein ehemaliger Professor wird nach zwei Jahren aus dem DDR-Gefängnis entlassen, weil er einen Tango gespielt hat, der nicht der sozialistischen Staatsdoktrin entsprach. Der Leser begleitet ihn in seinem ersten Jahr in Freiheit. Das Buch beschreibt sehr gut die Orientierungslosigkeit und das Anpassungsproblem nach einem Gefängnisaufenthalt sowie die Scheinhaftigkeit des Staatsapparates. Leider ist die Darstellung der Frauen für den Mann bzw. den Protagonisten sehr objektivierend und problematisch. Es ist nachvollziehbar, dass mensch nach zwei Jahren unfreiwilligen Zölibats sich "ausleben" möchte. Im Buch werden Frauen jedoch grundlos angefasst, geküsst und als bloße Objekte männlicher Lust klassifiziert. Jede Frau wird von vornherein als potentiell betttauglich eingestuft. Schade.
8. Feb.Feb 8, 2025
Der Tangospielerby Christoph HeinSuhrkamp
