Ich kenne niemanden, dem ich dieses Buch empfehlen kann. Aber es ist grossartig: 👍👍👍👍👍
Das 1984 erschienene Werk von Thomas Bernhard ist eine Abrechnung mit der damaligen Wiener Kunstszene - und ein Werk, das ein immenses öffentliches Echo auslöste und ein Verkaufsverbot provozierte: eine Erregung. Die Geschichte an sich ist so simpel wie bestechend: Der Ich-Erzähler beschreibt auf 320 Seiten die Grausamkeit einer Wiener Abendgesellschaft, in die er aus Versehen geraten und aus der er wegen eines Burgtheater-Schauspielers, der zu später Stunde erwartet wird, nicht entfliehen kann. Fast den ganzen Abend verbringt der Erzähler auf einem Ohrensessel, der Abend zieht sich in die Länge, wie auch das erste (und einzige!) Kapitel dieser grossartigen, an Misanthrophie kaum zu überbietenden Geschichte. Es denkt mit dem Erzähler und mit der Leserin, die Ambivalenz, der Frust, die Ausweglosigkeit und die Erschöpfung sind auf eine fantastische Weise spürbar. Das Buch macht keine gute Laune. Aber gute Gedanken.






