„Man soll sich nicht zu einem Werk zwingen, man soll nur etwas sagen, das sich eignete, ins Ohr eines Betrunkenen oder eines Sterbenden geflüstert zu werden.“
Ob das Ciorans Leitfaden gewesen ist, who knows.. dieses kleine Buch mit Aphorismen ist nett zum Blättern und mit einem Augenzwinkern zu Lesen. Für ernsthafte Inspirationen oder Bestätigung hangeln sich die Themen doch sehr wortwörtlich am Titel entlang: „Eine bewusste Blattlaus hätte mit genau den gleichen Schwierigkeiten, mit der gleichen Art von Unlösbarkeit zu kämpfen wie der Mensch.“ „Uns hätte erspart bleiben sollen, einen Körper mitzuschleppen. Die Last des Ichs reichte aus.“ „Ich lese gern, wie ein Dienstmädchen liest: Ich identifiziere mich mit dem Verfasser und mit dem Buch. Jede andere Haltung erinnert mich an einen Leichenflederer.“ „Überzeugung hat nur, wer nichts vertieft hat.“ „Ich liebe die Briefe Dostojewskis so sehr, weil dort nur von Krankheit und von Geld die Rede ist, den einzigen ‚brennenden‘ Themen. Alles andere ist bloß Ornament und Wortkram.“ —— Und daher kann man auch gut abschließen mit folgendem Zitat: „Der Aphorismus? Ein Feuer ohne Flamme. Man versteht, dass niemand sich daran wärmen möchte.“
