Wenn wir einen Menschen hassen, so hassen wir in deinem Bild etwas, was in uns selber sitzt. Was nicht in uns selber ist, das regt uns nicht auf.
Demian von Hermann Hesse ist ein sprachliches Meisterwerk. Der Roman zeigt den Weg des jungen Emil Sinclair zu sich selbst. Es ist ein melancholischer Roman über Fremdbestimmung, über das allmähliche Verstehen des eigenen Selbst und über die Frage nach Selbstbestimmung und freiem Willen. Die Welt wird in zwei Bereiche geteilt: die lichte und die dunkle Welt. Daraus entwickelt sich die Frage, ob die eine ohne die andere existieren kann – oder ob die konsequente Unterdrückung der einen Seite zugleich eine Unterdrückung des eigenen Selbst bedeutet. Der Roman zeigt eindrücklich, dass Begegnungen mit anderen Menschen uns formen und auf dem Weg zu uns selbst führen können. Gerade diese Begegnungen sind wichtig, um sich von der Masse abzugrenzen und eine eigene Identität zu entwickeln. Ein sprachlich großartiges Buch, das Bilder erzeugt, die einen noch lange begleiten können. Dennoch ist es stellenweise kein leicht zu lesender Roman.

































