Antifeminismus, Mobilisierung und eine Analyse, die an Tiefe verliert
In „Politische Männlichkeit“ beschreibt Susanne Kaiser, wie antifeministische Vorstellungen politisch wirksam werden und als verbindendes Element zwischen sehr unterschiedlichen Gruppen fungieren. Sie zeigt, dass Misogynie kein Zufall ist, sondern bewusst eingesetzt wird, um Macht zu sichern. Das Buch bietet einen verständlichen Überblick und macht deutlich, dass patriarchale Gewalt nicht nur individuell, sondern gesellschaftlich verankert ist. Gleichzeitig bleibt die Analyse oft auf der Ebene von Beispielen stehen. Es wird sichtbar, dass patriarchale Strukturen wirken, aber seltener, wie sie konkret stabilisiert werden, durch Institutionen, rechtliche Rahmen oder politische Entscheidungen. Diese systemische Perspektive wird angedeutet, aber nicht wirklich ausgearbeitet. Auch intersektionale Aspekte tauchen eher ergänzend auf, ohne die Argumentation grundlegend zu prägen. Dadurch bleiben wichtige Unterschiede in Betroffenheit und Machtverhältnissen unscharf. So entsteht ein Buch, das für den Einstieg geeignete Orientierung bietet, aber in der Tiefe begrenzt bleibt. Als Überblick funktioniert es, als strukturelle Analyse weniger. Mit einer Bewertung von 3/5 ist „Politische Männlichkeit“ ein Buch, für Leser:innen, die erste Berührungspunkte mit dem Thema suchen.




