29. Okt.
Rating:4

Arbeit, Unsicherheit und die Grenzen neoliberaler Flexibilität

In „Gig Economy – Prekäre Arbeit im Zeitalter von Uber, Minijobs & Co.” analysiert Colin Crouch die Veränderungen der Arbeitswelt im Zeitalter digitaler Plattformen. Er beschreibt präzise, wie Unternehmen wie beispielsweise Uber die Grenzen zwischen Selbstständigkeit und Anstellung zunehmend verwischen, mit weitreichenden Folgen für soziale Sicherheit, Arbeitnehmer:innenrechte und gesellschaftliche Teilhabe. Besonders stark sind die ersten Kapitel, in denen Crouch eine fundierte Bestandsaufnahme der aktuellen Situation liefert. Zahlreiche Grafiken und empirische Daten machen die Entwicklungen nachvollziehbar und veranschaulichen die Mechanismen der neuen Prekarität. Im zweiten Teil widmet sich Crouch den möglichen politischen und wirtschaftlichen Antworten auf diese Entwicklungen. Seine Vorschläge bleiben jedoch eher reformistisch und vorsichtig, solide durchdacht, aber weniger radikal, als der Titel vielleicht erwarten lässt. Etwas mehr Mut zu revolutionären Ansätzen hätte der Analyse zusätzliche Tiefe verliehen. „Gig Economy” ist ein klar strukturiertes Buch, das ein komplexes Thema verständlich aufbereitet und wichtige Denkanstöße liefert. Mit einer Bewertung von 4/5 ist es ein informativer und relevanter Beitrag zur Debatte über Arbeit, Macht und soziale Gerechtigkeit im Kapitalismus.

Gig Economy
Gig Economyby Colin CrouchSuhrkamp