Hatte zu hohe Erwartungen, weil Cover und Titel des Romans so schön sind. Wurde enttäuscht: Die Kindheitserinnerungen aus Szczecin (was seltsam leer bleibt, es könnte auch jeder andere Ort sein) sind durchdrungen von einem vermeintlich kindlichen, eklig-anrührenden Ton. Die Jugendjahre gefallen mir vom Ton besser und sicher gibt es einige Szenen, an die ich mich zurückerinnern werde, wie die Konfrontation mit der eigenen Abwendung vom Glauben, als der Protagonist quasi zufällig auf einem Zionistenkongress landet. Aber an sich dreht sich hier alles um das unerfüllte Begehren, anfangs auch von Männern (das geht aber irgendwo in der unendlichen Reihe von Frauen, die die Liebe des Protagonisten nicht erwidern, unter), und nichts anderes. Das ist langweilig. Der Protagonist steht dabei gleichermaßen außerhalb der Gesellschaft wie er ständig neue Frauen kennenlernt, was nicht sonderlich überzeugt.
26. Jan.Jan 26, 2023
Der Kramladen des Glücksby Franz HesselSuhrkamp
