31. März
Teenie-Grusel für zwischendurch
Rating:2

Teenie-Grusel für zwischendurch

Ursula Isbel hat mich zum Lesen gebracht. Wobei, es war eher mein Onkel, der mir "Stimmen im Nebel" in meiner Kindheit geschenkt hat. Aber ich erinnere mich genau, wie ich das erste Mal von einer Geschichte gefesselt war und mich in einem Buch, das kein klassisches Kinderbuch ist, verlieren konnte. Das alles liegt viele Jahre zurück, mein Onkel ist nicht mehr da, aber Ursuls Isbels Bücher liegen immer noch bei mir. Und als kleine Erinnerung an ihn lese ich hin und wieder darin. Ich erinnere mich, dass ich die Storys damals unheimlich fand; heute frage ich mich natürlich warum. Machen wir uns nichts vor: Wir haben es hier mit Büchern zu tun, die in den 80ern erschienen sind und deren damalige Zielgruppe elf- bis vierzehnjähre Mädchen waren. Hier und da ein paar Pferde, ein unheimliches Schloss, ein niedlicher Nachbarsjunge: So kann man das zusammenfassen. Gruselig ist da heute nichts mehr. Genau wie hier bei dem Doppelband "Das Haus der flüsternden Schatten" und "Das schwarze Herrenhaus". Ganz im Gegenteil: Hin und wieder musste ich doch etwas schmunzeln. So was hat sich damals verkauft? Nun gut, in den 80ern konnte man Teenager noch mit Nebelschwaden und geheimnisvollen Landhäusern gruseln, heute sorgt nur ein fast leerer Smartphoneakku für Schrecken. Dieser Doppelband war eines der schwächeren Bücher von Ursula Isbel. Gerade der erste Teil "Das Haus der flüsternden Schatten" konnte mich eigentlich so gar nicht begeistern. Ganz im Gegenteil, ich war von Ethels Geschichte eher genervt. Kann gar nicht so genau sagen, woran das lag, aber gerade das Ende fand ich ziemlich unpassend. Geschichte No. 2 ("Das schwarze Herrenhaus") hat mich vom Plot her schon eher interessiert, aber alles bleibt ziemlich blass. Warum der verstorbene Sohn noch einmal zurückkehrt? Keine Ahnung, wurde nicht erklärt. Hauptsache, Unns gestörter Schlaf wurde seitenlang auseinander genommen. Am besten fand ich noch Muriel, die Katze. Gerade was die grummelige Haushälterin betrifft, hätte ich mir etwas mehr Input gewünscht: Da hätte man durchaus was draus machen können, stattdessen konzentriert sich alles auf Unns ständiges Lamentieren. Trotz dieser dennoch eher mäßigen Bewertung (2 💫💫) bleibe ich Isbel-Fan: Mag sein, dass das heute alles aus der Zeit gefallen zu sein scheint und nicht mal mehr dreijährige gruseln kann, aber ich mag es trotzdem.

Das Haus der flüsternden Schatten.
Das Haus der flüsternden Schatten.by Ursula IsbelSchneiderbuch