Fängt interessant an, ab der Hälfte konnte ich nicht mehr weiterlesen, viel zu spezifische, uninteressante Geschichten
Ein unglaublich interessantes Sachbuch - Peter Frankopan erzählt Geschichte aus einem (mir) unbekannten Blickwinkel
Beim Lesen hörte ich ständig meinen Geschichteprofessor im Ohr: „Geschichte ist ein Konstrukt!“ Wie wahr dieser Satz ist, zeigt Frankopan ab der ersten Seite. Alleine die Tatsache, dass sich Alexander der Große nach Asien wandte, weil es in Europa schlicht nichts zu holen gab, veränderte meinen Blick auf Geschichte ein wenig. Dass das über Jahrhunderte so blieb, wird durch dieses Buch offengelegt. Obwohl wir über den Nahen und Mittleren Osten kaum etwas hören, wird dort Weltpolitik geschrieben. Das Buch ist zwar definitiv keine leichte Lektüre, aber die Mühe absolut wert.
Ein bahnbrechendes Meisterwerk
Fundierter Rundumschlag durch 2000 Jahre Geschichte.
Dieses Buch war tatsächlich anders als ich es mir vorgestellt (und vielleicht auf erhofft habe). Ich hatte einen absoluten Fokus auf die Länder entlang der Seidenstraßen erhofft. Letztlich lag dieser Fokus auch überwiegend auf dieser Region, aber es wurden auch häufig Themen angeschnitten, die ich in dem Buch nicht vermutet hätte (zB die "Entdeckung" Amerikas). Positiv war, dass einige dieser Themen einen Bezug auf den Nahen/Mittleren/Fernen Osten herstellen konnten (Römisches Reich, Wikinger, Drittes Reich). Somit konnte ich wirklich einiges zum ersten Mal lesen und lernen und es gab nicht so viele Wiederholungen von bekannten Themen wie ich zwischendurch befürchtet habe. Alles in allem als einführenden Werk zur Übersicht der Welt- und speziell der Handelsgeschichte zu empfehlen. Die Informationsdichte ist, wie zu erwarten sehr hoch. Dadurch habe ich für dieses Buch deutlich länger gebraucht als geplant. Empfehle ich so auch, man sollte das Buch wirklich eher in kleineren Portionen lesen und eher zwischendurch zu etwas Seichteren greifen.
Ein wirklich beeindruckendes Buch, das auch definitiv ein wenig Demut lehrt und das Wissen, dass wir in Europa (oder in den USA) doch nicht so wichtig sind, wie wir das gerne denken - und lange Zeit sogar quasi überflüssig waren, während islamische Gelehrte Algebra-Theorien entwickelt haben. Aber: Es geht hier nicht direkt um die Geschichte des asiatischen Kontinents (was aus dem Vorwort auch deutlich wird!), sondern um die Rolle des Kontinents, die er auf unsere Geschichtsschreibung ausübt. Es geht darum klar zu machen, dass Europa nicht seit der Antike der Nabel der Welt war, sondern wie sich das heutige Europa und dadurch die USA aus den Entwicklungen im asiatischen Raum ergeben hat, und immer noch massiv von ihnen beeinflusst wird. Wer sich nur ein winziges Bisschen für Geschichte und Politik interessiert, sollte sich dieses Buxh auf jeden Fall zu Gemüte führen.




