Diese Rezension zu schreiben wird nicht einfach. Allgemein fallen mir Rezensionen über Klassiker immer schwer weil sie oft auch schwer zu lesen sind. Außerdem war bei diesem Buch die Schwierigkeit dass sie insgesamt 6 Geschichten enthält. Deshalb wusste ich über die meisten Geschichten nicht mehr genug um sinnvolle Zusammenfassungen zu schreiben. Teilweise war es auch schwer die Geschichten richtig zu verstehen. Deshalb bekommt ihr jetzt kurze Zusammenfassungen die ich im Internet gefunden habe. Ich werde zu jeder Geschichte eine Zusammenfassung und eine kurze Meinung schreiben bevor ich das Buch im gesamten bewerten werde. 1. Geschichte: Der Ekel In der Ekel geht es um Antoine Roquentin der in einem Hotel wohnt und beruflich ein Buch schreibt. Er hat keine Freunde und auch keine Familie. Außerdem hat seine Freundin Amy vor längerem mit ihm Schluss gemacht und er hat keine neue Beziehung mehr gefunden. In regelmäßigen Abständen überkommt ihn ein Ekel über die Welt in der er lebt und über sein Leben im Allgemeinen. Wie er mit diesem Ekel umgeht müsst ihr selbst lesen. Diese Geschichte ist in Form eines Tagebuchs geschrieben. Am Anfang fand ich die Geschichte auch noch interessant weil man etwas über den Alltag von Antoine erfährt. Je länger die Geschichte ging desto trockener wurde sie weil kaum etwas im Leben von Antoine passiert ist. Das muss man wissen bevor man diese Geschichte liest. Ich habe ihr trotzdem 3 Sterne gegeben weil sie interessante Ansätze hatte. Die zweite Hälfte des Buchs heißt "Die Kindheit eines Chefs" und enthält insgesamt 6 mehr oder weniger kurze Geschichten zwischen 20 und 40 Seiten. Die Wand Pablo Ibbieta wurde zusammen mit Tom und Juan von Soldatne gefangen genommen. Sie werden gefragt ob sie wissen wo der Aufenthaltsort von Ramon Gris einem Anführer der Feinde ist. Wenn sie dies nicht sagen können werden sie am nächsten Morgen erschossen. Wir begleiten in dieser Geschichte die 3 Männer in der Nacht vor ihrem Tod und erleben wie sie mit dem Schrecken der bevorstehenden Hinrichtung umgehen. Wie es danach weiter geht müsst ihr selbst lesen. In dieser Geschichte ist mehr passiert und man hat auch viel vom inneren Aufruhr des Protagonisten erfahren was sehr interessant zu lesen war. Es war auch interessant zu lesen wie jeder der 3 mit der Situation anders umgegangen ist. 4 Sterne Das Zimmer In dieser Geschichte geht es um Eve Darbedat. Sie wird von ihrem Vater besucht der die Pflege ihrer schwer kranken Mutter übernehmen muss die fast nicht mehr das Haus verlässt. Aber auch Eve muss ihren Mann pflegen weil er psychische Probleme hat und verrückt ist. Deshalb möchte Eves Vater sie überreden ihren Mann zu verlassen und ihn in ein Pflegeheim zu geben. Ob sie das tatsächlich macht müsst ihr selbst lesen. Auch diese Geschichte fand ich sehr interessant auch wenn sie thematisch ähnlich schwer zu lesen war wie die Geschichte vorher. Trotzdem hat sie mir echt gut gefallen weil man viele Gedanken der Protagonisten erfahren hat. 4 Sterne Herostrat In dieser Geschichte geht es um Paul Hilbert der ein Einzelgänger ist. Er beobachtet gerne von einem Hochhaus aus das Gewusel der Menschen auf der Straße. Um eine Spur in der Welt zu hinterlassen beschließt Paul mit einer Waffe die er sich gekauft hat Leute auf der Straße zu erschießen bevor er sich selbst erschießt. Ob er dies tatsächlich macht und was dann passiert verrate ich an dieser Stelle nicht. Auch diese Geschichte war interessant zu lesen. Andererseits war es schwer die Sicht eines Mannes zu lesen der andere umbringen möchte nur um Anerkennung zu bekommen. 4 Sterne Intimität In dieser Geschichte geht es um Lulu und Rirette. Lulu trennt sich von ihrem Mann Henry und geht danach zu ihrer Freundin Rirette die das zuerst nicht glauben kann. Nun stellt sich die Frage was Lulu mit ihrem neuen Leben anfangen möchte und ob sie vielleicht zu ihrem Geliebten Pierre ghet oder ob sie etwas ganz anderes macht. Diese Geschichte fand ich sehr verwirrend und komisch zu lesen. Es wurde sehr viel sexualisiert. Auch das Ende habe ich gar nicht verstanden 1 Stern Die Kindheit eines Chefs Die letzte Geschichte in diesem Band beschäftigt sich mit Lucien Fleurier der der Sohn eines Fabrikbesitzers ist und später die Fabrik von seinem Vater übernehmen soll. In seiner Kindheit erlebt Lucien viel Verunsicherung und stellt sich die Frage warum er existiert. Ob er später einen Sinn in seinem Leben findet müsst ihr selbst lesen. Diese Geschichte hat mich von allen am wenigsten interessiert und gepackt. Außerdem war es schwer zu lesen weil hier ein paar sehr grenzwertige Themen angesprochen werden die das Lesen nicht unbedingt einfacher gemacht haben. 1 Stern Insgesamt war der Schreibstil von Jean Paul Sartre für einen Klassiker in Ordnung. Je nach Geschichte war er mal einfach und mal schwerer zu lesen. Insgesamt waren die Geschichten durchwachsen. Vor allem die längeren Erzählungen waren teilweise schwer zu verstehen. Wenn ich die Geschichte nicht für eine Challenge lesen müsste hätte ich es wahrscheinlich gelassen. Jetzt muss ich erst Mal eine Klassiker-Pause einlegen bevor ich mich an den nächsten wagen werde. Gesamtbewertung des Erzählbands: 2,83 Sterne= 3 Sterne
28. Okt.Oct 28, 2022
Romane und Erzählungenby Jean-Paul SartreROWOHLT Taschenbuch
