Schatten der Trauer. Ein mühsamer Weg zurück ins Licht, der den Zauber der Protagonistin fast verliert
Die Fortsetzung knüpft direkt an Wills Tod an und widmet sich dem schweren Thema der Trauerbewältigung. Louisa ist in ihrer Welt zwischen Schmerz, Wut über Wills Entscheidung und dem Wunsch, sein Vermächtnis zu erfüllen, gefangen. Jojo Moyes überrascht den Leser hier mit vielen unvorhersehbaren Wendungen. Allen voran das Auftauchen von Lily, Wills unbekannter Tochter. Das bringt zwar Schwung in die Geschichte, doch leider braucht die Handlung sehr lange, um wirklich Fahrt aufzunehmen. Der Schreibstil bleibt warmherzig und flüssig, doch die Geschichte fühlte sich für mich oft in die Länge gezogen an, fast wie eine Aneinanderreihung von Episoden, die keinen vollwertigen Roman füllen. Am meisten enttäuscht hat mich jedoch die Veränderung von Louisa. Sie ist kaum wiederzuerkennen. Die humorvolle, tollpatschige Frau mit dem einzigartigen Stil ist einer depressiven, blassen Version ihrer selbst gewichen. Es ist schwer, in diesem Band mit ihr warm zu werden, da einem viele ihrer Empfindungen vorenthalten werden. Auch Sam, der Rettungssanitäter, in den sie sich verliebt, bleibt als Charakter eher blass. Positiv hervorzuheben ist das Wiedersehen mit bekannten Figuren und die gelungene Thematisierung, wie schwierig ein Neuanfang sein kann. Dennoch hätte man die Geschichte deutlich straffen können. Mein Gefühl am Ende war eher Frust als Erfüllung; vielleicht wäre es interessanter gewesen, die Fortsetzung komplett aus Lilys Sicht zu erzählen, um Wills Erbe aus einer neuen Perspektive zu beleuchten. Wissenswertes Nach dem massiven Erfolg des ersten Bandes stand Jojo Moyes unter enormem Druck der Fans, die wissen wollten, wie es mit Louisa weitergeht. Ursprünglich hatte sie keine Fortsetzung geplant, doch das Drehbuchschreiben für die Verfilmung von Band 1 brachte sie zurück in Louises Welt. In diesem Buch thematisiert Moyes die "Trauer danach", die oft weniger romantisch ist als der Verlust selbst. Ein interessantes Detail ist die Einbindung einer Trauergruppe ("Moving On Group"), die reale therapeutische Ansätze widerspiegelt. Moyes zeigt hier die weniger glamouröse Seite des "Weiterlebens", was den Roman zwar realistisch, für viele Fans aber auch deutlich schwerfälliger als den Vorgänger machte.






















































