"Eine wahre Geschichte aus dunkler Zeit" In diesem historischen Roman geht es um Hexenprozesse und -verbrennungen in Rheinbach und Umgebung im 17.Jahrhundert. Mit räumlichem Bezug zu dieser kleinen Stadt fand ich es interessant,vom Leben und Handeln der Menschen zur damaligen Zeit zu lesen,wobei ich auf die bildhafte Beschreibung der Folterszenen gerne verzichtet hätte.
Inhalt: Rheinbach, 1636: Der Hexenwahn greift um sich und dringt nun erneut in das kleine Städtchen, in dem bereits vor einigen Jahren Verbrennungen stattfanden. Hermann Löher fürchtet eine erneute Eskalation der Dinge, als wieder Unschuldige zu Unrecht beschuldigt werden. Doch als er eingreifen will, gerät er selbst ins Visier des Hexenjägers Buirmann … Meine Meinung: Die Hexenverfolgungen sind ein dunkles Thema in der Geschichte unseres Landes, dennoch eines, das uns weiterhin fasziniert. Die Zeiten waren fürchterlich, jeder musste befürchten, sich den Unmut eines anderen zuzuziehen und defamiert zu werden - und war man einmal in den Mühlen der "Justiz", gab es kein Entrinnen. Eine fürchterliche Vorstellung, die Petra Schier mit deutlichen Worten untermauert, die Ausweglosigkeit der Opfer und die Hilflosigkeit der Angehörigen. Es war schwer zu ertragen, sich so etwas vorzustellen, aber nötig, um die Dunkelheit jener Zeit vor dem geistigen Auge heraufzubeschwören. Passend dazu gab es recht detaillierte Szenen der Verhöre, die sicher nicht für jedermann geeignet sind. Alles in allem hat die Autorin das Grauen wunderbar eingefangen, allerdings bin ich einfach mit dem Protagonisten nicht warm geworden, sodass ich nicht wirklich mit ihm und seiner Familie mitgefiebert habe, wie es trotz aller Umstände bei einem Roman sein sollte. Denn es geht um die Geschichte, sonst könnte ich auch ein Sachbuch zu dem Thema lesen. Ich kann es nicht wirklich in Worte fassen, aber Löher war mir … unsympathisch. Jähzornig, impulsiv, natürlich auch mitfühlend, aber alles in allem konnte ich zu ihm keine Verbindung aufbauen, obwohl er litt und dem Morden ein Ende setzen wollte. Und so ging es mir mit allen Charakteren, entweder waren sie mir zu unpersönlich und unsympathisch oder ihnen wurde zu wenig Spielraum gewährt. Daher hat mich ihr Schicksal nur in Maßen berührt, obwohl die Geschichte spannend war und ein für mich überraschendes Ende bot. Zusammenfassend kann man also sagen: Hervorragend recherchiert, die Gräuel gekonnt in Worte gefasst und das Hätte-Wäre-Könnte gut geschrieben - nur an der Charakterzeichnung mangelte es mir, wobei es natürlich sehr schwer ist, realen Personen ein mögliches Leben zu verpassen. Fazit: Das Grauen der Zeit gut eingefangen
Dieses Buch fiel mir direkt wegen seines Titels ins Auge. Ich lese gerne historische Romane und gerade die Zeit der Hexenprozesse ist ein spannendes Thema. Dieser Roman wurde aufgrund einer wahren Person geschrieben, nämlich dem Schöffen Hermann Löher, was dieses Buch für mich noch fesselnder gestaltete. Zeitweise zitterte und bangte ich mit Hermann und seiner Familie regelrecht mit. Der Autorin ist hier eine wirklich reale und grausame Darstellung dieser furchtbaren Zeit gelungen. Einige Details machen dem Leser bewusst wie schlimm es für die Verurteilten war und wie stark sie unter der Willkür der Hexenkommissare litten. Eindrucksvoll und sehr bildlich macht Petra Schier dem Leser bewusst, wie einfach man als Hexe oder Hexenpatron verschrien werden konnte. Sie beschreibt die Tortur, die die Opfer durchstehen mussten, sehr deutlich, auch das es immer zur Verbrennung kam egal wie der unschuldig Betroffene sich wehrte oder gegen das Unrecht ankämpfte. Jedoch geht es in diesem Roman nicht nur um die Brutalität der Hexenverfolgung. Das Leben und wirken von Hermann Löher und seiner Familie, der Alltag in dieser Zeit und das freien der Jungen um die Mädchen finden auch ihren Platz. Für mich war es alles in allem ein informativer, spannender Roman mit einem Fünkchen Liebe. Dieses Buch ist jeden zu empfehlen, der gerne historische Romane liest, die jedoch nicht zu faktenlastig sind. Ich kann für mich sagen, es ist ein historischer Roman wie ich ihn mir wünsche und ich lange keinen mehr gelesen habe.


