Die 42-jährige Marian zieht nach einer Krise und nicht ganz freiwillig auf’s Land. Dort lernt sie ein hartes, unbequemes Leben kennen und auch worauf es ankommt, um zu (über)leben. In gedanklichen Rückblenden hinterfragt sie dabei ihre früheren Werte und ihren Alltag als Modedesignerin. Marian entdeckt neue, ungewohnte Seiten an sich. Etwa, dass sie gerne Wollsocken trägt oder unter freiem Himmel übernachtet. Sie eignet sich verschiedene Fähigkeiten an, um sich selber zu versorgen. Ihr neuer Alltag ist geprägt vom Fischen, Kräuter und Pilze sammeln, Gemüse anbauen und Sauerteig Brot backen. Mehrmals stiehlt sie bei der Nachbarin ein Henndl (Hühnchen) und schlachtet es eigenhändig, um über die Runden zu kommen. Ich fand es sehr eindrücklich mitzuerleben, wie Marian in ihren neuen Alltag hineinwächst. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch Bauer Franz. Die beiden lernen sich zufällig im Wald kennen, als Marian in einer misslichen Lage steckt. Nach und nach entwickelt sich daraus eine interessante Beziehung. Mein erstes Buch von Doris Knecht - und ich freue mich auf weitere!

Für mich ein rundum gelungenes, in sich gekehrtes Buch, das mit ganz viel Intimität und Ehrlichkeit punktet. Ich mochte es sehr.
🍄🟫 Marian arbeitete in der Modebranche, sie war selbstständig und hatte Angestellte, eine persönliche Assistentin und ein schönes Leben im gehobenen Mittelstand. Sie hatte genügend Geld für Qualität in allen Bereichen - auch für ein bisschen Luxus. Sie hat sich alles selbst erarbeitet und war eine angesehene Frau. Dann kam die Wirtschaftskrise. Sie hat sie nicht ernst genommen, ignoriert, war abgelenkt. Dann war es zu spät. Sie verlor alles, wirklich alles. Eine geerbte Hütte auf dem Land ist ihr einziger Ausweg. 🍄🟫 Doris Knecht nimmt uns mit in diese Hütte. In Rückblicken erfahren wir Einzelheiten über Marians Geschichte. Über ein Leben, das abhängig war von Beachtung, von gesellschaftlichen Zwängen, von Männern. Obwohl Marian eigentlich immer dachte, eine unabhängige Frau zu sein. Was Selbstwert wirklich bedeutet, lernt sie erst, als alle Wertschätzung von außen wegfällt. Bisher hat sie ihre komplette Selbstachtung darauf gebaut, was sie sich erarbeitet hat. Als das wegfällt, bricht das Kartenhaus zusammen. Unfassbar eindrucksvoll finde ich die Beschreibungen über Marians ersten Winter in der Hütte. Was Armut auch heutzutage zu dieser Jahreszeit bedeutet, bricht eindringlich und bewegend durch die Zeilen hindurch. Allgemein liebe ich das Setting - Landleben mit wenigen, dafür aber äußerst kuriosen Nachbarn. Die immer präsente Natur und die Macht, die von ihr ausgeht, machen für mich die perfekte Stimmung für diesen Roman. Der Großteil der Handlung findet in Marians Gedanken statt. Es gibt kaum Dialoge, dafür tiefe und sensible Einblicke in die Seele einer Frau, die sich selbst verloren hat - mehr als ein Mal. Sie dabei zu begleiten, wie sie sich wiederfindet, fand ich wunderschön. Dabei spielt auch Franz aus der Nachbarschaft eine Rolle. Er war mir erst eher unsympathisch, aber am Ende wurde mir seine Bedeutung für Marian und seine Rolle bei ihrer Heilung klar. Große Leseempfehlung! 🍄🟫
Cover, Titel und Klappentext fand ich super ansprechend. Die ersten Seiten waren auch echt gut. Atmosphärisch, tolle Sprache. Aber dann. Dann ging es bergab mit der Geschichte. Die Protagonistin ist oberflächlich, herablassend, hat von ihren Männern und irgendwelchen Leuten erzählt, Dinge, die mich wirklich nicht interessiert haben, die ich nicht gut durchdacht fand und das ganze auch noch auf eine Weise, die ich sehr herabwürdigend fand. Stichwort: Klassismus, Rassismus. Die Themen hingegen, die Potential gehabt hätten wie die Beziehung zu ihrer Tochter, die innere Entwicklung der Protagonistin kamen leider viel zu kurz. Ich bin mit dem Buch bis zum Ende nicht warm geworden, auch wenn es vereinzelt schöne Textstellen gab.
Anders. Eine starke gefallene Frau statt ihrem luxusleben zurück zur Einfachheit kehren muss. Und in einer Interessanten Beziehung zwischen Zweckmäßigkeit und Dienstleistungen steht. Mochte die Gedanken zur Unnötigkeit von Luxus wenn man auf einmal nichts hat.
Ein neues Leben im Wald
Mariann war eine erfolgreiche Unternehmerin aber hat Alles verloren. Jetzt hat sie sich in ein altes Haus im Wald zurück gezogen und lebt größtenteils als Selbstversorgerin. Dabei reflektiert sie über ihr Leben und vor allem die Männer in ihrem Leben. Das aktuelle Buch von Doris Knecht "Eine unvollständige Liste aller Dinge die ich vergessen habe" hatte mich begeistert, aber mit diesem Buch habe ich mich streckenweise schwer getan. Marians Gedanken sind oft düster, hart und verbittert. Sie ist frustriert und fühlt sich ausgeliefert. Zeitweilig fand ich das schwer ertragbar und auch zeitweise nicht nachvollziehbar, warum sie dieses Leben lebt, das ihr offenbar nicht gefällt. Ich wollte das Buch schon weglegen aber es hat zum Glück noch mal die Kurve gekriegt. Denn zu Ende des Buches passt Marian sich an ihr neues Leben im Wald an und fasst wieder Hoffnung. Da war ich doch froh bis zum Ende gelesen zu haben. Ein eindrucksvolles Buch mit Höhen und verzweifelten Tiefen. Nicht immer schön zu lesen.

Die Stimmung des Buches wurde vom Cover PERFEKT eingefangen
Diese Lektüre hat mich so richtig hineingezogen in den Wald. Ich litt so richtig mit, konnte Marian's Leid so fühlen. Es ist KEINE einfache, schon gar keine seichte Lektüre, sie ging mir tief in meine Haut. Emanzipation, unfreiwillig, durch Fehler aus dem gemachten Nest gefallen, trotz Rückschläge NICHT aufgeben um festzustellen- "Ich KANN es (doch)." Ja, frau kann weit mehr als man ihr zutraut. Anpassung ist möglich, ist lebensnotwendig. Am Ende- Versöhnung. Mit sich selbst, mit dem jetzigen Leben. Traue ich mir die Verfilmung anzusehen? ..... Noch lange nicht. Einen so gewaltig guten Text verfilmen... Meine Skepsis ist GROß. ABSOLUTE LESE EMPFEHLUNG.
ein melancholischer Blick auf die guten u die schlechten Zeiten des Lebens-
Würde so gern lesen, wie es in ihrem Leben weitergeht.

Doris Knecht und ich kommen nicht zusammen.
Ich bin über die ersten 10% nicht hinausgekommen und habe somit ziemlich schnell gemerkt, dass ich keinen Bock auf das Buch, die Story und die Protagonistin habe. Nachdem ich auch schon "Die Nachricht" selbiger Autorin nicht mochte, beschließe ich nun, dass Doris Knecht und ich einfach nicht zueinander passen, lösche dieses Buch von meinen Reader und freue mich immerhin darüber eins weniger auf dem SuB zu haben.
„Wald“ von Doris Knecht – ein optisch wohl sehr unscheinbares Buch, doch die Buchbeschreibung hatte mein Interesse geweckt und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht! Hier geht es um Marian, die so ziemlich alles verliert und für sich selbst nur noch einen Ausweg sieht, und zwar sich selbst zu finden und dem gesellschaftlichen Bankrott hinter sich zu lassen. Sie zieht in ein abgelegenes Haus in den Voralpen und merkt schnell, dass das Leben auf dem Land mitunter auch ihr ganz eigener Kampf wird. Denn sie muss nicht nur von der Hand in den Mund leben, die Einsamkeit zwingt sie auch mental in die Knie. Das merkt man auch ziemlich schnell, denn die Autorin nimmt einen hier mit in Marians Gedanken, sie zeigt auf, was ihr durch den Kopf geht und vorallem wie sehr sich ihr Leben in der Einsamkeit von dem Luxusleben in der Stadt unterscheidet. Für mich persönlich entwickelte sich hier immer mehr ein richtiger Lesesog, ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen und unbedingt wissen, wie sich Marian weiterentwickelt. Letztlich erleben wir hier einen einzigen Tag, gespickt mit vielen Erinnerungen und doch ist spürbar, was die Zeit mit ihr macht und wie schwer und doch auch wichtig ein Neuanfang sein kann. Der Schreibstil der Autorin ist schon sehr speziell, ich denke das werden einige mögen, andere nicht. Mich konnte die Autorin wie schon gesagt in einen richtigen Sog ziehen und mir hat die Geschichte mit all ihrer Eindringlichkeit, Tragik aber auch Selbstbefreiung gut gefallen!









