
Am Ostersonntag erschüttert ein grausamer Mord das kleine Dorf Garsdorf: Janice Heckler wird tot in der Greve gefunden, halbnackt und offensichtlich ertränkt. Schnell fällt der Verdacht auf den Nachbarn Alex Junggeburt – einst bemitleidet, später gefürchtet und schließlich verteufelt. Sechs Jahre später kommt er frühzeitig aus der Haft frei, kehrt in sein Elternhaus zurück, und kaum jemand im Dorf begrüßt seine Rückkehr. Die Spannung steigt, als wenig später eine weitere Leiche auftaucht. Was mir an diesem Krimi besonders gefallen hat, ist die sehr authentische Darstellung der Dorfgemeinschaft. Gerüchte, Tratsch und das fein gesponnene soziale Geflecht wirken unglaublich lebendig, und man spürt förmlich, wie eng das Dorf miteinander verwoben ist, das hat der Geschichte enorm viel Atmosphäre verliehen. Auch die Charaktere sind facettenreich gezeichnet, und bei der Vielzahl an Personen behält man am besten den Überblick, um die Verbindungen und Geheimnisse zu verstehen. Die Spannung entwickelt sich eher ruhig und unterschwellig. Vieles passiert zwischen den Zeilen, und Stück für Stück nimmt die Geschichte Fahrt auf. Ich hätte mir zwischendurch zwar noch etwas mehr Nervenkitzel gewünscht, dennoch konnte mich die Handlung fesseln, weil ich unbedingt wissen wollte, wie alles zusammenhängt und welche Geheimnisse ans Licht kommen. Insgesamt ist dies ein sehr guter Krimi, der die Tiefen einer Dorfgemeinschaft sehr gut widerspiegelt , die Vergangenheit nicht ruhen lässt und dabei eine authentische Atmosphäre aufbaut. Für Fans von ruhigeren, atmosphärischen Ermittlungen definitiv lesenswert.




