18. Aug.
Feen auf Schloss Neuschwanstein
Rating:3.5

Feen auf Schloss Neuschwanstein

Jasmyn hat gerade ihren Ehemann verloren und versinkt in Trauer, als plötzlich unerklärliche Dinge geschehen. Bei der Beerdigung fallen schwarze Schwäne vom Himmel und Fabelwesen jagen sie in Träumen wie auch in der Realität. Auf der Suche nach Antworten reist sie durch Europa, deckt ein Geheimnis nach dem anderen auf und muss schon bald beginnen, an Magie zu glauben und sich fragen, ob sie ihren Mann überhaupt gekannt hat… Das Abenteuer von Jasmyn verspricht eine erstaunliche Mischung aus Urban Fantasy, alten Märchen und dem einzigartigen Setting Neuschwanstein. Wer wäre da nicht neugierig? Bis die Handlung in Gang kommt, braucht es einige Zeit, denn die Protagonistin erstickt halb an ihrer Trauer und nimmt die Welt um sich kaum noch wahr. So ist sie auch ziemlich blind für die Meinungen anderer und muss ihre Vorstellungen durchsetzen. Aber das sei ihr an der Stelle mal verziehen. Die Autorin spannt dann nach und nach einen Bogen aus dem Mysterium um den bayrischen Märchenkönig Ludwig, der Neuschwanstein bauen ließ, dem Ballett Schwanensee, Grimms Märchen und alten Sagen über das Feenreich. Wie so oft im Märchen bleibt aber der ganze Hintergrund der Magie eher im Hintergrund und wird als gegeben hingenommen, nicht weiter erklärt. Das war bei dieser ja doch speziellen Mischung von Fantasy-Elementen ein bisschen überfordernd, es hätte gern ein paar mehr Erklärungen geben können, wie es zu dem ganzen Schlamassel, in dem die Protagonisten feststecken, eigentlich gekommen ist. Die Geschichte selbst überzeugt nicht auf ganzer Linie mit Spannung, wird aber auch, besonders durch den mysteriösen Aspekt, niemals langweilig, auch wenn man der manchmal etwas begriffsstutzigen Protagonistin gern mal einen Schritt voraus ist. Man merkt eben, dass es sich hier um ein Erstlingswerk handelt. Stellenweise ist der Schreibstil etwas holprig, Kapitelüberschriften enthalten Spoiler, manche Szene wirkt allzu konstruiert und es wird mehr umschrieben als wirklich geschieht. Das eigentliche Problem liegt aber bei der teilweise wirklich schlechten Übersetzung, voller Rechtschreib- und Grammatikfehler und Namensverwechslungen. Da redet zum Beispiel plötzlich der tote Ehemann und nicht mehr sein Bruder. Zum Ende hin steigert sich die Spannung noch mal, die Autorin hat ein Happy End kräftig hinausgezögert und noch ein paar unerwartete Wendungen eingebaut, aber auf den letzten Seiten findet die Geschichte dann doch zu einem guten Abschluss. Das Buch wagt einiges, setzt nicht alle Ideen gut um, kann aber trotzdem unterhalten und überzeugt als eine Art modernes Märchen voller Winterzauber.

Jasmyn
Jasmynby Alex BellROWOHLT Taschenbuch
7. Nov.
Rating:4

Wie eine Neuauflage vom Märchen die 6 Schwäne und dann aber auch wieder nicht..

Also ich war beim Kauf schon hin und hergerissen, weil es sehr weird klang. Aber weirde Geschichten sind häufig mal ganz was anderes. Kein Mainstream. Ich mag deswegen gern weirde Bücher lesen. Also auch dieses. Die 1. Hälfte war sehr weird und die 2. Hälfte auch, aber nicht ganz so sehr. Umso länger ich das Buch gelesen habe, umso mehr mochte ich es tatsächlich. Finde es zwar irgendwie nicht so richtig 100% gut umgesetzt, aber es war spannend und ich mochte die Story dann doch sehr gern. War ein schönes Buch für zwischendurch. Das hässliche Cover, iam so sry, wird dem Inhalt garnicht gerecht. Ich würde es sogar rereaden❤️

Jasmyn
Jasmynby Alex BellROWOHLT Taschenbuch