Obsession statt Spannung
Donald Ramsey, ein Londoner Galerist mit Vorliebe für erotische Kunst statt echten Menschen, entdeckt plötzlich ein verstörendes Interesse an seiner neuen Assistentin Anna. Überfordert von seinen eigenen Gefühlen, greift er zu einer fragwürdigen Lösung. Er engagiert den skrupellosen Zeppo, um Anna zu verführen und aus ihrem bekannten Leben zu reißen. Was als perfide Intrige beginnt, entwickelt sich schnell zu einer gefährlichen Obsession mit Konsequenzen, die niemand mehr kontrollieren kann. 🔪 ungewöhnliche Perspektive mit Einblick in den Kopf eines Besessenen 🔪 interessante Grundidee mit viel psychologischem Potenzial 🔪 zäher Mittelteil mit langatmigen Dialogen 🔪 kaum echte Thriller-Spannung trotz düsterem Thema 🔪 enttäuschendes, abruptes und offenes Ende Was hier hätte richtig gut werden können, ist die Idee, einen Thriller komplett aus Sicht eines obsessiven, moralisch entgleisten Charakters zu erzählen. Das empfand ich als spannend und anfangs funktioniert das auch, denn Donald wirkt unheimlich, seine Gedanken werden zunehmend verstörender. Aber statt diese psychologische Tiefe auszubauen, verliert sich die Story in endlosen Gesprächen und wiederholt sich gefühlt selbst. Die Motivation hinter Donalds Verhalten bleibt oberflächlich, wodurch seine Besessenheit eher plump als wirklich beängstigend wirkt. Und wenn es dann endlich zur Eskalation kommt, wird sie erstaunlich schnell abgehandelt, als hätte das Buch plötzlich keine Lust mehr auf sich selbst. Eine spannende Idee, die in der Umsetzung leider ziemlich verpufft. Weder die Figuren noch die Handlung schaffen es, wirklich zu fesseln und das Ende setzt dem Ganzen die Krone auf. Ehrlich gesagt verpasst man nichts, wenn man dieses Buch auslässt. Habt ihr Bücher von Simon Beckett, die euch umgehauen haben? Ich hatte vor Jahren das Hörbuch "Der Hof” gehört (vor Reado, deswegen ohne Rezension) und fand das auch ziemlich doof. Matchen der Autor und ich vielleicht einfach nicht?




































