
In Schwerelos von Ildikó von Kürthy steht Marie kurz vor ihrem 37. Geburtstag und bekommt endlich den Heiratsantrag, von dem sie ihr Leben lang geträumt hat. Doch kaum will sie „Ja“ sagen, läuft alles anders: Ihre beste Freundin vertritt eigenwillige Ansichten zur Liebe, ihre Cousine steckt in einer chaotischen Schwangerschaft, ein alter Schulfreund mischt sich in ihr Leben ein, und selbst ihre tote Tante taucht mit merkwürdigen Botschaften wieder auf. Marie beginnt zu zweifeln, ob das Leben, das sie so sicher geplant hat, wirklich das ist, was sie glücklich macht oder ob sie vielleicht genau jetzt „unvernünftig“ werden muss.  Das Buch ist als moderner Frauenroman angelegt, in dem Alltagsfragen, Beziehungen und Identität im Vordergrund stehen. Die Grundidee des Hinterfragens festgefahrener Lebensentwürfe ist nachvollziehbar und hat Potenzial, weil sie viele Leserinnen in ähnlichen Lebensphasen anspricht.  Für mich hat die Umsetzung aber nicht funktioniert, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Handlung wirkt zerstreut und springt oft zwischen Figuren und Situationen hin und her, ohne mir wirklich einen klaren emotionalen Zugang zur Hauptfigur zu geben. Mehrere Elemente wie beispielsweise Familienkonflikte, Lebensfragen und Beziehungsdynamiken sind drin, aber sie werden nicht ausreichend vertieft, um wirklich berühren zu können. Diese Oberflächlichkeit hat mich beim Lesen eher distanziert zurückgelassen.  Auch wenn es kurze, amüsante Einfälle gibt und einzelne Szenen unterhalten können, hat mich das Gesamtbild nicht abgeholt. Für mich bleibt Schwerelos ein Buch mit interessanten Ansätzen, das aber nicht die Tiefe oder Prägnanz erreicht, die ich erwartet hätte. Deswegen fällt meine Bewertung eher kritisch aus. ★★☆☆☆ (2 von 5 Sternen)











