Nach dem fesselnden Auftakt in "Das letzte Königreich" war ich extrem gespannt auf die Fortsetzung und ich wurde nicht enttäuscht.
"Der weiße Reiter" setzt die Geschichte von Uhtred nahtlos fort und taucht noch tiefer in die Wirren des 9. Jahrhunderts ein. Die Atmosphäre bleibt gewohnt düster und rau, während sich die Lage für König Alfred und sein letztes Königreich Wessex immer weiter zuspitzt. Das Buch hat mir wirklich gut gefallen! 🥰 Was mir gut gefallen hat: Uhtreds innerer Konflikt zwischen seiner sächsischen Herkunft und seiner dänischen Erziehung wird in diesem Band noch deutlicher. Er ist gezwungen, sich erneut für eine Seite zu entscheiden, und die Loyalität zu König Alfred, den er eigentlich kaum ausstehen kann, stellt ihn vor eine Zerreißprobe. Dieses ständige Hin und Her, die widersprüchlichen Gefühle und Uhtreds Pragmatismus machen ihn zu einer unglaublich vielschichtigen und authentischen Figur. Man fiebert mit ihm mit, egal ob er eine Schlacht anführt oder sich mit Alfreds christlicher Frömmigkeit auseinandersetzen muss. Besonders gut gefallen hat mir die gesamte Passage, in der die Charaktere sich in den Sümpfen verstecken müssen: die beklemmende Atmosphäre, die Kälte und der Hunger… Die Verzweiflung der Flüchtenden, aber auch ihr Überlebenswille sind greifbar und lassen einen tief in diese Szenerie eintauchen. Die entscheidende Schlacht am Ende des Buches ist zudem meisterhaft inszeniert. Die Spannung wird langsam aufgebaut und wird dann in einem grandiosen, blutigen Finale entladen, das die Verzweiflung und den Überlebenswillen der Charaktere spürbar macht. Man fühlt sich, als stünde man selbst inmitten der Schildwallformation. ☹️ Was mich etwas gestört hat: Obwohl der Roman viele spannende Momente bereithält, gab es einige Stellen, an denen sich die Handlung für mich etwas gezogen hat. Insbesondere in der Mitte des Buches gab es Phasen, die sich weniger dynamisch anfühlten und in denen sich die Geschichte nur langsam fortbewegte. Das hat den sonst so flüssigen Lesefluss hin und wieder unterbrochen und mich zeitweise etwas aus der Geschichte gerissen. Fazit: Trotz dieses kleinen Kritikpunktes ist "Der weiße Reiter" eine gelungene Fortsetzung, die das hohe Niveau des ersten Bandes hält. Die historischen Fakten sind wieder gekonnt in die fiktive Handlung eingewoben. Für Fans von historischen Romanen, Wikingern und komplexen Charakteren ist die Saga ein absolutes Muss. Ich bin gespannt, welche Abenteuer Uhtred im nächsten Band erwarten.







