Ganz okay aber nichts besonderes
Maeve leidet an einer schweren Angststörung. Die kleinsten Dinge sind für sie eine große Herausforderung. Als ihre Mutter beschließt, für ein halbes Jahr nach Haiti zu gehen um dort zu arbeiten und mit ihrem Freund zusammen zu sein, schickt sie Maeve nach Kanada, zu ihrem Vater, dessen neuer Frau und ihren Halbgeschwistern. Für Maeve bricht alles zusammen und die Angst übermann sie immer wieder. Aber in diesem Sommer lernt sie auch Salix kennen und verliebt sich. Ich habe das Buch gemeinsam mit der lieben Dani von daniiwho gelesen und hatte relativ hohe Erwartungen, da es sich um ein sehr sensibles Thema handelt. Zu Beginn hat mich das Buch auch echt berührt und zum weinen gebracht. Maeve’s Ängste sind so realistisch beschrieben worden, sodass ich mich gut hineinversetzen konnte, zumal ich selber auch meine Erfahrungen mit Panikattacken habe. Aber leider hat das Buch sehr stark nach gelassen. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte einfach nur noch vor sich hin plätschert, ohne einem roten Faden zu folgen. Dementsprechend kam auch ihre Krankheit nicht mehr so authentisch rüber wie am Anfang. Ich hätte mir gewünscht, dass da noch viel mehr auf das Thema Angststörung und Panikattacken eingegangen wird. Außerdem hat Maeve dann Salix kennengelernt und sich verliebt. Salix war ein sehr sympathisches Mädchen und ist liebevoll mit Maeve umgegangen, aber dieses „sobald du dich verliebst, geht’s bergauf“ – Feeling hat mich sehr gestört, weil es nun einmal nicht so einfach ist. Gut gefallen hat mir vor allem Owen, einer von Maeve’s kleinen Halbbrüdern. In seinem jungen Alter ist er schon so schlau und einfühlsam. Einen tollen Charakter hat die Autorin hier erschaffen. Fazit: Das Buch ging wirklich vielversprechend los und hat mich sehr berühren können. Ich habe auf eine realistische und authentische Geschichte zum Thema Angststörung und Panikattacken gehofft, aber leider sind diese immer mehr in den Hintergrund gerutscht und es wurden immer mehr andere Dinge wichtiger. Deswegen kann ich dem Buch leider „nur“ eine mittelmäßige Bewertung geben. Trotzdem fand ich es nicht schlecht, die Geschichte war auch sehr süß, nur unter dem Aspekt, dass es mehr um Maeve’s Krankheiten hätte gehen müssen, hat mich das Buch nach der Hälfte ein bisschen enttäuscht.
Ein sehr tolles Buch das zeigt, dass man auch mit einer Angststörung immer noch am Leben teilnehmen kann auch wenn es schwer ist.
Meiner Meinung nach, der beste Roman zum Thema Selbstverwirklichung und Umgang mit seinen Ängsten.


