
Dieses Buch hat mich vor allem mit seinem Setting und der Atmosphäre abgeholt. Die raue, fast schon melancholische Stimmung an der Nordseeküste und das alte Wasserschloss haben sofort Bilder im Kopf entstehen lassen und ich hatte wirklich das Gefühl, direkt vor Ort zu sein. Der Schreibstil ist angenehm leicht und flüssig, sodass ich grundsätzlich gut in die Geschichte hineingefunden habe, auch wenn es ein wenig gedauert hat, bis sie mich komplett greifen konnte. Im Mittelpunkt stehen die drei Schwestern, die nach Jahren wieder aufeinandertreffen und genau diese Dynamik fand ich besonders spannend. Alte Konflikte, unausgesprochene Gefühle und Verletzungen kommen nach und nach an die Oberfläche, gleichzeitig gibt es aber auch vorsichtige Annäherungen. Diese Mischung macht die Beziehungen authentisch und lebendig. Jede Schwester bringt ihre eigene Geschichte mit, wodurch es abwechslungsreich bleibt, auch wenn nicht jede Handlungslinie mich gleichermaßen fesseln konnte. Zwischendurch hatte die Handlung für mich ein paar Längen und plätscherte stellenweise eher vor sich hin. Gerade im Mittelteil hätte ich mir etwas mehr Tempo oder Spannung gewünscht. Dafür zieht das letzte Drittel deutlich an. Geheimnisse werden gelüftet, Emotionen intensiviert und am Ende wartet ein Cliffhanger, der definitiv neugierig auf den nächsten Band macht. Insgesamt eine atmosphärische und kurzweilige Geschichte über Familie, alte Wunden und neue Chancen, mit Luft nach oben, aber genug Potenzial, um dranzubleiben. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht.








