Fortsetzung nach 'die Akte Adenauer'. Ost-West Thriller in Berlin um den Präsidenten des Verfassungsschutzes. Gerber sucht Eva in einem weiteren spannenden Handlungsstrang. Bis zur letzten Seite lesenswert. Und wieder nachvollziehbar gut recherchiert, so dass man etwas dabei lernen kann.
Band 2 der vierbändigen Reihe um den Geheimagenten Philipp Gerber Der Verfassungsschutzpräsident John verschwindet in den Osten. Philipp Gerber, der Geheimagent reist ihm mit seiner Geliebten Eva nach. Bisweilen spannend
Spannende und sehr unterhaltsame Interpretation eines Geheimdienstskandals in der Nachkriegszeit - sehr lebendig vertont!
Der historische Krimi um das Verschwinden des Verfassungsschutzpräsidenten Otto John bietet solide Recherche zur Adenauer-Ära, leidet jedoch unter vorhersehbarer Handlung und schwacher Charakterentwicklung.
“Ein Präsident verschwindet” ist der zweite Band der Reihe um Kommissar Philipp Gerber. Als Fortsetzung des ersten Teils knüpft die Geschichte an bereits bekannte Charaktere an, was für Kontinuität sorgt. Der Roman hat mich anfangs durchaus neugierig gemacht. Die Idee, einen realen historischen Fall - das mysteriöse Verschwinden eines Verfassungsschutzpräsidenten - als Grundlage für einen Krimi zu nehmen, fand ich vielversprechend. Doch leider konnte der Autor das Potenzial nicht voll ausschöpfen. Was mich störte, waren häufige Entscheidungen der Hauptfigur Philipp Gerber , die für mich als Leser nicht nachvollziehbar sind. Warum er beispielsweise bestimmten Personen blind vertraut und andere ohne erkennbaren Grund verdächtigt, bleibt oft im Dunkeln. Auch die Liebesgeschichte wirkt aufgesetzt und trägt wenig zur Handlung bei. Was mir beim Lesen gut gefallen hat war die Atmosphäre der 1950er Jahre. Diese ist gut eingefangen. Man spürt die Spannungen der Nachkriegszeit, die Unsicherheit der Menschen und die politischen Machtkämpfe. Diese historische Kulisse ist definitiv einer der Pluspunkte des Buchs. Für mich eignet sich das Buch, gut für eine entspannte Urlaubslektüre oder für Lesestunden am Wochenende. Es ist solide geschrieben und unterhält durchaus, erreicht aber nie die Qualität eines wirklich packenden Thrillers. Wer seine Erwartungen nicht zu hoch schraubt, wird mit “Ein Präsident verschwindet” ein paar angenehme Lesestunden verbringen können. Als Fazit vergebe ich drei Sterne - ein durchschnittlicher historischer Krimi, der weder besonders positiv noch negativ aus der Masse heraussticht.
Ich fand das Buch sehr interessant und habe einiges lernen dürfen... Ich mag Philipp Gerber als Ermittler sehr gerne... Manches was in diesem Buch vorkam war mir total neu weil es auch in der Schule nicht dran war, soweit ich mich nach solange Zeit noch erinnern kann. Es war so geschrieben das man allem soweit folgen konnte aber ab manchen Punkten für mich zu lang gezogen.
Was mir beim ersten Teil noch gut gefiel, nimmt jetzt überhand: Spionagewirren und Gewaltexzesse nerven, zudem ist auch die Liebesgeschichte langweilig. Weil die Geschichte aber die Geburtsstunde der deutschen Geheimdienste problematisiert und überwiegend spannend ist, insgesamt noch befriedigend
Ein Präsident verschwindet Ralf Langroth 1954: Der westdeutsche Verfassungsschutzpräsident Otto John verschwindet über Nacht und taucht ein paar Tage später in Ost-Berlin wieder auf, wo er große Reden gegen Adenauer hält. Wurde John entführt und diese Reden vom KGB erzwungen oder ist er tatsächlich ein Überläufer? BKA-Kriminalhauptkommissar Gerber übernimmt diesen Fall nur allzu gerne, denn wie es scheint, ist mit John auch Gerbers Freundin und Partnerin Eva Herden verschwunden: Ein Foto, im Osten aufgenommen, zeigt John und Eva lachend. Als Gerber eine Szenen-Kneipe im Grenzgebiet observieren will, kommt er zu spät und findet nur noch die fliehende Eva und einen toten Barbesitzer vor. Ist Eva jetzt nicht nur eine Spionin, sondern auch noch eine Mörderin und kann Gerber John zurück nach Westdeutschland holen? Ein Thriller mit historischen Fakten gespickt, deren Schauplatz die Nachkriegszeit und die junge Bundesrepublik ist, hörte sich für mich sofort spannend an. Und der Beginn ist auch wirklich super: Schnell ist man mittendrin. Langeweile gibt es keine und man möchte auch immer wissen wie es weiter geht. Aber etwa in der Mitte ließ das Buch schlagartig nach. Es war auf einmal nicht mehr glaubwürdig. Vorsicht Spoiler ------> Eva hilft dem KGB John zu Kidnappen, lockt dann auch Gerber in die Falle, was wiederum dazu führt, dass Gerber im Osten, im verdrecktem Keller des KGB's landet und schwupp, siehe da: Einfach aus dem nichts, wird Gerber freigelassen und fährt dann seelenruhig mit Eva über die Grenze nach Westberlin, wo Gerber Eva vor ihrer West-Wohnung ganz gemütlich absetzt?! Geht das so? Ich meine, muss man da nicht in Untersuchungshaft? Durfte man das früher? Andere Leute entführen - ohne Strafe? <------ Spoilerende Fazit: Es ist ein leichter Spionagekrimi in den 50gern, das Wort Thriller passt nicht. Es gibt viel Action und per Zufall ist Gerber auch immer am richtigen Ort. Trotzdem möchte ich noch sagen, dass auch, wenn bei mir der Funke nicht so richtig übergesprungen ist, sich das Buch leicht und flüssig liest. Einfache und gute Leseunterhaltung. 3½ Sterne
Philip Gerber wird über Nacht einem neuen Fall zugewiesen. Der Chef des Verfassungsschutzes John ist nach Ost-Berlin verschwunden, niemand weiss, ob freiwillig oder unfreiwillig. Zeitgleich ist auch Eva Herden verschwunden und Fotomaterial der Organisation Gehlen legen nahe, dass sie etwas mit Johns Verschwinden zu tun hat. Mit diesem Buch legt Ralf Langroth den zweiten Band der Reihe um Philipp Gerber vor. Diesmal gerät Gerber in die Mühlen der Geheimdienste. Die Organisation Gehlen konkurriert mit dem BKA, bei den Amerikanern die CIA mit dem CIC und sowohl Stasi als auch KGB mischen mit. Das Verschwinden Otto Johns ist heute wohl kaum jemanden mehr bekannt, damals jedoch erregte der Grenzübertritt großes öffentliches Aufsehen, nicht nur in Deutschland. Ralf Langroth gelingt es die Spannung zwischen den Diensten greifbar zu machen. Gerber und seine Kollegen geraten immer wieder in brenzlige Situationen, nicht alle Operationen klappen wie geplant. Und bis zum Schluss ist nicht klar, wem man trauen kann und wem nicht. Mich hat das Buch mit auf eine Zeitreise in den kalten Krieg genommen. Damals wie heute bedienten sich Geheimdienste auch medienwirksamer Kniffe, um das eigene Ziel und Handeln zu rechtfertigen. Otto Johns angeblicher freiwilliger Gang in den Osten wurde von der DDR und den Sowjets möglichst medienwirksam verkauft und damit die Verlässlichkeit der Bundesrepublik in Frage gestellt. Was damals wirklich passiert ist, wird wohl nie endgültig geklärt werden, dem Autor gelingt es aber, eine plausible Möglichkeit der Geschehnisse darzustellen. Dieser zweite Band der Reihe hat mich wieder überzeugt, das Buch war spannend und hat mich miträtseln lassen, was wohl gerade Eva in dieser Geschichte verloren hat. Von daher war das Buch auf jeden Fall ein Pageturner, der richtig Spaß gemacht hat. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für die politischen Wirrnisse der frühen Adenauer-Zeit interessieren. Hier wird ein Teil der Geschichte beleuchtet, der heute weitgehend vergessen ist. Auf jeden Fall ein spannendes Stück Zeitgeschichte!







