Ein ganz wilder Ritt durch die frühen 1930er Jahre. Hicks McTaggart, seines Zeichens Privatschnüffler aus Milwaukee, wird in einen Fall verwickelt, nach dem er weder gefragt hat, noch für den er bezahlt wird. Daphne Airmont, Erbin des "Al Capone des Käses" Bruno Airmont, ist mit einem Swing-Musiker durchgebrannt und soll schnellstmöglich nach Hause gebracht werden. Zu Beginn dachte ich, dass es eine atmosphärisch tolle Krimigeschichte wird, aber da habe ich mich getäuscht. Das Netz der auftretenden Personen wird allmählich sowas von groß und verworren, dass ich irgendwann nur noch gerade so mitgekommen bin. Die Charaktere sind auf positive Weise vollkommen absurd, die die Fantasie beim Lesen anregen. Am meisten Spaß hatte ich mit der Geschichte rund um das InKäSyn, das Internationale Käsesyndikat, mit dem es sich Bruno Airmont verscherzt hat. Von dort ausgehend entwickelt sich die Handlung zu einem immer politischer werdenden Katz-und-Maus-Spiel zwischen geheimdienstlichen Spionen und faschistischen Gruppierungen im Europa der frühen 1930er Jahre. Gegen Ende wurde mir klar, dass Thomas Pynchon (so verwirrend die Handlungsstränge auch sein mögen) eine Welt entworfen hat, aus der es kein Entkommen gibt. Eine Welt, in der die zahllosen vordergründigen Erzählungen von den großen Entwicklungen ablenken, die sich im Schatten still und heimlich vollführen. Richtig gut!
Ein verwirrendes Buch
Es war mein erster Pynchon und angeblich ist das ein guter Einstieg, aber ich habe mich bis zum Ende gefragt: Was habe ich da jetzt eigentlich gelesen? Hat das Ganze überhaupt Sinn gemacht? Was war die Handlung? Es hat mich so gar nicht gecatched, aber ich wollte es eben versuchen. Die Sprache des Buches ist crazy, die Sprünge auch... Und ich dachte, nach "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace wäre ich bereit für Pynchon. Bin ich aber wohl doch nicht... Hat das Buch jemand verstanden? Ich nicht! Schade!
Es ist schon ein geiler Ansatz das 20. Jahrhundert zu reanacten anhand von diesem Genre-Remix. Also das war ja schon oft pynchon Ansatz. Im Detail verliert man sich schon oft auch mal und es gibt sicher Leute die einen krasseren Sog entwickeln. Aber ich hab es schon sehr gerne gelesen.


