23. Mai
Rating:2

Ysra ist PhD-Studentin in Cambridge und ziemlich gelangweilt. Bis zu dem Tag, an dem sie erfährt, dass ein Professor die Arbeit ihrer Freundin geklaut hat. Als sie ihm die Biene ins Glas schnippt, will sie eigentlich nur, dass er gestochen wird. Dass es weh tut. Sie will nicht, dass er stirbt. 🐝 Doch als genau das passiert, ist sie nicht geschockt. Irgendwie ist da ein neues, aufregendes Gefühl und Ysra fühlt sich endlich mal wieder richtig lebendig. Und als sie merkt, wie gut sich das anfühlt, kann sie nicht mehr aufhören. Die Story klang erstmal wirklich vielversprechend, weshalb ich das Buch überhaupt lesen wollte (okay, das Cover hat auch ziemlich stark dazu beigetragen). Es geht um Rassismus, Gender, Politik, Familientrauma und noch einige andere Themen - alles aus der Perspektive einer weiblichen Serienmörderin. Für mich hat das Buch aber nicht geschafft, diesen Themen genug Raum und Tiefe zu geben, wodurch vieles eher oberflächlich wirkte. Mit Ysra selbst bin ich leider auch nie richtig warm geworden. Abgesehen davon, dass sie komplett unhinged ist, habe ich ihre Beweggründe nie wirklich ganz verstanden. Das F in Honey steht wohl für funny, denn wo war der angepriesene Witz? Ist mein Humor kaputt? Dazu kam noch, dass der Schreibstil oft ziemlich verwirrend war, wodurch das Lesen doch immer mal wieder ein bisschen zur Qual wurde. Es gab einige interessante Ideen und Handlungsstränge, die angeschnitten wurden, aber nie die Tiefe bekommen haben, die ich mir gewünscht hätte. Ich kann total verstehen, warum viele das Buch feiern werden, aber für mich war es leider nichts.

Honey
Honeyby Imani ThompsonRowohlt
14. Mai
Rating:5

Erscheint am 17. Juli

Alle Daumen hoch für diesen Debütroman von Imani Thompson, eine wahnwitzige Mischung aus Campus-Roman ( Cambridge), Thriller und Gesellschaftskritik ( als Woman of Colour in einer sehr, sehr weißen britischen Bildungsbürgerwelt). Weil das Buch erst demnächst erscheint, will ich hier nicht allzuviel verraten. Aber: Yrsa ist die beste bad bitch ever!! Schon allein, das sie als People of Colour mit Vorfahren aus Jamaika diesen nordischen Namen trägt, fand ich mega. Feministische Wut, Rache, Begierde und Ungerechtigkeit in der noblen Universitätswelt- mir hat es absolut gefallen. Düster & heiß, absurd & sarkastisch, entlarvend & befreiend, hochspannend & unterhaltsam von der ersten bis zur letzten Seite ( auch wenn ich mir das Ende etwas anders vorgestellt habe, aber wenn ich so darüber nachdenken, ist es doch okay so).

Honey
Honeyby Imani ThompsonRowohlt