Das Buch hat bisher sehr verhaltene Bewertungen bekommen. Da kann ich mich anschließen. Junges Mädchen zieht zu Hause aus, nimmt einen stressigen Job an, bricht zusammen und hat gleichzeitig die Musikkarriere geschafft. Schreibstil mit Dialogen und Abkürzungen sowie permanentes Verweisen auf später haben die Geschichte nicht zum Leben gebracht. Das Ende alles gut, passt nicht in die Realität. Leider für mich eine Enttäuschung. Schade.
Ich fand es spannend zu lesen, wie Charlotte ihren Weg geht und sie bei typischen Herausforderungen des Erwachsenwerdens zu begleiten. Das Buch war für mich sehr leicht zu lesen und hat mich mitfühlen lassen.
Charlotte, die junge Hauptfigur, nimmt die Stelle einer Assistentin bei einem schwierigen und psychisch instabilen Verleger an. Der Roman handelt vor allem von ihren Erfahrungen in der Arbeit mit dem irren Chef. Sie kann sich nicht lösen, obwohl sie unter diesen Arbeitsbedingungen leidet. Sie geht daran fast zugrunde.
Aber es ist auch eine Geschichte über das Loslösen vom Elternhaus einer jungen erwachsenen Frau im ersten richtigen Job, vom Erkennen, dass man das Leben selbst in die Hand nehmen muss und einem niemand die Verantwortung für das eigene Leben abnehmen kann.
Schließlich geht alles, wie auch in den anderen beiden Romanen von Caroline Wahl gut aus.
Mir war alles ein wenig zu platt, zu erwartbar. Zwar ähneln sich Wahls Romane nicht wirklich , gewisse Elemente kommen aber immer wieder vor (Wasser, Musik, das Ringen der Protagonistin mit Ihrer beruflichen Perspektive, schwierige familiäre Situation, Einzelkämpfertum …, aber der Erzählstil und die Art, wie sie die Geschichten vorantreibt , nutzen sich für mich ab.
Trotzdem ein schnell und leicht zu lesender Roman, bei dem ich mich aber ziemlich oft gefragt habe, warum geht Charlotte nicht einfach und lässt sich das fast masochistisch alles so lange gefallen .
Ein bisschen wie Trash TV: man bemitleidet Charlotte, lechzt aber nach weiteren Dramen und schüttelt permanent den Kopf, weil sie sich schließlich für die Stelle entschieden hat.
In einigen Punkten erkannte ich mich (leider) wieder, nichtsdestotrotz bin ich glücklich, kein so vehementer People Pleaser mehr zu sein und meine Grenzen zu kennen, bevor der Super-GAU eintreten könnte.
Ich gehöre ja zu denjenigen, die von den ersten beiden Büchern von Caroline Wahl etwas underwhelmed waren, obwohl ich sie durchaus O.K. bis gut fand, aber eben nicht herausragend.
Dieses dagegen finde ich herausragend. Besonders beeindruckt bin ich davon, wie sehr es die Autorin geschafft hat, ihren Schreibstil zu ändern bzw. anzupassen.
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, gesprochen von der Autorin selbst. Zu Beginn dachte ich noch, das stehe ich nicht lange durch, da die Stimme keine typisch angenehme Erzählerinnenstimme ist.
Aber sie passt wirklich supergut zum Inhalt des Romans und zum Innenleben der Protagonistin:
sie ist sperrig, unangenehm, holprig, ein bisschen jammernd.
Caroline Wahl schafft es hier ganz fantastisch, die Verhältnisse in inhabergeführten Verlagen/Agenturen aufzuzeigen, deren narzisstische Inhaber tägliche Grenzüberschreitungen unter den Augen der gesamten Belegschaft begehen, ohne dass jemand einschreitet oder aufbegehrt. Charlotte, die titelgebende Assistentin, von Haus aus nicht ganz stabil aufgestellt, begibt sich in ein zerstörerisches manipulatives Abhängigkeitsverhältnis, da ihr Wunsch nach Lob und Anerkennung über allem steht.
Ganz großes Kino, wie detailreich hier das Innenleben der Hauptfigur seziert wird!
Freue mich schon sehr auf das nächste Buch von Caroline Wahl.
Längere Zeit habe ich mich aufgrund der schlechten Rezensionen gescheut, "Die Assistentin" zu lesen, hatten mir doch die beiden ersten Bücher von Caroline Wahl so gut gefallen. Ich habe mich dann für das neue Hörbuch mit Chantal Busse entschieden. Die erste Hälfte des Buches fand ich auch wirklich richtig gut.
Die Erzählperspektive geht von Charlotte aus, die in einem Rückblick ihre Zeit als Assistentin des CEO eines Verlags schildert. Die Schreibweise hat mir wieder sehr gefallen, wenn auch dieses Buch, anders als die vorherigen, nicht so eine Sogwirkung auf mich hatte. Auch das Thema ist interessant. Charlottes Chef ist kurz gesagt unmöglich, machtgeil, sexistisch und krank. Sie reflektiert die Zeit als Assistentin sehr ehrlich und beleuchtet dabei verschiedene problematische Perspektiven und Beziehungen. Denn auch die zu ihren Eltern, Kolleginnen und ihrem Freund ist von Ambivalenz geprägt.
Leider nahm mein Interesse am Buch ab der Hälfte doch nach und nach ab, da wirklich nur sehr wenig passiert und es auch am Ende nicht zu einem Plottwist kommt. Die ständigen Wiederholungen von "dazu später mehr" fand ich am Anfang gut, aber später doch zu häufig. Daher kann ich am Ende doch nur 3,5 Sterne vergeben, muss aber sagen, dass ich den Hate zum Buch echt nicht verstehen kann.
Ich bin ehrlich traurig. Ich habe 22 BAHNEN geliebt und mich über das neue Buch gefreut.
Aber DIE ASSISTENTIN ist einfach nur anstrengend. Die ständigen Wiederholungen, das Vorweggreifen von Ereignissen und dann doch „Aber das soll hier noch nicht Thema sein“ und eigentlich das komplette Fehlen einer Geschichte hat einfach keinen Lesespaß bereitet.
Auch die Protagonistin ist nicht zwingend eine Sympathieperson, sondern man möchte sie schüttelt und sie anschreien, doch bitte endlich zu gehen!
Die ersten beiden Bücher von Caroline Wahl mochte ich wirklich gerne, weshalb ich mir ihr gleich die Assistentin vorbestellt hatte. Allerdings ist dieses Mal der Funke leider nicht übergesprungen. Der Erzählstil war so ein Durcheinander, dass ich manchmal nicht wusste ob Charlotte die Erzählerin ist oder ob es da noch eine Metaebene darüber gibt. Ebenso wurde so oft die Handlung einfach vorweggenommen, was meiner Meinung nach die komplette Spannung zerstörte. Das Ende fand ich so abrupt, aber wahrscheinlich war das ja beabsichtigt so wie die Erzählung darauf angespielt hat.
Die Story ist an sich interessant. Eine Frau, die einen Job als Assistentin bekommt und die Entwicklung ihres Lebens in einem Jahr in dem sie diesem Job nachgeht. Männliches Ego, Psychische Krankheiten und Stressbedingte Zusammenbrüche, neben einer vermeintlich tragischen Liebesgeschichte. Hört sich an sich gut an. Aber die Art und Weise, wie das Buch geschrieben ist, ist nicht nur verwirrend, auf Dauer nervt es auch. Andauernde Wiederholungen, viel Foreshadowing und unzählige Raffungen. Für manche Leute mag dieser Schreibstil etwas besonderes sein, für mich war es anstrengend. Auch das Ende lässt zu Wünschen übrig. Ich würde diesen Roman nicht nochmal lesen.
„Die Assistentin“ von Caroline Wahl ist ein stilles, aber eindringliches Buch über Abhängigkeit, Anpassung und persönliche Grenzen. Die Hauptfigur wirkt nicht wie eine klassische Heldin, sondern wie ein echter Mensch mit Widersprüchen und Prägungen. Besonders stark ist die Dynamik zwischen ihr und ihrem Chef, die von Macht, Unsicherheit und unausgesprochenem Wissen geprägt ist. Sie erkennt seine Schwächen und sein destruktives Verhalten, bleibt aber dennoch, nicht aus Naivität, sondern aus tief verankerten Mustern. Das Buch zeigt sehr ehrlich, wie solche Verhaltensweisen entstehen und warum Menschen oft länger bleiben, als sie selbst möchten. Dabei verzichtet die Autorin bewusst auf einfache Lösungen oder moralische Bewertungen. Stattdessen entsteht ein Gefühl von Stillstand, das sich bei genauerem Hinsehen als innerer Prozess entpuppt. Die Geschichte macht deutlich, dass jeder Mensch seine eigene Grenze hat, die früher oder später erreicht wird. Dieser Moment wirkt nicht wie ein Scheitern, sondern wie ein möglicher Neuanfang. Ein starkes und authentisches Buch, das lange nachwirkt.
Eine riesengroße Fehlentscheidung…oder doch nicht?
In den ersten 160 Seiten des Buches habe ich mir auch gedacht: Was für eine Fehlentscheidung das Buch zu kaufen…obwohl ich bei einer Lesung von Caro Wahl so begeistert von der Idee und den gelesenen Ausschnitten war. Da ich selber auch als Assistentin arbeite, war ich gespannt, wie die Autorin das Geschichte von Charlotte weiter entwickelt.
Aber ab Seite 160 und dem Punkt, wo Charlotte die erste Assistentin wird, geht es, aus meiner Sicht, bergauf mit dem Schreibbstil und der Geschichte.
Klar, dieser Roman ist anders als „22 Bahnen“ und „Windstärke 17“ aber auch nicht so wahnsinnig schlecht, wie viele ihn beschreiben. Ich fand die Idee rund um den allwissenden Erzähler fast richtig gut und erfrischend (okay, ja…manchmal auch too much)
Ab einem gewissen Punkt konnte ich sehr, sehr gut mit Charlotte mitfühlen. Allein dieser innere Ehrgeiz alles gut, richtig und perfekt für den Chef zu machen, so dass er sich auf einen verlassen kann. Sicherlich ist mein Chef nicht so wie im Buch beschrieben, aber es gibt eben solche Chef‘s und ich finde es gut das Caro Wahl diese Thematik einmal
beleuchtet und darauf aufmerksam gemacht hat.
Allein, dass man damit rechnet, dass da jetzt eine richtig, richtig schlimme Sache passiert und am Ende, ja…ist es eigentlich gar nicht „richtig dramatisch schlimm“ aber in Summe doch furchtbar genug, was man alles akzeptiert um es einem Menschen Recht zu machen…seinen Job zu behalten und so in der Gesellschaft akzeptiert zu werden.
(Wie furchtbar waren bitte diese Eltern?!)
Ich hoffe man in etwa versteht, was ich damit sagen möchte.🧐
Fazit: Für mich nicht ihr bestes Buch, aber trotzdem ein guter, solider Roman bei dem das Lesen lohnt.
Für alle „Der Teufel trägt Prada“-Fans ein must read! Und auch sonst ein must-read.
Charlotte wollte eigentlich Musikerin werden, gibt diesen Traum aber auf und nimmt aus Vernunft einen Job in einem Münchner Verlag an. Dort arbeitet sie eng mit ihrem Chef zusammen, gewinnt sein Vertrauen und steigt in die Machtstrukturen auf. Dafür muss sie jedoch große persönliche Opfer bringen, kämpft hart und riskiert sogar ihre Gesundheit und ihre Beziehung zu Bo.
Der Schreibstil ist (wie schon in den vorherigen Büchern „22 Bahnen“ und „Windstärke 17“) sehr sprunghaft, wirkt hier jedoch noch einmal deutlich intensiver und stellenweise fast schon chaotisch. Immer wieder werden Handlungsstränge aus späteren Teilen des Buches vorweggenommen oder angeteasert, was einerseits Spannung erzeugt, andererseits aber auch zur Unruhe beiträgt. Insgesamt hinterlässt das einen rastlosen Eindruck, der jedoch erstaunlich gut zum Inhalt passt: Charlottes Leben ist geprägt von Stress, Überforderung und gedanklicher Zerrissenheit, was sich stilistisch widerspiegelt. Diesmal allerdings für meinen Geschmack etwas drüber war.
Auffällig ist auch die Art und Weise, wie Caroline Wahl männliche Charaktere einführt. Die männlichen Love-Interests bleiben eher im Hintergrund, werden subtil eingeführt und nehmen wenig Raum ein. Sie erscheinen aus der Perspektive der Protagonistin als Menschen, die zwar einen Platz in ihrem Leben haben, aber nicht zwingend im Zentrum stehen. Sollte eine Beziehung enden, wirkt das nicht übermäßig dramatisch, da Charlotte sich selbst stets an erste Stelle setzt.
Charlotte als Figur überzeugt dabei besonders. Ihre Entscheidungen sind nachvollziehbar, auch wenn man sich als Leser:in gelegentlich fragt, warum sie sich weiterhin in diesem Arbeitsumfeld aufhält und bestimmte Dinge über sich ergehen lässt. Doch genau diese Ambivalenz macht ihren Charakter glaubwürdig: die Hoffnung auf Besserung, der Wunsch nach beruflichem Erfolg und die Aussicht auf Aufstieg halten sie in dieser Situation gefangen.
Auch die Rolle ihrer Eltern ist interessant gezeichnet. Sie bewegen sich zwischen Unterstützung und Erwartungsdruck, stets mit dem Ziel vor Augen, dass Charlotte es „weit bringen“ soll. Problematisches Verhalten des Verlegers wird dabei teilweise ignoriert oder verharmlost, was zusätzlich verdeutlicht, woher Charlotte ihre eigene Haltung entwickelt hat.
Der Verleger selbst bleibt vor allem eines: unsympathisch. Seine Darstellung wirkt erschreckend realistisch und steht sinnbildlich für problematische Machtverhältnisse in vielen Arbeitskontexten.
Insgesamt gelingt es Caroline Wahl mit „Die Assistentin“, den Blick auf ein Thema zu lenken, das oft romantisiert wird, etwa durch „Der Teufel trägt Prada“, in Wahrheit jedoch ein ernstzunehmendes Problem darstellt. Hierarchische Strukturen, insbesondere mit männlichen Führungspersonen, gehen nicht selten mit übergriffigem Verhalten gegenüber jüngeren weiblichen Angestellten einher. Aussagen wie „Ist doch nur Spaß!“ spiegeln dabei häufig die Perspektive der Täter wider, während Betroffene still ausharren. Charlottes nüchterne Feststellung „Die Miete muss ja bezahlt werden“ bringt dieses Dilemma auf den Punkt. Die entscheidende Frage bleibt: zu welchem Preis?
Gute Autorin, aber das Thema hat mich leider gar nicht interessiert. Konnte mich nicht fesseln
Ich schätze Caroline Wahl eigentlich als sehr gute Schriftstellerin, aber bei diesem Buch wollte der Funke einfach nicht überspringen. Obwohl der Schreibstil wieder diese ganz eigene Qualität hat, konnte mich das Thema der Geschichte persönlich gar nicht interessieren.
Ich habe mich schwergetan, eine Verbindung zur Handlung oder den Charakteren aufzubauen, weshalb sich das Lesen (oder Hören) eher wie eine Pflichtaufgabe anfühlte. Für Fans der Autorin sicher einen Blick wert, aber inhaltlich war es für mich leider ein Griff ins Leere.
Fazit:
Handwerklich solide, aber thematisch nicht mein Fall. Mittelfeld mit Tendenz nach unten.
Wer dieses Buch liest, weil die bisherigen Bücher der Autorin so waren wie sie waren, wird sich möglicherweise irgendwo zwischen überrascht und enttäuscht wiederfinden, denn dieses Buch ist anders. Ja, da ist auch diese Art von Caroline Wahl mit Worten umzugehen. Aber während man bei den bisherigen Büchern vor allem Beobachter*in war, wird man hier immer wieder durch die Wand angesprochen, immer wieder gibt es Sprünge, Vorgriffe, immer wieder muss man sich mit dem befassen was sein wird, was gewesen wäre. Dazu wiederholen sich Dinge ständig. Die Erzählerin ist in ihren Aussagen dem Betrachter gegenüber wiederholt inkonsequent, kündigt das eine an und tut das andere.
Am Anfang musste ich hart kämpfen um dieses Buch nicht abzubrechen, mittlerweile bin ich mir sicher, genau dieser Kampf ist gewollt. Das Lesegefühl gibt 1:1 wieder wie unangenehm es sein muss, Charlotte zu sein. Und seit ich mich darauf eingelassen habe, war ich eben doch an Board bei diesem fortlaufenden Autounfall, der nicht nur das Verlagswesen mit seinen Untiefen, sondern auch wesentliche Fragen unserer Zeit, der Arbeitswelt und des Lebens als junger Frau verhandelt. Für mich war es alles in allem ein anstrengendes Experiment, das sich leider viel zu oft relatable angefühlt hat. Ich habs trotzdem nicht bereut, sondern nehme es vor allem als Anlass darüber nachzudenken, wie wir Menschen schwierige Phasen verhandeln, uns selbst oder Anderen gegenüber.
Einen halben Stern Abzug gibt's weil an manchen Stellen offensichtlich das sensitivity reading gefailed hat.
The author plays with the monotony of the hero’s life. Well done, but still not a read that makes you thrilled about reading. But in case you are part of a toxic work climate, there is a lot to feel familiar with.
Ich habe die Fassung gehört, die von der Autorin selbst eingesprochen wurde. Das empfehle ich nicht. Für mich war die Stimme sehr nervig, ich hab wirklich lang gebraucht um mich dran zu gewöhnen.
Die Geschichte selbst war nicht schlecht, aber deutlich schlechter als 22 Bahnen und die Protagonistin recht unsympathisch.
Ich muss gestehen, am Anfang… ja, ich wurde so richtig zickig beim Lesen, diese Wiederholungen, dieses Schnodderige. Aber im Verlauf, puh, das hat mich wirklich gepackt. Diese subtile Veränderung von Charlotte, ihr Ehrgeiz und ihre Verbissenheit, fast ein bisschen wie ein Spiegel 🪞 für mich.
Ich vermute, wer sowas im beruflichen nicht selbst erlebt hat, kann es nur schwer nachvollziehen.
Aber alles in allem ein Augenöffner, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen.
Ich muss gestehen, am Anfang… ja, ich wurde so richtig zickig beim Lesen, diese Wiederholungen, dieses Schnodderige. Aber im Verlauf, puh, das hat mich wirklich gepackt. Diese subtile Veränderung von Charlotte, ihr Ehrgeiz und ihre Verbissenheit, fast ein bisschen wie ein Spiegel 🪞 für mich.
Ich vermute, wer sowas im beruflichen nicht selbst erlebt hat, kann es nur schwer nachvollziehen.
Aber alles in allem ein Augenöffner, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen.
Wie schwer es sein kann, einem toxischen Arbeitsumfeld zu entkommen – und dabei auch sich selbst zu finden – beschreibt Caroline Wahl in Die Assistentin eindrücklich – und zeigt, dass es oft schwieriger ist, als man denkt.
Die Protagonistin kämpft mit ihrem völlig unberechenbaren Chef, aber auch mit sich selbst: ihrem Ehrgeiz und der Emanzipation von ihren Eltern. Das Buch hat etwas bewusst Chaotisches. Immer wieder durchbricht die Autorin die vierte Wand – mit kurzen Zusammenfassungen und Vorschauen. Obwohl diese irgendwann vorhersehbar sind, treffen sie mich jedes Mal unvorbereitet. Eben wie die Ausbrüche des Chefs Charlotte treffen. Mal wirken sie wie Gedanken der Autorin, mal wie Anmerkungen des Lektorats.
Dieses Stilmittel und das emotionale Auf und Ab der Protagonistin machen den Roman für mich aus. Im Nachhinein merke ich, wie gut es gelingt, mich in die Handlung hineinzuziehen. Charlotte nervt manchmal, manchmal nicht – manchmal versteht man sie, manchmal nicht. Gerade dadurch schwingt man mit ihren Emotionen gut mit.
22 Bahnen und Windstärke 17 waren absolute Highlights für mich. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an "Die Assistentin". Besonders den Schreibstil fand ich in den Büchern unfassbar toll. Leider war der in diesem Buch nicht mehr wiederzufinden. Es war komplett anders und hat mir persönlich leider nicht so sehr gefallen. Das ständige Vorgreifen in der Handlung und die häufigen Wiederholungen haben mich einfach nur genervt (es wurde aber im Verlauf des Buches meines Erachtens besser, am Anfang ist mir das wirklich extrem aufgefallen). Ich habe das Gefühl, beides wurde hier bewusst plump eingesetzt und war mir einfach zu viel. Dadurch war die Erzählung sehr sprunghaft und durcheinander und ich hatte das Gefühl, statt eines roten Fadens ein verheddertes Knäuel vor mir zu haben 🧶 Die Geschichte an sich hat mir aber ganz gut gefallen und hintenraus wurde es auch besser. Vielleicht hab ich mich aber auch mit der Zeit etwas eingegroovet😅 für mich also eine eher durchwachsene Leseerfahrung. Weiterempfehlen würde ich es eher eingeschränkt und auf keinen Fall sollte man ein ähnliches Werk wie die ersten beiden Bücher erwarten. Ansonsten ist wahrscheinlich, wie bei mir, die Enttäuschung vorprogrammiert.
Ich habe mich nach den anderen beiden Romanen von Caroline Wahl sehr auf das Buch gefreut. Man erkennt ihren Stil wieder, was mich gefreut hat. Allerdings passiert in dem Buch wirklich nicht viel, ich habe ca. 100 Seiten gebraucht um reinzukommen. Die Handlung ist monoton, das Ende in 3 Seiten abgehandelt.
Ich verstehe die Botschaft, die das Buch senden möchte. Ich finde die nur sehr flach umgesetzt…
Nach den beiden großartigen Romanen „22 Bahnen“ und „Windstärke 17“ habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Den Schreibstil von Caroline Wahl finde ich einfach unglaublich spannend und besonders. Aufgrund der eher mittelmäßigen Bewertungen habe ich „Die Assistentin“ dann allerdings doch eine ganze Weile ungelesen im Regal stehen lassen – im Nachhinein ein klarer Fehler.
Denn auch dieses Buch hat mich wieder absolut überzeugt. Der Schreibstil ist zwar etwas anders als in ihren vorherigen Werken, aber genau das empfand ich als erfrischend. Besonders interessant fand ich die Erzählweise: Immer wieder werden zukünftige Ereignisse angedeutet, sodass man als Leser bereits eine Ahnung davon bekommt, was im Laufe der Geschichte passieren wird. Das erzeugt eine ganz eigene Spannung.
Wichtig ist dabei, die Bücher nicht direkt miteinander zu vergleichen, da jedes für sich auf seine eigene Weise funktioniert. Vielleicht spielt auch eine Rolle, dass ich ungefähr im gleichen Alter wie die Autorin bin und mich deshalb besonders gut in die Gedanken und Probleme der Protagonistin hineinversetzen konnte.
Für mich war auf jeden Fall auch dieses Werk wieder wunderbar, und ich freue mich jetzt schon auf alles, was noch von ihr kommen wird 🥔
Rezension: Die Assistentin
⭐⭐⭐ (2,5)
Als Buch
Worum geht’s?
Charlotte trifft eine Entscheidung , eine Fehlentscheidung. Sie bewirbt sich auf einen Assistentinnenjob in einem Münchner Verlagshaus, bekommt den Job und möchte dabei doch so gern Musik machen. Fehlentscheidung eben. Oder? Ein Hoch folgt, ein Bo folgt, ein Tief folgt und schließlich: Nervenzusammenbruch.
Positives?
Positives. Wo fängt man da an? Charlotte Scharf ist auf jeden Fall eine Charakterin, die realistisch porträtiert wird. Sie ist nicht übermäßig perfekt, nörgelt und dreht sich, wie wir alle, regelmäßig im Kreis ihrer eigenen Sorgen.
Wir sind Teil eines sehr intensiven Lebensabschnitts und man möchte eigentlich, dass es ihr gut geht. Das Buch fühlte sich an manchen Stellen an, als würde ich mir die Audios meiner besten Freundin anhören, die noch nicht angekommen ist, es aber selbst herausfinden muss.
Wie in den Büchern 22 Bahnen und Windstärke 17 dreht es sich wieder um Familiendynamik. Diese ist in Die Assistentin ordinärer und spricht dadurch eine breitere Leserschaft an. Die Eltern-Kind-Dynamiken kommen einem oftmals selbst bekannt vor und man ertappt sich manchmal selbst und denkt sich: oh ja, relatable …
Die Thematisierung von mentaler Gesundheit hat mir gefallen, auch wenn ich kein Fan von den zwei, drei Stellen bin, in denen es ums Ritzen geht. Diese Stellen hätten auch draußen bleiben können; Charlotte verletzt sich nicht selbst und es ist dann doch einfach irritierend. Burnout und Depressionen sind eine große Sache in Charlottes Leben und da finde ich die Repräsentation eigentlich gelungen, da sie sehr nah an der Realität ist.
Negatives?
Oh je … Ab den letzten 120 Seiten wird es gut, wirklich!!!!
Caro Wahls Schreibstil ist ungewöhnlich, das ist mittlerweile bekannt, doch schafft sie es eigentlich immer wieder, Geschichten zu erzählen, die einen mitnehmen. Geschichten, die einen emotional auf eine Reise mitnehmen, die man nicht aus der Hand legen will, weil ich doch wissen muss, wie es dem Hauptcharakter am Ende geht …
Die Assistentin fühlt sich an, als hätte das Lektorat das gelesen, durchgeatmet und sich gedacht: „Joa, nee, wir lassen das jetzt so, scheiß drauf.“ Die Stilmittel fühlen sich dieses Mal so erzwungen an. Ständige Wiederholungen, die einfach den Lesefluss stören, Füllwörter, die wirken, als ob die Autorin das Buch im Auto in ihre Notizen-App gesprochen hätte. Eine Unnatürlichkeit, die einfach nervig und störend ist.
Das Brechen der vierten Wand hätte cool sein können, wenn sich das Buch dadurch nicht ständig selbst gespoilert hätte … Zwischen den ganzen „dazu später mehr“ und „das wusste Charlotte da noch nicht“ fehlt einfach die Geschichte. Wenn ich die Love Interest einführe und schon sage, dass er verschwindet, fragt man sich, warum man es eigentlich liest.
Das Buch hätte 200 Seiten haben können und wäre perfekt gewesen, aber, wie die Autorin selbst schreibt, war Novellenlänge nicht optimal. Kurzum: Es fühlt sich künstlich, nervig und langatmig an. Und dann kommt Seite 280 und alles ändert sich? Die verhassten Stilmittel werden weniger??? Die Geschichte nimmt endlich Fahrt auf? Das sollte eigentlich nicht der Grund sein, warum ich weiterhin dranbleibe …
Empfehlung?
Ganz ehrlich? Wahrscheinlich nicht. Ich liebe Wahls 22 Bahnen und Windstärke 17, habe mich auf Die Assistentin gefreut wie ein Flitzebogen und wurde so bitter enttäuscht. Das Hörbuch ist eine Qual und das Buch na ja, ich muss mich nicht wiederholen.
Dieser Roman ist bei einigen nicht gut angekommen. Das Buch ist sicher kein Kassenschlager, denn hier trennt sich die Leserschaft.
Worum geht es: um eine junge ehrgeizige Frau, die in einem Unternehmen verheizt wird. Letztendlich landet sich im Burn Out. Für mich auch eine Kritik am System, Angst gekündigt zu werden, darf man nein sagen, wenn andere einem Normalität suggerieren. Man will die Wohnung nicht verlieren, auf eigenen Füssen stehen. Beziehung bleibt auf der Strecke, der Rettungsanker ihre Musik, wird sie aus dem Sumpf ziehen. Eltern überfordert.
Der Schreibstil ist ein Sammelsurium von Vorschau und Rückblick, Kommunikation mit dem Leser etc.
Für mich ein reifes Buch - ich fand es bis auf ein paar Längen mit denen ich haderte, genial.
Aber ich war auch Assistentin jahrelang und lag selbst mit Herzrasen abends im Bett. Daher - meinen Nerv hat es getroffen.
ich kann da leider garnicht so viel zu schreiben wie sonst..
die geschichte und handlung sind total realistisch und authentisch aus dem alltag zwischen bürojob und unprofessionellem chef, ich hab die geschichte an sich ziemlich nachvollziehbar und wichtig gefunden.
ich bin anders als in 22 bahnen leider aber persönlich nicht mit dem schreibstil warm geworden sodass ich es nicht fertig gelesen habe.
Das war eine ziemliche Achterbahnfahrt. Am Anfang war ich sehr verwirrt von dem doch sehr außergewöhnlichen Erzählstil. Ich habe mich gefragt, was das genau soll und ob die Autorin sich einen schlechten Scherz erlaubt hat. Teilweise hat man sich ein bisschen verarscht gefühlt 😂
Story-technisch war ich jedoch schnell drin. Der Schreibstil hat nicht nur für Verwirrung gesorgt, sondern für mich auch das Chaos in Charlottes Gedanken- und Arbeitswelt unterstrichen.
In der Mitte gab es nochmal ein kleines Spannungstief, danach wurde es aber wieder besser.
Ich liebe die Motive in den Büchern von Caroline Wahl, die immer wieder auftauchen: die Liebe zum Wasser, nostalgische Momente wie das familiäre Zusammensein und die Bedeutung eines liebevoll gedeckten Abendbrottisches.
Es war auf jeden Fall mal etwas ganz anderes. Muss man mögen. Ich konnte mich relativ schnell mit dem Stil anfreunden, auch wenn ich ihn nicht durchgehend angenehm fand.
Leider habe ich das Hörbuch nach zweieinhalb Stunden abbrechen müssen. Die ständigen Wiederholungen, die Verzögerung der Handlung … Mit diesem Roman hat sich die Autorin keinen Gefallen getan. Auch das Lektorat scheint geschlafen zu haben, oder konnte zur Autorin nicht durchdringen. Schade. Ihre beiden anderen Romane waren recht gut.
Fast hätte ich mich von der Welle treiben lassen...
Den ganzen negativen Bewertungen zum Trotz habe ich mich für das Buch entschieden, weil mich die ersten beiden Werke unglaublich eingenommen haben und ich mir nicht vorstellen konnte, dass mich das dritte Werk weniger beeindrucken könnte, liebe ich Wahls Art und Weise zu schreiben doch.
Das erste Drittel verlief unglaublich schleppend: Wiederholungen, uninteressante Nebeninfos, kein Zugang zur Protagonistin.
Weglegen wollte ich das Buch nicht. Da war irgendwas: Wahls Art und Weise zu schreiben.
Genau die ließ mich dranbleiben und was soll ich sagen?!
Es wurde gigantisch. Der Zugang war da. Die Wiederholungen machten Sinn. Die Prolepsen wurden immer greifbarer und verständlicher. Die Protagonistin tat mir unglaublich leid, ihr Handeln erschien leider nachvollziehbar und das Aufzeigen des Patriarchats in seiner Bestform hinterließ Übelkeit.
Ich bleibe weiterhin Fan dieser Autorin!
Caro Wahl hat einen besonderen Schreibstil, der die Leserwelt zu spalten scheint. Ich war großer Fan von „22 Bahnen“ und „Windstärke 17“. Mit „Die Assistentin“ hat Wahl in meinen Augen ein wundervolles neues Buch geschrieben, das irgendwie genau wie die Vorgänger, aber irgendwie auch ganz anders ist.
Man muss es wohl für sich ausprobieren, ob einem der Stil zusagt oder eben nicht.
Die Geschichte ist glaubhaft, die Figuren gut gestaltet. "Das ist eure Bibel!" Diese Worte kommen von der alten Assistentin an die Neuen. Sehr präzise ist dort dargestellt, wie Ugo Maise umsorgt werden will. Salatbowl, die nicht gemischt sein darf, Nudelsuppe ohne Nudeln, usw... Das sind noch die einfachen Dinge. Schnell wird der neuen Assistentin klar, sie muss den Verleger umsorgen, bewundern, seine Launen ertragen, seine "zufälligen" Berührungen, seine Fragen nach ihrem Privatleben. Charlotte spielt mit, entwickelt noch mehr Ehrgeiz, um Ugo Maise alles recht zu machen. Schließlich will sie die Eine sein. Doch um welchen Preis?
Aber der ganze Roman ist ein bisschen wild. Irgendwie ganz gut rübergebracht mit den Eltern, aber die Emotionen waren so distanziert und es ging alles ein bisschen schnell. Den Schreibstil fand ich anstrengend.
Der dritte Roman von Caroline Wahl hat mich mal wieder vollends abgeholt und ich habe erst nach Lesen des Buches überhaupt gesehen dass es wohl dazu große Kritik gab.
Ich, für meinen Teil, ich habe das Buch verschlungen und sehr genossen zu lesen. Der Schreibstil ist modern als auch flüssig. Die Autorin spricht die Leserschaft immer wieder direkt an und gibt auch kleines Foreshadowing was passieren wird. Mir persönlich hat das gut gefallen und ich kann mir den Schreibprozess der Autorin noch besser vorstellen. Auch die Gedanken die sich Carolin Wahl vermutlich gestellt hat, sind gut eingearbeitet.
Das Thema Machtmissbrauch wird spielerisch erzählt und hält der Gesellschaft den Spiegel vor. Seien es die Eltern, die den Verleger immer wieder ins Schutz nehmen oder auch Charlotte selber, die sich beweisen möchte. Ein komplexes Thema, wo sich gegenseitig der Ball hin und her gespielt wird. Cross, Longline, Cross. (Achtung, Insiderjoke).
Ein Satz aus dem Buch der mich nachgänglich "Wann fängt eigentlich sexuelle Belästigung an?" und wo fängt Machtmissbraucht an?
Kurz und knapp: Die Assistentin ist ein Buch, das zum nachdenken einlädt. Daher meine klare Empfehlung für die Lesemäuse da draussen.
Ach, irgendwie hatte das Buch was.. völlig ungewöhnlich geschrieben, ein ganz eigener Sound, so einiges was nervt.. aber am Ende stelle ich fest, dass hier viele Experimente drin stecken, die Metaebene irgendwie was hatte und es eine Geschichte der Befreiung ist. Wenig blümerant, mit ermüdenden Wiederholungen, aber: irgendwie auch cool! Bin noch etwas unentschlossen, aber nur genervt hat es mich nicht- etwas hat mich ja weiterlesen lassen und der Sound passt auch ganz gut zum Inhalt.
Ich habe das Buch an zwei Tagen wie in einem Rausch gelesen. Der Schreibstil von Caroline Wahl war auch bei ihren Vorgänger Romanen sehr eigenwillig. Hier hat sie es nochmal getoppt. Ich wusste lange nicht, ob ich diese Art der Erzählung mag. Diese ständigen Wiederholungen und die Vorwegnahme des Geschehens mit Spoilern hat mich am Anfang eher genervt. Aber es passte zu der schwierigen Protagonistin und der ( vermutlich) chaotischen Verlagswelt und dem unberechenbaren Verleger. Ich wurde grandios gut unterhalten.
Ich verstehe warum viele das Buch anstrengend fanden. Es war auch kein bisschen unvorhersehbar, da die Autorin wirklich alles gespoilert hat. Aber irgendwas hat mir das Buch doch gegeben, ein gewisses Gefühl der Sicherheit. So nach dem Motto: alles ist doch irgendwie vorhersehbar. Irgendein friedliches Gefühl in doch so viel Stress.
Leider bin ich mit „Die Assistentin“ nicht warm geworden. Der Schreibstil hat mich total von der eigentlichen Story abgelenkt. Diese fand ich auch recht platt und hat mir, im Gegensatz zu Caroline Wahls anderen Büchern, kein Gefühl vermittelt.
Also ich bin ehrlich: ich habe dieses Buch nach circa 20 Seiten abgebrochen. Was ist da nur passiert, ich habe die beiden ersten Romane von Caroline Wahl inhaliert und mich unendlich auf diesen Roman gefreut.
Aber ich kam überhaupt nicht in die Geschichte. Meiner Meinung nach ist dieses Buch total umständlich geschrieben, verschachtelte Sätze, vermeintlich „witzige“ Wortspiele (Spoiler: die aber nicht witzig sind), ich bin wirklich sehr enttäuscht. 😞