So kurzweilig kann eine Poetikvorlesung sein? Wir können uns zurücklehnen und das grandiose Ergebnis harter Arbeit genießen. Einfach genial, diese Aufgabenteilung!
So kurzweilig kann eine Poetikvorlesung sein? Barbi Marković macht es einfach vor: sie pflückt aus Städten, aus ihrer Schreibsituation, aus anderer Leute Bücher, aus ihren eigenen Werken, aus Computerspielen - und fertig ist der leckere Obstsalat aus „Stehlen Schimpfen Spielen“. Wobei sie natürlich immer wieder klar macht, dass das alles vielleicht einfach so gemacht werden kann, damit aber noch längst keine einfache Sache ist. Ein Buch ist neben allem Spaß, den wir besonders als Lesepublikum erleben, eben auch Arbeit. Aber zum Glück nur für die Autorin, die sich damit und mit ihren gemischten Gefühlen zum Schreiben in der Zweitsprache, zum Schreiben als Broterwerb, zum fiktional-phantastischen Schreiben und mit vielen anderen Themen auseinandersetzt. Wir, die Leser*innen, können uns zurücklehnen und das grandiose Ergebnis genießen. Einfach genial, diese Aufgabenteilung! (Wenn nur die verdammten Prüfungsaufgaben am Ende der Kapitel nicht wären 😬) Kostprobe nach Markovićs Erläuterung, warum sie nicht gern stiehlt oder lügt: „Außer beim Schreiben. Im Text gelten andere Regeln. Ich stehle, ohne jemandem etwas wegzunehmen, und ich lüge, um die Wahrheit besser zu treffen. Denn wenn du einen Text stiehlst, so wie ich das praktiziert habe, bleibt der alte Text bestehen, und es entsteht ein zusätzliches Werk. Ich meine nicht, jemandem die Idee zu stehlen, bevor sie verwertet wurde. Und auch nicht, heimlich eigene Sätze mit geileren Adjektiven zu schmücken. (Wobei, warum nicht?)“ Enjoy!




