
Lisa Roy versucht in diesem Roman das Lebensgefühl der Millennials einzufangen: Orientierungslosigkeit, Selbstfindung, Beziehungen, Schwangerschaft, Zukunftsängste – eigentlich Themen, die viel Potenzial mitbringen. Im Mittelpunkt steht Jana, fast dreißig, frisch getrennt, ungeplant schwanger und irgendwie festgefahren im Leben. Als sie in einem Kölner Imbiss auf Miral trifft, die scheinbar das komplette Gegenteil von ihr ist, entsteht spontan ein Roadtrip nach Italien, der für beide eine Art Wendepunkt werden soll. Ich hatte mir von der Geschichte eine emotionale Reise erwartet, auf der Jana mehr zu sich selbst findet und am Ende irgendwie klarer durchs Leben geht. Leider konnte mich das Buch aber nicht wirklich erreichen. Ich habe die Botschaft dahinter zwar verstanden, aber die Art, wie sie erzählt wurde, war einfach nicht meins. Viele Szenen wirkten auf mich eher merkwürdig als tiefgründig und besonders die Beziehung zwischen Jana und Miral blieb für mich schwer greifbar. Vielleicht hätte ich mich vor ein paar Jahren noch mehr darin wiedergefunden, aber als Enddreißigerin hat mich vieles eher distanziert zurückgelassen. Was mich zusätzlich gestört hat, waren die vielen englischen Phrasen und Zitate mitten im Text. Nicht, dass ich sie nicht verstanden hätte, aber sie wirkten oft eher gewollt cool als natürlich und haben mich immer wieder aus dem Lesefluss gebracht. Es gab durchaus einzelne Gedanken und Momente, die ich mitnehmen konnte, aber insgesamt hat mir die Geschichte leider nicht viel gegeben. Für mich deshalb eher eine enttäuschende Lektüre und keine Empfehlung.



