Kampf um politische und ästhetische Vormacht im Florenz des 16. Jahrhunderts
*Spoilerfreie Rezension* Florenz im 16. Jahrhundert: Der Maler Jacopo da Pontormo wird brutal ermordet aufgefunden, Teile seines Werks sind übermalt. Der Herzog von Florenz, Cosimo de‘ Medici, leitet Ermittlungen ein, während seine Verwandte, Catherine de Médicis, Königin von Frankreich, gegen Florenz und seine Macht intrigiert - wobei Cosimos Tochter Maria zwischen die Fronten gerät und zum politischen Spielball wird. Es offenbaren sich diverse Kämpfe um Macht, gegen Zensur und für die Schönheit. Auch der in Rom arbeitende Exilflorentiner Michelangelo mischt mit. Während der Mord an Jacopo untersucht wird und weitere mysteriöse Geschehnisse in Florenz aufgedeckt werden, entbrennen im Übergang von der Renaissance zum Manierismus hitzige Diskussionen um Ästhetik: Was darf Kunst? Was soll Kunst? Was ist schön? In Form eines geschickten und spannend aufgebauten Briefromans offenbaren sich diverse ‚Perspektiven‘ auf Macht, Kunst, die Rolle der Frau, Religion und Ästhetik. Geschickt nutzt Binet, wie auch in vorangehenden Werken wie „Eroberung“, die literarische Form, um Kontroversen zu generieren, parallel zu erzählen und dabei Spannung aufzubauen und durch diverse Wendungen aufrecht zu halten. Ein spannendes und formal wie sprachlich durchweg überzeugendes Werk.







