21. Mai
Rating:4.5

Eine emotionale und ehrliche Familiengeschichte

Zu Beginn der Geschichte begleiten wir Issa, die im Flugzeit nach Kamerun sitzt und versucht gegen ihre frühen Schwangerschaftsbeschwerden anzukämpfen. Wie die Tradition es verlangt, wird sie in ihrem Geburtsland mehrere Rituale durchlaufen, die ihr eine gesunde Schwangerschaft und dem Kind ein langes Leben bescheren sollen. Im Laufe des Buches erfahren wir viel über die Kultur und Traditionen in Kamerun und vor allem über Issas weibliche Verwandte. Die Geschichten sind erschreckend, emotional und packend. Ich musste trotzdem einige Male pausieren und das Gelesene sacken lassen. Es ist keine leichte Kost aber dranbleiben lohnt sich. Der Schreibstil ist geprägt von einer nüchternen Ehrlichkeit, mit der die Geschichten von Issa Vorfahren erzählt wird und Issas moderner und humorvoller Perspektive.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
15. Mai
5 Generationen zwischen Spiritualität, Patriarchat und deutschem Kolonialismus 
(World-Challenge 16|194, neu 🇨🇲)
Rating:4

5 Generationen zwischen Spiritualität, Patriarchat und deutschem Kolonialismus (World-Challenge 16|194, neu 🇨🇲)

Geplagt von Schwangerschaftsübelkeit unternimmt Protagonistin Issa einen Flug von Frankfurt in ihr Heimatland Kamerun, um sich einem „schamanistischen Ritual“ zu unterziehen. Der Grund: Ihre Mutter hat davon geträumt, dass Issa während der Geburt verstirbt – was nur verhindert werden kann, wenn sich Issa mit ihren Ahnen gutstellt. Die Autorin Mirrianne Mahn, selbst in Kamerun geboren und wohnhaft in Deutschland, schafft es, diese Handlung nicht absurd darzustellen, sondern mit Respekt und Verständnis für andere Lebenswelten. Die Protagonistin hadert mit ihrer Herkunft, fühlt sich weder zu Deutschland noch zu Kamerun gänzlich hingezogen. Kann es zwei Heimaten geben? Mahn offenbart schonungslos die Herausforderungen in beiden Ländern, wobei sie nicht oberflächlich wertet, sondern Issa einen angenehmen Humor und Sarkasmus verleiht. So freut sie sich beispielsweise (als „typische Deutsche“) wenigstens den Vorstand der Schamanen kennenzulernen oder berichtet darüber, wie sie freudig vom Priester in Deutschland empfangen wurde, weil er sich die Schminke für die Heiligen Drei Könige nun sparen konnte. Gleichzeitig ist der Roman sehr warmherzig, denn Familie spielt eine große Rolle. In Kamerun trifft Issa auf so viele Familienmitglieder, dass man fast die Übersicht verliert -ein spannender Kontrast zu den doch überschaubaren Familienverhältnissen in Deutschland. Respekt gegenüber den Älteren spielt eine große Rolle – ebenso wie Spiritualität, die sich in verschiedenen Ritualen zeigt, die Issa erlebt: Anstelle der Götter werden die Ahnen verehrt, die als Babys wiedergeboren werden. Deshalb müsse Babys besonders viel Respekt entgegengebracht werden, weil sie noch Kontakt zum Jenseits haben. Issa erlebt somit einerseits starken Druck durch die Älteren, fühlt sich aber auch geborgen. Ein Beispiel sind die vielen Hausgeburten, die in dem Roman beschrieben werden. „Issa“ ist aber auch ein Roman, der die Vergangenheit Kameruns beleuchtet. Wir folgen vier Müttergenerationen und erleben die Gewalt der Männer in patriarchalen Verhältnissen, den deutschen Kolonialismus sowie die wachsende Begeisterung für das Leben in Europa, was zu einem Gefühl der Entwurzelung und zu Generationenkonflikten führt. Die Selbstermächtigung der Frau spielt eine große Rolle und hier liegen die besonderen Stärken des Romans. Deshalb hätte ich gerne diese vier Zeitlinien intensiver kennengelernt, denn vor allem die letzten beiden werden kaum beleuchtet und eher hastig abgeschlossen. Hier wurde meiner Meinung nach Potenzial nicht genutzt. Gerade weil der deutsche Kolonialismus immer noch kaum im Bewusstsein vieler ist: „Das war es also, was es bedeutete, wenn Weiße sich untereinander stritten. Feuer, Vernichtung, keine Gnade (S. 217)“ „Issa“ zeigt, wie eng Familie, Kolonialgeschichte und Identität miteinander verwoben sind — und warum Deutschland sich noch viel stärker mit Kamerun beschäftigen sollte. Auch lohnt es sich, Mirrianne Mahn als Aktivistin kennenzulernen – eine sehr spannende und wichtige Stimme in unserem Diskurs über Diskriminierung und Postkolonialismus.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
6. Mai
Rating:5

Unbedingt lesen 🥺

Oh man, wie ich diese generationsübergreifenden Bücher liebe! Ich hab’s so vermisst, endlich mal wieder ein Buch zu lesen, was mich richtig packt und mir der Inhalt auch bildlich übermittelt wird! Jede Geschichte dieser Frauen aus über der letzen 110 Jahre hat mich so so berührt und kann es wirklich nur empfehlen🫶🏻🥺

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
29. Apr.
Rating:5

Ein Meisterwerk!

Das ist meine erste Review auf dieser App – vermutlich auch die letzte, da ich meine Bewertungen eigentlich lieber für mich behalten wollten. Dieses Buch allerdings ist so emotional, bewegend und Augen öffnend, dass ich unbedingt eine Rezension hinterlassen muss! Sehr selten hat es eine Geschichte geschafft mir Tränen in die Augen zu treiben und gefühlt bereits im nächsten Satz für einen Lacher zu sorgen. Ich kann es nicht wirklich beschreiben aber es ist grandios geschrieben und thematisiert wichtige Teile der deutschen Geschichte, die jede:r wissen sollte. Absolute Empfehlung.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
28. Apr.
Rating:5

Ein Buch über unglaublich starke Frauen

Ich bin sehr, sehr beeindruckt von diesem Buch. Reiste Issa als verunsicherte und zerrissen junge Frau nach Kamerun. Kommt sie als selbstbewusste und verwurzelte Frau zurück nach Deutschland. Als stolze Frau, mit dem Bewusstsein eine Tochter, Eine Enkelin, eine Ur-Enkelin und Mutter zu sein. Eine einmalige Frau, die endlich etwas Frieden gefunden hat. Das ganze Buch besteht aus unglaublich vielen starken Frauen.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
25. Apr.
Rating:5

so ein wichtiges, informatives buch über mehrere generationen von frauen und transgenerationale traumata

ein wow-debüt – das würde eigentlich schon reichen! so viele themen werden in diesem buch aufgemacht, die unfassbar interessant und oftmals auch unterrepräsentiert sind. aber mal von vorne: es geht um issa, die protagonistin, um deren schwangerschaft es hauptsächlich geht. es werden jedoch in zeitsprüngen in die vergangenheit erzählstränge aufgemacht, die von ihrer mutter über ihre großmutter bis hin zu ihrer urgroßmutter führten, und dabei vieles über ihre familiengeschichte preisgeben. issa ist die erste der frauen, die in deutschland aufgewachsen ist, da ihre mutter „bessere chancen“ für ihre tochter wollte – daraus entstanden tief verwurzelte konflikte in der familie, die issa im laufe ihres besuchs in kamerun erfährt. kamerun besucht sie dabei eigentlich nur, weil ihre mutter sorgen hat, wegen issas schwangerschaft und daher möchte, dass issa diverse rituale durchführt. gleichzeitig kommt es issa aber auch gelegen um abstand von ihrem partner und ihrer mutter zu gewinnen und sich über einiges klar zu werden. ich fand es beeindruckend, wie verwoben die geschichten all dieser starken frauen waren und wie sehr sie sich für ihre unabhängigkeit im rahmen ihrer möglichkeiten einsetzten. jede trägt ihre eigenen erfahrungen und schmerzlichen erinnerungen aus ihrer vergangenheit – sei es durch den kolonialismus, unterdrückung, gewalt, wie sich die frauen teilweise in einer art schwesternschaft gegenseitig durch die schwierigsten umstände trugen. auch die zerrissenheit von issa durch ihr aufwachsen in deutschland, ist schmerzhaft zu lesen. in kamerun wird sie nie als eine ihres volkes angesehen, in deutschland fühlt sie sich ebenso wenig zugehörig. als lebe sie zwischen den welten und sei für keine je gut genug. sie verspürt den sehnlichen wunsch, endlich ihren eigenen weg zu finden. das buch ist wirklich so bereichernd und informativ, gleichzeitig aber auch sehr emotional. ich konnte viel lernen, habe viel gefühlt und dabei so eine bewunderung für all diese frauen empfunden. es zeigt, wie wichtig es ist, die eigene geschichte zu kennen, um zu verstehen, wieso menschen sind, wie sie sind. und es zeigt, dass man selten alleine ist, auch wenn es sich manchmal so anfühlt.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
23. Apr.
Rating:5

Erschütternd, bedrückend und eindringlich

Dieses Buch ist ein Kracher - in Form eines Werkes was so beeindruckend ist obgleich seiner Grausamkeit und des Wissens das es Realität ist - keine ausgedachte Fantasy Welt in der wir träumen und am Ende wissen das alles nur in unseren Kopf besteht. Nein Issa kommt mit all dem Wissen um Kameruns Geschichte und die ihrer Frauen , um Unterdrückung, Flucht und Widerstand, alte Rieten und Bräuche , verworfene Gepflogenheiten der Vergangenheit und dem stetigen Kampf der Frauen . Mit Issa wurde eine Geschichte geschrieben die uns inne halten lässt, trauern , hoffen und bangen und den Schmerz über die Taten unsrer ahnen uns bewusst macht . Issa ist der Kampf Kameruner Frauen auf der ganzen Welt , ein geflochtener Zopf aus vergangenen, dem jetzigen und der Zukunft . Danke für jedes Wort ! Issa ist eine junge Frau die als Kind mit ihrer Mutter aus Kamerun kam und die nun schwanger von eben dieser Mutter zurück geschickt wird in die Heimat ihrer ahnen zu ihren Verwandten um das böse von der Schwangerschaft zu nehmen. Wir bekleiden Issa auf ihren Weg und nehmen Anteil an dem was war und was ist und was kommen wird.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
7. Apr.

Mir fällt die Meinungsbildung zu dem Buch überraschend schwer. Das liegt wohl daran, dass mich zwar einerseits die Prosa nicht angesprochen hat, aufgrund der Themen aber dennoch maximale Betroffenheit bei mir ausgelöst wurde. Das Buch ist wichtig. Es ist geprägt von weiblichem Schmerz und Leid, da vor allem patriarchale Praktiken wie Kinderehe und einseitige Polygamie, aber auch deutscher Kolonialismus und Krieg im Vordergrund stehen. Mehr als einmal musste ich das Buch beiseite legen, weil ich emotional eine Pause gebraucht habe. Dabei verlässt sich Mirrianne Mahn nicht auf billige Schockmomente, sondern gibt einfach unbeschönigt Lebensrealitäten wieder, die wir uns nicht im Ansatz vorstellen können. Es ist ein wirklich lesenswertes Buch und ich kann selbst noch nicht richtig einordnen, was mich technisch stört. Vielleicht habe ich Literatur erwartet, während der Roman einen anderen Anspruch hat, und zwar den, möglichst echt zu sein. Und das hat er definitiv geschafft.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
4. März
Rating:4.5

Frau sein im Kontext derer, die vor uns kamen und ihrer Wunden und Taten

Mit sprachlicher Leichtigkeit öffnet die Autorin uns neue Perspektiven auf die Themen Mutterschaft, kulturelle Wurzeln, koloniale Vergangenheit, Migration, Selbstbestimmung und Frausein im Kontext der Schicksale der Frauen, die in unserer Herkunftsfamilie vor uns kamen. Dieses Buch schafft es zu vereinen, denn in den Fragen rund um weibliche Identität und Verletzlichkeit im Spannungsfeld zwischen Mutter- und Tochtersein konnte ich mich sehr wiederfinden. Gleichzeitig habe ich durch den kulturellen Kontext, den die Autorin in ihrem Werk schafft unglaublich viel gelernt, auch über die Verantwortung im Rahmen unserer kolonialen Vergangenheit, der es sich zu stellen gilt. Ganz nachdrückliche Leseempfehlung.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
4. März
Rating:4

Starke, kämpferische Frauenfiguren

Issa ist schwanger und wird von ihrer Mutter nach Kamerun geschickt, um dort die traditionellen Rituale zum Schutz ihres Babys zu bekommen. Es wird nicht nur eine Auseinandersetzung mit sich selbst, sondern auch mit der Geschichte der Frauen vor ihr … ‚Issa‘ ist wieder ein Buch für einen Buchclub gewesen und ich bin schon sehr gespannt auf die dazugehörigen Diskussionen. Die Geschichte lässt sich schnell und gut weglesen, zum einen, weil sie nicht zu anspruchsvoll geschrieben ist, zum anderen, weil die Geschichten der Frauen wirklich interessant sind. Erst mal ist da natürlich die schwangere Issa, die mit fünf Jahren mit ihrer Mutter Ayudele und ihrem Stiefvater nach Deutschland kam. Dort immer die Außenseiterin tut sie sich auch jetzt in Kamerun schwer; hier ebenfalls wieder die Fremde. Das Verhältnis zur Mutter ist schwierig, geprägt von Gewalt und der Verbitterung Ayudeles. Umso mehr liebt Issa ihre Omas in Kamerun, ihre Großmutter und Urgroßmutter. Vor allem das Leben der Hundertjährigen Marijoh steht dann auch im zweiten Erzählstrang in der Vergangenheit im Mittelpunkt, eine Geschichte geprägt von Gewalt, Missbrauch, Kolonialisierung und Krieg. Auch hier ist die Geschichte sehr gut und flüssig zu lesen. Allerdings fiel es mir zeitweise schwer, die furchtbaren Erlebnisse in der Vergangenheit mit Issas teilweise sehr flapsigen Beschreibungen der Erlebnisse im modernen Kamerun und bei den Ritualen zu verbinden. Ich mochte beide Stile gerne, aber die Diskrepanz war mir an manchen Stellen zu groß. Auch fehlte mir am Ende ein wenig die Ausführlichkeit in den Geschichten von Issas Mutter und Großmutter. Gerade Ayudeles Geschichte wäre für mich in der Tiefe sehr viel wichtiger gewesen, vor allem im Hinblick auf die Gewaltausbrüche gegen ihre eigenen Kinder. Das wird mir generell ein wenig zu lapidar abgetan, Issa selbst reflektiert das nur sehr, sehr oberflächlich und das stieß mir dann doch unangenehm auf. Trotzdem finde ich das Buch sehr lesenswert und es ist eine wichtige Auseinandersetzung mit dem Leben von starken, mutigen Frauen und ein interessanter, oft unterhaltsamer Blick auf das Leben in Kamerun früher und heute. Gerade die gute Lesbarkeit macht es auch definitiv empfehlenswert für alle, die sonst vielleicht noch eine Hemmschwelle vor tiefergehender ‚Frauenliteratur‘ haben.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
1. März
Rating:5

Was für ein Plädoyer für die weibliche Unabhängigkeit, für Verständnis für andere Kulturen und dafür, wie es Menschen geht, die zwischen mehreren Kulturen aufwachsen und leben. Die Auflösung des Romans war für meinen Geschmack nicht so plausibel, zu einfach irgendwie . Ich freue mich sehr, einer tollen Rezension und Empfehlung hier gefolgt zu sein. Insgesamt ein unglaublich lesenswertes und wichtiges Buch !

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
25. Feb.
30/2026 Blick über den kulturellen Tellerrand
Rating:4

30/2026 Blick über den kulturellen Tellerrand

Ich mag es wenn man durch Bücher über den eigenen kulturellen und zeitlichen Tellerrand hinaus blicken kann. "Issa" gewährt spannende Einblicke in das Leben von vier Generationen Frauen in Kamerun (und Deutschland). Lesenswert. eBook (bookbeat)

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
21. Feb.
Rating:3.5

Wichtiges Thema, gutes Buch, aber einfach nicht mein Genre

Für einen Buchclub habe ich "Issa" von Mirrianne Mahn gelesen. Es ist wieder so ein Buch, das thematisch total wichtig und aktuell ist, aber einfach nicht mein Genre. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wer bin ich eigentlich? Wo gehöre ich hin? Und was mache ich aus meinem Leben? Dabei geht es viel um Identität, familiäre Wurzeln, die koloniale Vergangenheit und um starke Frauenfiguren über mehrere Generationen hinweg. Feminismus, Emanzipation und Selbstbestimmung ziehen sich durch das ganze Buch. Man merkt deutlich, dass es ein sehr bewusst feministischer Roman ist. Die Sprache fand ich angenehm zu lesen: nicht kompliziert, eher einfache Sprache. Auch der Titel macht im Laufe der Geschichte Sinn und passt gut zu diesem Identitätsthema. Ich merke nur einfach, dass ich mit solchen Büchern oft nicht richtig warm werde. Ich lese aktuell relativ viel in diese Richtung, komme aber emotional nicht wirklich rein. Ich bin einfach eher der Thriller-Typ. Themen wie Kolonialgeschichte oder kulturelle Identität interessieren mich schon, aber ich würde mir das persönlich lieber als Dokumentation anschauen. Da bekomme ich reale Geschichten, echte Hintergründe und begleite Menschen direkt. Ein Roman ist für mich da einfach nicht der Zugang, der mich am meisten packt, auch wenn ich verstehe, warum das Buch für viele sehr stark ist.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
21. Feb.
Rating:3.5

Eine bewegende Familiensaga über das Leben 5 starker Frauen über ein Jahrhundert hinweg in Kamerun.

In ihrer Kindheit ist Issa mit ihrer Mutter von Kamerun nach Deutschland ausgewandert. Es ist die Geschichte der schwangeren Issa, die auf nachdrücklichen Wunsch ihrer Mutter nach Kamerun reist um dort die Rituale ihrer Heimat zu durchlaufen um ein gesundes Kind auf die Welt bringen zu können. Doch so einfach ist es für Issa nicht: Sie fühlt sich nirgends zugehörig. Für Frankfurt ist sie zu schwarz und in Buea ist sie zu weiß, zu deutsch. Das Buch beschreibt zudem auf faszinierende Weise das Leben/Schicksal von 5 starken Frauen über ein Jahrhundert hinweg. Diese Leben sind einerseits geprägt von ihrer eigenen Kultur mit ihren Ritualen/Bräuchen und dem Glauben. Gleichzeitig von kolonialer Ausbeutung, aber auch vom Finden der eigenen Identität und dem Wunsch und Kampf nach Selbstbestimmung. Dieses Werk beinhaltet sowohl ergreifende, traurige, mitfühlende und meiner Meinung nach auch verstörende Szenen, aber man findet auch humorvolle Stellen vor. Klare Leseempfehlung. - gelesen über eine Leseflat - - unbezahlte Rezension -

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
14. Feb.
Rating:3

Zwischen Interesse und Verwirrung

Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber Issa konnte mich irgendwie nicht ganz erreichen. Grundsätzlich fand ich die Geschichte und vor allem die Familie interessant – die Figuren haben Potenzial und ich mochte es, ihre Dynamiken und Hintergründe nach und nach kennenzulernen. Auch der Ansatz mit verschiedenen Zeitebenen hat mich eigentlich angesprochen, da ich generell ein Fan von Zeitsprüngen bin. Trotzdem hatte ich beim Lesen öfter das Gefühl, nicht ganz mitzukommen. Die Sprünge waren für mich stellenweise eher verwirrend als bereichernd, und ich musste mich teilweise sehr konzentrieren, um den Überblick zu behalten. Zum Ende hin blieben bei mir außerdem einige Fragezeichen im Kopf – bestimmte Zusammenhänge oder Entwicklungen haben sich für mich nicht vollständig erschlossen, selbst nach dem Zuklappen des Buches. Insgesamt ist Issa kein schlechtes Buch und durchaus interessant erzählt, aber emotional hat es mich nicht so gepackt, wie ich es mir gewünscht hätte. Für mich ein solides, aber eher durchschnittliches Leseerlebnis.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
13. Feb.
Rating:4

Ein ganzes Jahrhundert starke Frauen

Wow. Das Leben der fünf Frauen und wie es miteinander verknüpft ist, hat mich tief berührt. Die Fragen nach Identität und Zugehörigkeit gehen unter die Haut. Issa auf dieser Reise zu begleiten, lässt nur erahnen, in welchen Schuhen sie läuft.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
11. Feb.
Rating:4

Zwischen zwei Welten: eine Reise zu den eigenen Wurzeln

In dem Roman geht es um Issa, die in Kamerun geboren wurde, aber in Deutschland lebt. Als sie schwanger wird, drängt ihre Mutter sie dazu, nach Kamerun zu reisen, um dort traditionelle Rituale zu durchlaufen, Rituale, die ihrer Kultur entstammen und die angeblich dafür sorgen sollen, dass die Zukunft für sie und ihr Kind unter einem besseren Stern steht. Issa folgt diesem Wunsch und reist zu ihrer Großmutter und Urgroßmutter und begibt sich damit nicht nur geografisch, sondern auch emotional auf eine Reise zu ihren Wurzeln. Das Buch behandelt große Themen: Identität, kulturelle Zugehörigkeit, starke Frauenfiguren über Generationen hinweg, aber auch Rassismus und das Gefühl, zwischen zwei Welten zu stehen. Besonders geliebt habe ich die Zeitsprünge. Neben Issas Geschichte in der Gegenwart wird auch die ihrer Ur-Ur-Großmutter erzählt und genau diese Verwebung von Vergangenheit und Gegenwart fand ich unglaublich gelungen. Ich mag solche Erzählstrukturen ohnehin sehr, und hier haben sie für mich perfekt funktioniert. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, und manchmal fiel es mir etwas schwer, den vielen Namen zu folgen. Ich glaube aber, dass das beim Lesen weniger herausfordernd gewesen wäre. Inhaltlich hat mich die Geschichte total abgeholt. Sie war mitreißend und unglaublich interessant.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
8. Feb.
Rating:3

Issa will diese Reise eigentlich nicht. Schwanger sitzt sie im Flugzeug nach Douala, gedrängt von ihrer Mutter, aus Angst, ihre Tochter könnte die Geburt nicht überleben. In Kamerun, dem Land ihrer Kindheit, soll Issa Rituale durchlaufen, bewacht von den kritischen Blicken ihrer Großmütter. Rituale, die heilen sollen – körperlich, seelisch, generationenübergreifend. Genau daraus zieht der Roman zunächst eine große Spannung: Ich wollte unbedingt wissen, welche Rituale Issa durchführen muss, was sie bedeuten und welchem Zweck sie dienen. Darüber erfährt man auch einiges, allerdings bleiben Bedeutung und Ziel dieser Rituale oft eher vage. Gerade weil sie auf mich als wenig spirituellen Menschen stellenweise sehr abstrus wirkten, hätte ich mir hier mehr Tiefe, mehr Erklärung und mehr Einordnung gewünscht. Parallel zu Issas Gegenwart entfaltet sich eine zweite, historische Zeitebene. Wir springen zurück an den Beginn des 20. Jahrhunderts, zu Enanga, die mit nur elf Jahren von einem deutschen Farmbesitzer vergewaltigt wird. Nach der Geburt ihrer Tochter wird sie von ihrer eigenen Familie verstoßen. Von dort aus arbeitet sich der Roman durch die Geschichte von Issas weiblichen Vorfahren – Generation für Generation, Frau für Frau – bis wir am Ende wieder bei Issa in der Gegenwart ankommen. Diese Struktur macht deutlich, wie Traumata weitergegeben werden, aber auch, wie sehr der Wille zu leben, zu lieben und zu überleben vererbbar ist. Was dabei besonders stark ist: die Frauenfiguren. Es sind viele, sehr unterschiedliche, sehr starke Frauen, die unter extrem frauenverachtenden Strukturen leben müssen. Das hat mich betroffen gemacht, oft wütend, manchmal regelrecht fassungslos. Gleichzeitig zeigt der Roman schonungslos, wie tief patriarchale Gewalt und koloniale Ausbeutung ineinandergreifen. Die Geschichte Kameruns – insbesondere unter deutscher Kolonialherrschaft – ist interessant, grausam und wichtig. Issa ist kein Sachbuch, aber durch die zwei Zeitebenen wird diese Geschichte immer wieder angerissen. Für mich allerdings manchmal zu kurz, um sie wirklich verdauen zu können. Ich wäre gern länger an bestimmten Schauplätzen geblieben, hätte einzelnen Frauen mehr Raum gegeben, statt mich durch die Generationen beinahe hindurchgehetzt zu fühlen. Erschwerend kam für mich hinzu, dass es sehr viele Namen gibt. Die wichtigsten Protagonistinnen prägen sich zwar schnell ein, doch spätestens ab der Hälfte war ich immer wieder verwirrt, um wen es gerade geht. Die Figuren werden teilweise unterschiedlich angesprochen, was hohe Aufmerksamkeit erfordert – und meine war offenbar nicht immer ausreichend. Manche Zeitsprünge empfand ich zudem als zu abrupt und zu groß, sodass mir der emotionale Zugang zu einzelnen Figuren fehlte. Sie waren plötzlich da – und genauso schnell wieder weg. Inhaltlich sehr stark fand ich die Darstellung von Issas innerem Zwiespalt: In Deutschland ist sie „zu schwarz“, in Kamerun „zu deutsch“. Dieser Identitätskonflikt ist ein klassischer, schmerzhafter Erfahrungspunkt vieler Menschen mit Migrationsgeschichte. Der Rassismus, dem Issa in Deutschland ausgesetzt ist, wird sehr deutlich und hat mich traurig gemacht. Gleichzeitig wird auch die kamerunische Gesellschaft nicht romantisiert, sondern in Teilen als extrem frauenverachtend dargestellt – etwas, das mich beim Lesen immer wieder wütend zurückgelassen hat. Sprachlich war der Roman für mich wechselhaft. Es gab sehr schöne, eindringliche Momente, die mich berührt haben, aber auch überraschend sachliche Passagen, die mich emotional überhaupt nicht erreicht haben. Dieses Ungleichgewicht hat mein Leseerlebnis spürbar beeinflusst. Am Ende bleibt für mich ein solides Buch mit klaren Stärken und spürbaren Schwächen. Issa hat mir einiges über die Geschichte Kameruns und über kulturelle Zusammenhänge vermittelt, auch wenn ich mir mehr Tiefe und mehr Verweilen gewünscht hätte. Trotz meiner Kritikpunkte verstehe ich sehr gut, warum dieser Roman viele Fans hat. Für mich persönlich reicht es zu 3 von 5 Sternen – und dennoch zu einer Empfehlung, gerade weil die Themen wichtig sind und die Frauenfiguren lange nachhallen.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
27. Jan.
Rating:3.5

Starke Frauen in grausamen Realitäten

Issa erzählt eine Sammlung sehr eindrücklicher Geschichten, die von starken Frauenfiguren getragen werden. Diese Frauen werden nüchtern und unaufgeregt beschrieben, selbst in Situationen, die kaum auszuhalten sind. Gerade diese sachliche Erzählweise verstärkt die Wirkung vieler Szenen und lässt ihre Grausamkeit, aber auch ihre Absurdität, besonders deutlich hervortreten. Das Buch schafft es immer wieder, zwischen Schwere und Leichtigkeit zu wechseln. Manche Passagen bringen einen zum Lachen oder regen zum Nachdenken an, etwa wenn Frauen mit Bärten nicht stigmatisiert, sondern als Schönheitsideal gelten und mit Weisheit assoziiert werden. Diese Perspektivverschiebungen sind klug und überraschend. Gleichzeitig scheut Issa nicht vor sehr dunklen Themen zurück. Rassismus, Gewalt und auch Kindesmissbrauch werden offen thematisiert, weshalb Triggerwarnungen unbedingt beachtet werden sollten. Diese Szenen sind schwer auszuhalten, aber erzählerisch konsequent und niemals sensationslustig. Insgesamt sind es sehr spannende und mitnehmende Geschichten. Allerdings fiel es mir stellenweise schwer, den Überblick über die verschiedenen Figuren, Namen und Zeitlinien zu behalten, was den Lesefluss etwas beeinträchtigt hat. Trotz dieser Schwäche bleibt es ein berührendes und lesenswertes Buch, das eindrucksvolle Frauengeschichten erzählt.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
3. Jan.
Post image
Rating:5

Issa ist in der 5. Woche schwanger und sitzt in einem Flugzeug von Frankfurt nach Kamerun. Eigentlich wollte sie diese Reise gar nicht antreten, doch ihre Mutter fürchtet aufgrund eines schlimmen Traums um ihr Leben bei der Geburt und die Auseinandersetzungen mit dem Kindsvater werden immer aggressiver. Issa musste aus dieser Umgebung raus. In Buea soll sie die Rituale durchlaufen, unter Beobachtung ihrer beiden Omas. Je länger Issa sich in Kamerun aufhält, desto tiefer taucht sie in die Geschichte des Landes und der Frauen ihrer Familie ein - mit Folgen für ihr ganzes weiteres Leben. Mirrianne Mahn erzählt in ihrem Debütroman "Issa" die Geschichte von fünf Frauen einer Familie über ein ganzes Jahrhundert hinweg. Sie nutzt dabei zwei Erzählstränge, einer aus der Sicht von Issa, der Anfang des 21. Jahrhunderts spielt, und einer ab 1906, der sich ihrer Ururgroßmutter und deren weiblichen Nachkommen widmet. Issas Perspektive ist geprägt von ihren Erfahrungen als Schwarze Frau in Deutschland und den Alltagsrassismen, denen sie immer wieder ausgesetzt ist, auch durch ihren eigenen Partner und Vater ihres Kindes. Außerdem hat sie damit zu kämpfen, dass sie für die deutsche Gesellschaft zu Schwarz und für die Kamerunische zu weiß ist. Ihre Kapitel bieten einen interessanten Einblick in die Gesellschaftsstrukturen und Rituale der Menschen in Kamerun. Durch die Rückblicke in das Leben ihrer Vorfahrinnen erfahren die Lesenden darüber hinaus sehr viel über die deutsche Kolonialgeschichte in Kamerun, mit der ich mich zuvor wenig beschäftigt habe. Ich fand beide Erzählstränge sehr, sehr spannend und bewegend und habe Mirrianne Mahns Debüt regelrecht verschlungen. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung!

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
31. Dez.
Rating:4

"Lass die Jahre kommen, denn sie bringen die Weisheit der Mutter, die Kraft der Großmutter... Denn ich bin die älter werdende Frau, das ist die Schönheit, die in der Seele verweilt und aus den Augen strahlt. Ich bin Mutter "

Issa ist ein zutiefst bewegendes Buch, das den Schmerz und das Leid von Frauen in seiner ganzen Schwere fühlbar macht und zugleich ihre leise, oft übersehene Stärke sichtbar werden lässt. Es erzählt von Wunden, die über Generationen hinweg weitergetragen werden, aber auch von einer Weisheit, die Halt gibt und weiterlebt. Zwischen den Zeilen finden sich Liebe, Geborgenheit und Trost – sanft, aber kraftvoll. Das Buch schenkt Verständnis für das Unausgesprochene und gibt jenen Gefühlen Raum, die gesehen und anerkannt werden wollen. Gleichzeitig macht Issa fassungslos und wütend, indem es die Ungerechtigkeit offenlegt, der Frauen über Generationen hinweg ausgesetzt sind. Es zeigt Frauen, die sich gegenseitig auffangen, lehren und stärken – ein Miteinander, das trägt. Ein sehr berührendes und schönes Buch, das lange im Herzen nachhallt.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
23. Dez.
Rating:3

Die Geschichte um Issa und die Frauen ihrer Familie gibt einen kurzen Überblick über die Jahre 1903-2006 in Kamerun, abwechselnd erzählt aus Issas Perspektive während ihres Besuchs in Kamerun mit Rückblicken auf die Vergangenheit ihrer Ur-Großmütter/Mutter. Da Issa schwanger ist, sind es insgesamt 7 Generationen und hier kommt das leider: es ist ein schmales Buch mit nur 297 Seiten. Mir hat hier das Gleichgewicht gefehlt und ich hätte mir vieles weiter auserzählt gewünscht. Gerade am Anfang ist aus meiner Sicht viel Belangloses und eher alltägliches von Issa ausführlich beschrieben, während die Rückblicke an vielen Stellen die Umstände der Frauen und ihre Erlebnisse so knapp beschreiben, dass sie sich eher wie ein Sachbuch lesen. Es hätte gern mehr über Kamerun, die Kolonialzeiten, die Menschen, ihre Lebensweise usw. ausgeführt werden können. Ab der zweite Buchhälfte wird es besser, auch werden die Frauen sympathischer, besonders im Umgang miteinander.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
23. Dez.
Rating:4

Eine Reise zu sich selbst

Issa, eine Mitte 20-jährige Schwarze Deutsche, reist zu ihrer Familie nach Kamerun. Auf Drängen ihrer Mutter soll sie an verschiedenen Ritualen teilnehmen, die sie auf ihrer Rolle als Mutter vorbereiten. So der Einstieg des Romans. In der Geschichte begegnen einem sechs Generationen von Frauen einer Familie. Sechs Frauen und die Frage danach, wie sie in ihrer jeweiligen Zeit ihr Leben gestalten konnten, wie sie es eingefordert haben, ihr Leben zu gestalten. Es geht darum, was uns verbindet, mit den Generationen vor uns, über konkretes Leben und Tod hinaus. Dabei ist der Roman auch ein Streifzug durch die kamerunische Geschichte, durch Kolonialismus, durch Hoffnungen auf ein anderes Leben in Deutschland. Ich mochte den Roman. Der Ton, in dem er geschrieben ist, ist ein leichter, unaufgeregter, manchmal humorvoller, was die zum Teil sehr Gewaltvollen Geschichten erträglicher macht. Ich mochte vor allem den Blick auf die Fragen danach, wer bin ich und wohin gehöre ich, das Suchen von Issa und der Generationen davor, das langsame Finden und Verstehen. „inmitten des Labyrinth meiner Gedanken finde ich endlich Klarheit. Ich muss mich nicht zwischen meinen Wurzeln, meiner Herkunft und meinem Leben in Deutschland entscheiden. Die Kulturen, die in mir pulsieren, die Sprachen, die meine Seele umarmen, sie alle sind Teile von mir. (…) Ich bin nicht weniger wert als ein Mann, meine Stimme, und meine Träume sind wichtig, denn in meiner Weiblichkeit liegt eine Kraft, eine Verbindung zu all den Frauen vor mir. Ich habe die Macht, mich selbst zu schätzen, zu achten und zu lieben, bis ich sterbe.“ (293)

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
15. Dez.
Rating:4

Buch mit tiefen Einblicken in die Zerrissenheit einer jungen Frau zwischen ihren kamerunischen Wurzeln und ihrem Leben in Deutschland, das viel Ambivalenz aufzeigt. Toller, direkter Schreibstil!

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
10. Dez.
Rating:4

Klasse Debutroman. Mirianne Mahn erzählt von mehreren afrikanischen Frauengenerationen, ihrem Leben, ihrem Kampf um Selbstbestimmung und von der Zerrissenheit zwischen der deutschen und der afrikanischen Kultur, dem Suchen nach dem inneren Frieden, dem Ankommen bei sich selbst. Empfehlenswert!

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
20. Okt.
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Die Geschichte einer stolzen kamerunstämmigen Frau aus Deutschland, die während ihrer Schwangerschaft den Traditionen ihrer Familie folgt. Herrliche Mischung zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. Fabelhaftes Debüt, das ich wärmstens empfehle.

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Rating:4.5

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Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
19. Okt.
Rating:5

Ein für mich bedeutendes Buch, das dem unsichtbaren Band gewidmet ist, das Mütter über Generationen hinweg miteinander verbindet. Es erinnert an die Stärke der Frauen, die vor uns waren und deren Leben in uns weiterklingt.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
15. Okt.
Rating:3

Ja, ne. Leider nicht. Grundlegend wichtige und spannende Themen aber bleibt irgendwie sehr an der Oberfläche all der Charaktere und damit irgendwie obsolet...

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
15. Sept.
Rating:5

Starker Generationenroman...

über das (Über-)Leben schwarzer Frauen, afrikanische Kultur und Kolonialgeschichte Kameruns. Ich wähle hier bewusst "schwarz" als Begriff, da Mirrianne Mahn den Begriff durchgehend im Buch benutzt und es durch die deutsche Besetzung Kameruns auch weiße Frauen gab. In diesem Roman begleiten wir die schwangere Issa nach Afrika. Sie hat sich mit ihrer Mutter und mit ihrem deutschen Freund gestritten und versucht nun Abstand zu den Geschehnissen zu gewinnen, in denen sie sich afrikanischen Ritualen widmet, die ihr ungeborenes Kind schützen und segnen sollen. Sie besucht hierfür ihre Familie, bzw. Bambas (Großmütter) in Kamerun. Bei ihrer Reise kommt es immer wieder zu Rückblenden über die Geschichte ihrer Urgroßmutter, Großmutter und auch Mutter. Neben dem eigenen Rassimus und Sexismus den Issa bereits seit klein auf in Deutschland erfahren musste, wird schnell deutlich, was die Frauen, im von Deutschen besetzten Kamerun, erdulden mussten und das auch das zusammenleben mit den deutschen weißen Männern nicht unbedingt besser ist, als sich in das Korsett der traditionellen afrikanischen Ehe zwängen zu lassen. Ein unglaublich wichtiges und starkes Buch von starken schwarzen Frauen, die geprägt wurden durch das Leid, die Kultur und das Leben, was sie erfahren haben. Disclaimer: Dieses Buch ist bei gewissen Themen durchaus triggernd, und daher umso wichtiger. Auf allzu grafische Beschreibungen wird verzichtet. Achtet bitte auf euch, wenn ihr es lest. Erzählung von: Häusliche Gewalt, phsychische und physische Gewalt, Pedophilie, Vergewaltigung, unfreiwillige Polygamie, Zwangsheirat, Sklaverei, Krieg, Tot, Mord, Kindstod, Rassismus, Sexismus. Eine Bewertung mit meinem üblichen Bewertungssystem macht hier keinen Sinn, daher sei noch kurz "geschrieben" das ich dieses Buch innerhalb eines Tages durchgelesen habe und ich mehr als einmal einen Kloß im Hals oder Tränen in den Augen hatte. Einfach stark.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
2. Sept.
Rating:4

Es geht um Familie, Identität, Rituale, Rassismus und so viel mehr!

Die Autorin erzählt mit einer Leichtfüßigkeit über große Themen , vor allem von Frauen über mehrere Generationen in Kamerun und im Falle von Issa auch Deutschland. Sie erzählt es mit Witz und man kommt schnell durch das Buch, jedoch ist für mich das Ende zu konstruiert. Etwas mehr Tiefgang und Emotionen hätte ich mir noch gewünscht. das Setting in Kamerun und die Verbindung nach Deutschland( auch zur Kolonialzeit) fand ich sehr gelungen.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
24. Aug.
Rating:4.5

Einen kleinen Abzug, weil ich mir manchmal einen Absatz mehr gewünscht hätte und die Kapitel teilweise eeeecht lang waren. Ansonsten hat mich die Geschichte über Issas Familie sehr berührt. Ich fand es sehr spannend, wie die Entwicklung der Frauen in der Familie von statten gingen und wie sie mit Verluste, Kriege und die Kultur umgingen. Wirklich sehr sehr gelungen.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
20. Aug.
Rating:4

Mirrianne Mahn verflechtet geschickt die Geschichte von fünf Frauen in Kamerun über mehrere Generationen hinweg. Ein Einblick in eine Kultur, die mir selbst fremd ist. Koloniale Ausbeutung, Traumata, Gewalt, Liebe und Selbstfindung. Mahn schreibt über all dies tiefgründig, aber immer wieder auch mit einer Prise Humor. Ein sehr tolles Buch, dass ich weiterempfehle.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
15. Aug.
Rating:3.5

Kultur und Geschichte Kameruns

In dem Roman werden die Schicksale von Frauen einer Familie in Kamerun von 1908 bis in die Gegenwart erzählt. Hierbei waren gerade die Rückblenden in die Vergangenheit und der deutsche Kolonialismus für mich sehr spannend. Die Kapitel der Ich-Erzählerin der Gegenwart waren für meinen Geschmack leider recht langweilig sowie sprachlich gewöhnungsbedürftig. Man erfährt leider sehr wenig persönliches über die Protagonistin. Teilweise waren Szenen komisch aufgebaut, in dem Sinne dass eine Beschreibung der Orte erst in der Mitte der Handlung stattfand. Ich habe zwischendurch überlegt das Buch abzubrechen, bin aber letztendlich doch ganz froh es zu Ende gelesen zu haben

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
30. Juli
Rating:5

Unfassbar berührend

Ein unfassbar berührender Roman über die generationsübergreifenden Traumata eine Familie. Der Schreibstil des Buches ist unfassbar gut, es gibt viele tiefgreifende Zitate. Erinnert ein bisschen an „Homegoing“ von Yaa Gyasi, ist aber keinesfalls redundant. Es gibt triggernde Contents, ich würde empfehlen diese vorher zu überprüfen.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
30. Juli
Rating:4

Mir hat das Buch richtig gut gefallen! Ich musste oft schmunzeln, weil Issas Reise nach Kamerun zu ihren afrikanischen Wurzeln ziemlich skurril ist. Wir erfahren viel über die Frauen in ihrer Familie und das über mehrere Generationen hinweg. Definitiv eine Leseempfehlung!

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
4. Juli
Rating:5

Issa ist ein kraftvoller Roman über fünf Generationen kamerunischer Frauen, der Themen wie Kolonialgeschichte, Identität und weibliche Selbstermächtigung behandelt. Er verwebt persönliche und politische Geschichten mit Humor, Tiefe und starker Sprache.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
16. Juni
Rating:4.5

"Der riesige Stein auf meiner Brust, der mir unmerklich das Atmen erschwert, wenn ich mich durch die Straßen Deutschlands bewege, ist bei meiner Ankunft einem anderen, leichteren Stein gewichen. Zwar fühle ich mich auch hier fremd, aber mich fremd fühlen, ohne mich bedroht zu fühlen, ist eine neue Erfahrung." [S. 90] Ein Mehrgenerationenroman, in dem man viel über die Geschichte und das Leben der Frauen in Kamerun erfährt. Dorthin, zu ihren Großmüttern, reist die schwangere Issa auf beharrlichen Wunsch ihrer Mutter, um eine Reihe Rituale über sich ergehen zu lassen, die förderlich für das Wohlergehen des Ungeborenen und die bevorstehende Geburt sein sollen. Dies wird teilweise sehr humorvoll geschildert und steht im deutlichen Kontrast zum Leben und Schicksal Issas Vorfahrinnen, die in der Vergangenheit viel Leid erdulden mussten. Ein Roman, der sich mit Rassismus (früher und heute), Kultur und Traditionen, Familienzusammenhalt und Herkunft beschäftigt und der meinetwegen gerne noch länger hätte sein dürfen. Hat mir sehr gut gefallen.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
15. Juni
Rating:5

Reise nach Kamerun

Issa erwartet ein Kind, und um die Ahnen zu besänftigen schickt ihre Mutter sie von Deutschland nach Kamerun, wo sie merkwürdige Rituale durchführen muss. Dabei setzt sie sich sowohl mit den Frauen ihrer Familie als auch mit ihrer eigenen Geschichte auseinander. Der Roman war überraschend gut. Ich fand die Vorstellung und den Glauben der Kameruner super spannend und es war schwer zu ertragen, welchen Druck und Schmerz Issa als Kind erleben musste, als sie als schwarze Minderheit in den 80er Jahren in Deutschland aufwächst. Rassismus wird hier nicht mit erhobenen Zeigefinger angeprangert, sondern ist leider erlebter Alltag. Dazu wird Issa besonders hart von ihrer Mutter rangenommen, damit sie für das Leben abgehärtet wird. Einige Passagen des Buches waren schwer zu ertragen. Trotzdem ist das Buch streckenweise witzig geschrieben und kriegt eine unbedingte Leseempfehlung von mir.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
31. Mai
Rating:4

Es war ein großer ausgestreckter Mittelfinger an ihre Vergangenheit, und weder die Neider noch die Bewunderer konnten ahnen, dass ihre hochpubertierende Tochter, die sechs Wochen lang gezwungen wurde, ausschließlich weiß zu tragen, um böse Geister und Flüche abzuhalten, zehn Jahre später als schwangere, unverheirate Frau am Flughafen Douala eintreffen würde, um im Urwald lebensrettende Voodoo-Rituale durchzuführen. - Zitat, Seite 16 Mit "Issa" ist der Schriftstellerin Mirrianne Mahn ein unglaublich starkes Portrait ihrer Protagonistinnen gelungen, was sich besonders durch die Aufblätterung der einzelnen Charaktere mit all ihren Gedanken und Gefühlen in der jeweiligen Lebensrealität auszeichnet. Außerdem beinhaltet dieser Roman auch ein Stück Zeitgeschichte, denn die zweite Erzählebene setzt mit Beginn des 20. Jahrhunderts ein und zeigt, wie das afrikanische Land, Kamerun, zwischen verschiedenen Kolunialmächten zerrieben und von Kriegen, Krisen und Konflikten gebeutelt wurde. Auf der Erzählebene von Issa, der jungen Frau, die aus Deutschland nach Kamerun reist, um sich "lebensrettenden Ritualen" für ihr ungeborenes Kind auszusetzen, die ihre Großmütter für sie initiieren, folgen wir der Protagonistin praktisch hautnah. Wir nehmen die Gerüche, die Menschen, die Hitze, den Schweiß und die Geräusche der Umgebung wahr. Issa lässt uns an ihren Gedanken, ihren Reflektionen und ihren Erlebnissen teilhaben und wir nehmen Verbindung auf und lassen Bilder im Kopf entstehen, die uns fremd und gleichzeitig auch vertraut erscheinen. Das Mutter-Tochter-Verhältnis ist hier das zentrale Element der Geschichte und die Autorin versteht es sehr gut, den Konflikt der Generationen mit all ihren Ambivalenzen darzustellen. Dafür sorgt einmal der Wechsel der Perspektiven und zum anderen werden Szenen entworfen, die weitere Facetten einer Person aufzeigen. Dieses Debüt ist ein erstaunlich souverän gestalteter Roman, mit gut gezeichneten Figuren und starken Bildern. Lediglich für den inneren Konflikt ihrer Protagonistin Issa bietet die Schriftstellerin dann doch eine etwas zu simple Auflösung an, aber das ist am Ende dann auch Ansichtssache. FAZIT Ganz Augen und Ohren verfolgte ich diese Geschichte über mehrere Generationen hinweg. Da waren so viele Begriffe und Redewendungen in verschiedenen Sprachen und so viele Einblicke in eine fremde Kultur, aber die Autorin schafft mit Leichtigkeit Brücken, die einen Zugang so leicht machen. Berührt war ich auch von den Kindheitserfahrungen der Protagonistin in Deutschland (Hunsrück). Ich weiß nicht, inwieweit diese Berichte autobiographisch sind, aber sie wirken sehr authentisch. Das ist zwar ein Roman über starke Frauen, aber es ist durchaus nicht so, dass die Männer die "Bösen" sind, von denen sich die Weiblichkeit emanzipiert. Obwohl der weibliche Blickwinkel eingenommen wird, haben alle Personen ihre Stärken und Schwächen und wirken sehr lebensecht. Eine Leseempfehlung!

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
14. Mai
Rating:5

Ein unheimlich tolles Buch, dass mich sehr bewegt hat! Ich mag Bücher sehr, die so ganz abseits meiner eigenen Lebensrealität sind. Aus diesen kann man besonders viel lernen. Und zugleich erkennt man aber, dass es zu tiefst menschliche Themen gibt, die uns über alle Kulturen Religionen etc. hinweg verbinden. Ich hätte dieses Buch sehr gerne in meinen Zwanzigern gelesen, dann hätte ich vermutlich sogar noch mehr davon profitiert. Ich kann es euch allen jedenfalls sehr ans Herz legen!

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
8. Mai
Rating:5

Issa ist schwanger. Auf das Drängen ihrer Mutter fliegt sie nach Kamerun, um dort mit ihrer Familie die üblichen Rituale durchzuführen, um ihre Ahnen zu beschwichtigen. Ihr Cousin nennt sie liebevoll „Kokosnuss“ - außen schwarz, innen weiß. Doch genau diesen inneren Konflikt versucht Issa schon seit sie denken kann, zu lösen. Die Geschichte handelt jedoch nicht nur von Issa und ihrer Mutter, sondern von allen Großmüttern und denen, die davor kamen, bis hin zu Marijoh, Issas Urgroßmutter und wiederum ihrer Mutter. Zurück in der Kolonialzeit lernen wir nicht nur Marijohs Geschichte kennen, sondern schauen auch auf eine Geschichte voll von Unrecht, weißer Vorherrschaft und dem Widerstand, Sklaverei und (sexueller) Gewalt gegen Frauen. ‚Issa‘ ist aber auch eine Geschichte von Mut, Liebe und der Stärke und Selbstbehauptung von unglaublichen Frauen. »Denkst du etwa, du bist die Erste, die leidet in dieser Welt? Denkst du, dass du den Schmerz erfunden hast? Es gab schon Trauer und Schmerz, lange bevor du auf die Welt gekommen bist, und es wird noch lange Trauer und Schmerz auf dieser Erde geben, nachdem deine Knochen Staub sind.« (S. 185) Ich bin gefesselt von dieser Geschichte, die nicht unglaublich, nur unglaublich gut geschrieben ist. Über die Geschehnisse in den damaligen von Deutschland und anderen Großmächten besetzten Gebieten auf dem afrikanischen Kontinet gibt es zwar einige Wissenschaftliche Texte, doch wenig Literatur, die sich damit auseinandersetzt. Mirrianne Mahn schreibt hier also nicht nur über ihre eigene, sondern auch über die Identität vieler Menschen und öffnet hier meiner Meinung nach einen weiteren Aufruf nach Aufarbeitung von Kolonialismus. Sie trägt auf jeden Fall schon einmal für mich dazu bei, mich wieder mehr mit Post-Kolonialien Studien in und außerhalb meines Studiums zu befassen. ‚Issa‘ hat mich mehr als nur berührt, ich habe alle Figuren so lieb gewonnen, dass ich mir sicher bin, dass ich das Buch bald noch ein zweites Mal lesen werde. Absolutes Jahreshighlight jetzt schon!

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
7. Mai
Rating:5

Issa hat mich tief berührt . Es ist ein Roman, der sowohl emotional als auch politisch kraftvoll ist. Besonders berührt hat mich, wie sie die Geschichten von fünf Frauengenerationen miteinander verwebt – jede mit ihrem eigenen Schmerz, aber auch mit Stärke, Würde und Widerstandskraft. Was ich auch total wichtig fand war, dass die Kolonialverbrechen und ihre Nachwirkungen wurden nicht nur benannt, sondern spürbar gemacht.

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt
29. Apr.
Rating:5

Die schwangere Issa reist von Frankfurt nach Douala, die Heimat ihrer Mutter, um an rituellen Zeremonien teilzunehmen, da ihre Mutter befürchtet, dass ihr und ihrem ungeborenen Kind etwas schlimmes zustoßen könnte. Doch diese Reise wird nicht nur zu einem Heimatbesuch für Issa, vielmehr wird es eine Reise zu sich selbst und ihrer eigenen inneren Stärke. Ein intelligentes und empowerndes Buch!

Issa
Issaby Mirrianne MahnRowohlt