21. Feb.
Rating:4.5

Vergänglichkeit und Liebe

Natascha Wodin reflektiert mit einer beinahe morbiden Besessenheit über den Alterungsprozess und den mehr oder weniger starken Verfall des Körpers, die einhergehenden Einschränkungen, die Schmerzen und die Angst vor dem, was noch alles kommt – aber auch über die Liebe zwischen zwei alten Menschen, die erst im Alter zueinander gefunden haben. Die Widersprüchlichkeit in dieser Liebe zwischen beinahe zärtlichen Gefühlen einerseits und den Mühseligkeiten des Alters und der Verzweiflung angesichts der schmerzenden Körper andererseits, die Schlaf, klares Denken und Unabhängigkeit rauben, lassen sie den näherrückenden Tod teils fürchten, teils herbeisehnen. Der stark autobiografisch beeinflusste Text ist literarisch unglaublich präzise geschrieben und dadurch enorm bereichernd, allerdings sind die Szenarien von Angst, Schmerz und Tod zwar sehr nachvollziehbar, haben jedoch wenig tröstliches, was durchaus als bedrückend und wenig hoffnungsvoll empfunden werden kann. Es ist dies kein zusammenhängender Roman mit fließender Handlung, sondern eher eine Sammlung von Gedanken aus verschiedenen Lebensaltersabschnitten, biografischen Erinnerungen, Zitaten/Gedanken anderer Schriftsteller und Beobachtungen und Reflektionen - alles in allem ein Gedankenexperiment zu den Themen Vergänglichkeit, Altersmühen, Verlustangst/Einsamkeit und Liebe im Alter, das viel Stoff zum Nachdenken bietet. Definitiv ein Buch, das es wert ist, komplett ein zweites Mal gelesen zu werden, so klug, so berührend, so komplex!!

Die späten Tage
Die späten Tageby Natascha WodinRowohlt
17. Feb.

Selten hat mich ein Buch so wütend gemacht!

Ich wollte das Buch schon bei knapp 90 Seiten abbrechen, hab mich dann aber dagegen entschieden da ich immer der Ansicht bin eine wirklich Meinung steht mir erst nach Abschluss eines Buches zu. Und was soll ich sagen, meine Meinung ist niederschmetternd! Ich habe nahezu jede Seite gehasst. Nie zuvor habe ich ein Buch gelesen welches einem derart das letzte bisschen Hoffnung auf einen gutes Leben und ein gutes, würdevolles Altern nimmt. Was ich aus diesem Buch mitnehme ist, dass alt werden und alt sein eine Zumutung ist und das in jedem Moment. Das Alt sein nur aus warten auf den Tod und der gleichzeitigen Angst vor diesem besteht. Das man Lust, Leichtigkeit und Hoffnung verliert und einen absolut nichts mehr erfreut. Ich halte grundsätzlich nichts von schwarz- weiß- Malerei aber einfach nur schwarz, wie in diesem Buch ist mehr als ich ertragen kann. Ich kann nur jedem der kein Interesse an einer Depression oder Angst vor dem Alter haben möchte dringend abraten dieses Buch zu lesen!

Die späten Tage
Die späten Tageby Natascha WodinRowohlt
7. Feb.
Rating:5

Endlich ein Buch übers Alt sein und seine Beschwerlichkeiten !

Natascha Wodin, Autorin des Bestsellers Sie kam aus Mariupol und eine der großen Autorinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, erzählt in ihrem neuen Hörbuch berührend, ehrlich und poetisch vom Altwerden und einer späten großen Liebe. Es geht um widersprüchliche Gefühle, um Nähe und Fremdsein in einer Beziehung und um die Gedanken an den näher rückenden Tod, den Schmerz des unaufhaltsamen Abschieds. Was bedeutet es, wenn man sich in hohem Alter noch einmal verliebt? Wenn nicht mehr viel Zeit füreinander bleibt und man sich eigentlich schon im Alleinsein eingerichtet hat? In Natascha Wodins neuem Hörbuch wagt die Erzählerin den Versuch, die Liebe über die Einsamkeit siegen zu lassen, ein letztmögliches Lebensexperiment, in dem sich die Fragen nach Liebe und Tod mit existenzieller Dringlichkeit stellen und die Mühen des Alters zum Alltag gehören. Die Geschichte des Paares ist der rote Faden im Text, ein Gewebe aus Erinnerungen, Reflexionen, Beobachtungen – aufgezeichnet an einem mecklenburgischen See mit Blick auf das Wasser und den gegenüberliegenden Horizont.

Die späten Tage
Die späten Tageby Natascha WodinRowohlt
19. Jan.
Rating:3

„Die späten Tage“ ist ein leiser, poetischer Roman über Alter, Vergänglichkeit und späte Liebe. Natascha Wodin erzählt klar und unaufdringlich von Nähe und Endlichkeit, berührend ohne Pathos.

Die späten Tage
Die späten Tageby Natascha WodinRowohlt
8. Dez.
Rating:5

Dieser Roman hat mich tief berührt

Natascha Wodin hat selbst gerade ihren 80sten Geburtstag gefeiert. In ihrem neuen Roman "Die späten Tage" lässt sie uns am Leben einer 80-Jährigen teilhaben. Einer 80-Jährigen, die eine späte Liebe mit einem nur geringfügig älteren Mann verbindet. Natascha Wodin erzählt uns in ihrem Roman aus ihrem Leben im Alter, wenn es an allen Stellen zwickt und zwackt. Sie beschreibt eindrücklich und in poetischer Sprache die Sorgen um ihren Lebensgefährten, sich selbst, den Tod. Kann sie ihre späte Liebe bis an sein Lebensende begleiten oder will sie lieber vor ihm sterben? Aber wer kümmert sich dann um ihn? Der Einblick über ihr Leben mit ihrem Partner und die Beschwerden des Alters wird immer wieder durch (autobiografische) Rückblicke in Wodins Leben unterbrochen. Und sie ist immer noch mittendrin im Leben, auch wenn es beschwerlich geworden ist. Die Vortragsweise von Martina Gedeck hat mich begeistert. Sie verleiht mit ihrer Stimme dem Roman zusätzliche Tiefe, obwohl der Roman selbst das eigentlich gar nicht nötig hat. Der Roman ist schwer zu beschreiben, man muss selbst lesen oder hören. Für mich war es ein wunderbares Erlebnis und ich würde sehr gerne mehr als 5 Sterne vergeben.

Die späten Tage
Die späten Tageby Natascha WodinRowohlt