Teleportation statt Internet - ein spannendes Gedankenspiel
Ich hatte mich sehr lange auf dieses Buch gefreut, wollte es mögen aber ich hatte wohl andere Erwartungen an die Grundidee. Der Apparat von J.O. Morgan ist eine Sammlung von rund 10 Geschichten die sich um die Erfindung eines Teleportationsgeräts drehen. Zu Beginn der Entwicklung besteht diese aus zwei Kammern, die an verschiedenen Orten an ein Kabelnetzwerk angeschlossen sind. So können Dinge in einer Kammer zerlegt und in der anderen wieder zusammengesetzt werden. Wir begegnen verschiedenen Protagonisten, wie dem Entwickler, Ersttestern, ganz normalen Endverbrauchern, sogar Opfern dieser Erfindung. Man erfährt viel darüber wie diese Erfindung die Welt verändert, welche Sorgen sie auslöst und welchen Nutzen sie hat. Auch wie viel Macht ein Unternehmen welches großen Fortschritt verspricht, haben kann. Man lernt, relativ neutral geschrieben, eine Vielfalt von Auswirkungen des Apparats kennen. Leider hat mir die Freude an den Erzählungen gefehlt. Manche waren eher banal. Andere die mich interessiert hätten zu knapp. Mir hat auch ein wenig der "Spaß" an dem Gedankenexperiment gefehlt. Entstehen womöglich interessante neue Reiseanbieter, wie wird die Welt umgestaltet wenn man keine Straßen und Schienennetzwerke mehr braucht, usw. J.O. Morgan hat meiner Meinung nach ein kritisches Buch über neue Technologien geschrieben (in Zeiten von KI sicher auch gerade sehr relevant), welches einige Themen ankratzt und dem Leser Raum zum weiterdenken gibt. Leider hatte ich einen anderen Fokus erwartet, der mich etwas weiter in dieses Paralleluniversum einsaugt. Auch hat mir durch die kurzen Episoden doch auch ein wenig die emotionale Bindung zu den verschiedenen Personen gefehlt. Dennoch eine schöne Grundidee. TW: häusliche/ sexualisierte Gewalt






