Ich bin schwer beeindruckt von Kuhnke, habe allerdings auch nix anderes erwartet. Sie gibt uns einen Einblick in ihr bisheriges Leben, ihre Traumata, den Rassismus, den Sexismus und die Gewalt, die sie erfahren hat und schont die lesende Person nicht.
Ich mag den direkten, unverfrorenen Ton/Schreibstil/Wortwahl sehr gerne, weil er zu diesen rohen Emotionen und definitiv auch zur Autorin passt.
Kuhnke gibt grundsätzlich keine Details preis, das mag manche Menschen stören. Ich denke, es ist nicht wichtig, wer das war, was die hat, darum geht es nicht. Es gibt die Möglichkeit, sich auf das zu konzentrieren, was es bedeutet, welche Auswirkungen es hat und das gefällt mir.
Insgesamt ein wirklich gutes Buch, dass zum reflektieren einlädt, nur nehmt die CW ernst.
hmm - naja. ich sehe, wo die autorin hin moechte und ja, es sind wichtige themen die da verknuepft sind. ich habe es mehr oder weniger auch in einem rutsch abends durch gelesen, aber ich fand es einfach nicht wirklich gut erzaehlt tbh. es gab keine richtige spannung, es springt auch zeitlich sehr viel, aber mich persoenlich hat es nicht wirklich beruehrt oder mitgenommen. am ende bleibt ein großes naja (und zum glueck habe ich es mir nicht gekauft) einfach viel mehr (sorry) schlecht erzaehlte biografie vibes als roman :-/
Dieses Buch spricht super viele wichtige Themen an. Ich finde es toll wie es Jasmina Kuhnke es schafft zu erklären, wie es sich anfühlt als POC in einer weißen Mehrheitsgesellschaft zu leben. Nämlich so, dass es jeder versteht. Meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Buch.
Den Schreibstil finde gut. Es ist super zu lesen und sehr verständlich.
„Ich war überrascht, zu geschockt, um zu verstehen, was gerade passierte. Zu sehr damit beschäftigt, zu realisieren, dass das hier gerade wirklich geschah. Der Mann, den ich für den fürsorglichsten Menschen und Partner gehalten hatte, rastete aus.“
Was tust du, wenn dir die Personen, die du am meisten liebst, Schaden zufügen, dich verletzen? Auch mit dieser Frage muss sich die Protagonistin auseinandersetzen. Auf erschreckende Weise bekommt man gezeigt, wozu Menschen fähig sind – mit wie viel Rassismus die Protagonistin zu kämpfen hat. Die Protagonistin wächst in einem Haushalt auf, in dem es normal ist, dass sie, eine PoC, rassistische Bemerkungen einstecken muss – und das von klein an. Dieser rote Faden zieht sich bis in ihre toxische Beziehung. Sie erlebt nun auch noch häusliche Gewalt. Diese Themen hat die Autorin treffend und detailliert beschrieben. Mit ihrer Ehrlichkeit konnte sie mich fesseln, sodass ich die Seiten innerhalb weniger Tage verschlungen habe. Die Geschichte hat mich gepackt, tief berührt und sehr oft den Atem anhalten lassen. Ich habe jede Zeile in mich aufgesaugt und gebannt darauf gewartet, was diese Frau noch erleben muss. Es war faszinierend und aufschlussreich zugleich. Toll fand ich auch, dass die Kapitel kurz und in verschiedenen Zeiten im Leben der Protagonistin geschrieben wurde. ‚Schwarzes Herz‘ ist zudem ein Roman, der gegenderte Sprache beinhaltet. Ich denke, dass diese Geschichte viel Gehör finden wird, da sie authentisch, nah und ehrlich ist. Eine sehr, sehr große Empfehlung.
„Schwarzes Herz“ ist ein sehr persönlicher Text über das Überleben von rassistischer, sexualisierter und häuslicher Gewalt. Die Erfahrungen, die Kuhnke schildert, sind eindringlich, wütend und kompromisslos erzählt.
Literarisch hat mich das Buch nicht besonders abgeholt. Vieles wirkt mehr wie eine direkte Abrechnung als eine Analyse und wer zweiteres erwartet, wird hier nicht das finden, was sie sucht.
Trotzdem fand ich das Buch wichtig, gerade weil es eine Perspektive sichtbar macht, die in der deutschen Gegenwartsliteratur immernoch kaum Raum bekommt. Man muss sich auf die explizite Gewalt einlassen können, die durchgängig Gegenstand des Essays ist.
Wer eine Analyse über Rassismus erwartet hat und weiterhin auf der Suche ist, dem empfehle ich „Exit Racism“ von Tupoka Ogette.
„Ich fühle mich hässlich. Ich sehe aus wie ein Typ. Ich bin zu dünn, habe keinen ausladenden Arsch, wie man ihn bei Schwarzen erwartet, und noch weniger Brust, als man bei Frauen allgemein erwartet.“
TW: Rassismus, rechtsextreme Gewalt, häusliche Gewalt, Suizidgedanken, Gaslighting, sexuelle Gewalt
Dieses Buch war zwar kurz, aber dafür umso schwerer zu verdauen. Der Protagonistin passiert so viel Scheiße, dass man mit jeder Zeile betet, dass sie irgendwie den Absprung schafft. Jeder Mensch der noch an der Existenz von Alltagsrassismus in Deutschland zweifelt, sollte dieses Buch lesen.
Jasmina Kuhnke war in letzter Zeit ziemlich im Gespräch – zurecht natürlich und doch weiß ich nicht, ob es auch so gekommen wäre, wenn Jasmina nicht ihren Mund aufgemacht und gegen das protestiert hätte, was viele in den letzten Tage beschäftigt hat.
„Schwarzes Herz“ habe ich im Grunde nur zufällig bei @vorablesen entdeckt. Vorher kannte ich weder ihre Instagram/ Twitter Seite, noch war mir der Name aufgefallen – bewusst oder unbewusst.
Was ich schade finde, denn „Schwarzes Herz“ trifft genau den Puls der Zeit.
Was wichtig ist: Wachrütteln und unbedingt klar und deutlich sagen, was wirklich los ist.
Rassismus ist immer noch ein großes Thema – leider. Ich habe mich bewusst für dieses Buch entschieden und bin immer noch so unfassbar baff.
Dieses Werk beschreibt den Werdegang einer jungen Schwarzen Frau, die mehr durchmachen musste, als viele es jemals wahrhaben möchten oder würden. Es sollte vielen als Spiegel dienen und wachrütteln.
Jasmina erzählt, wie schon ein junges Mädchen Rassismus in einer Vielfalt erleben musste, dass es einem einfach nur das Herz zerreißen kann.
Dieses Buch bedient sich einer Wahrheit, die nicht jede*r verträgt und doch muss sie gesagt werden. Mit all dem, was dazu gehört. „Schwarzes Herz“ hat oftmals Ausdrücke, die ich so nicht benutzen würde, aber genau so muss es sein und nicht anders.
Es ist ein Buch über das, was eine junge Frau durchgemacht hat. Eine Frau, die so unglaublich stark ist, dass man einfach nur den Hut ziehen möchte. Jasmina Kuhnke hat die Diskussion rund um die Frankfurter Buchmesse zurecht „angestiftet“, denn nur so kann sich etwas ändern.
Nur durch den Mut eines einzelnen Menschen, kann sich ein Brocken von einem Stein lösen und andere dazu bringen, gleichzuziehen. Augen auf und laut sein. Aber achtet auch auf euch und eure Lieben.
In diesem Buch geht es um eine junge Frau, die alles zum Schutze ihrer Kinder getan hat. Die mehr einstecken musste, als manch eine andere Person.
Und sie weiß, wie es ist, mit Schmerzen zu leben – ein Fakt, den viele unterschätzen.
In diesem Werk sind manche Dinge so heftig hängengeblieben, dass ich manchmal nicht wusste, wie so etwas überhaupt sein konnte …
Die Protagonistin hatte eine Operation hinter sich, der Katheter war bereits draußen und das junge Mädchen brauchte Hilfe, um auf den Toilettenstuhl zu kommen. Das sollte doch kein Problem sein für eine Krankenschwester, oder? Diese Krankenschwester, die eigentlich dem jungen Mädchen helfen müsste, weigerte sich sie anzufassen, weil sie Schwarz sei. Weil die Frau keine Schwarzen Menschen anfassen würde … Wie … Wie kann so etwas sein?
Dieses Buch ist zeitgemäß und zeigt auch, wie schwer es sein kann, aus einer toxischen Beziehung zu fliehen und was alles daran hängt, um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen.
Natürlich war der Eklat eine gute Promo, gar keine Frage. Doch vermutlich wäre sie auch so weit gekommen, wenn sie – wie geplant – auf der Buchmesse ihr Buch vorgetragen hätte. Auf Instagram hat sie bereits einige namentliche Stimmen, die einige Sätze vorgetragen hatten.
Es geht nicht darum, dass Jasmina (eventuell) einfach Kapital aus dem Skandal machen wollte oder dass das Buch hinauf an die Spitze gelangt. Es sollte darum gehen, was Frau Kuhnke mit „Schwarzes Herz“ bewirken wollte. Was sie ausdrücken und worauf sie hindeuten wollte. Rassismus existiert. In der Sprache. Im Blick, in einer Geste. Das hat man schon alleine bei der letzten Wahl gemerkt. Und sieht man oftmals im Alltag. Bei Gesprächen mit Leuten, zum Beispiel.
Persönlich möchte ich laut sein und darauf aufmerksam machen. Indem ich eben jene Bücher lese und vorstelle und teile.
Nach dem Lesen dieses Buches, habe ich lange darüber nachgedacht und mich und meine Umgebung reflektiert. Es muss noch mehr gemacht werden.
Jasmina Kuhnkes „Schwarzes Herz“ ist ein Buch über eine gebrochene junge Frau, die versucht, die Scherben wieder zusammenzufegen. Frau Kuhnke, geboren 1982, ist eine afrodeutsche Comedy-und Buchautorin, die anderen Mut machen möchte. Die auf ihre Art und Weise zeigt, wie wichtig es ist, klar und deutlich über all das zu sprechen, was oftmals verschwiegen wird.
Ich hoffe, dass das, was mit kleinen Mädchen in dieser Geschichte widerfahren ist, niemals einem Kind angetan und zugemutet wird.
Ein wichtiges Buch um die Gedankenwelt unsere Mitmenschen zu verstehen und Rassismus zu offenbaren und zu verhindern.
Es sorgt für mehr Klarheit und Bewusstsein wie sich manche Menschen nach wie vor verhalten und zeigt einem wie wichtig Respekt und Gleichberechtigung für alle ist.
Am Anfang war ich kurz geneigt, dass ich es wieder weglege, da ich die Sprache viel zu vulgär empfand… es wurde aber deutlich besser und ich habe die Geschichte der Autorin gerne verfolgt, ehrlich und brutal. Mich macht es oft sehr betroffen, wie Menschen Menschen behandeln, freue mich, dass die Protagonistin einen Weg für sich gefunden hat.
Persönliche Geschichten sind generell schwierig zu bewerten, finde ich. Bei persönlichen Geschichten werden Emotionen verarbeitet und Gefühle öffentlich zugänglich gemacht. Das verdient immer höchste Anerkennung - für den Mut dazu, sich verletzlich zu machen und die Offenheit, seine Geschichte einem breiten Publikum zu erzählen.
Und genau das ist hier geschehen. Die Autorin schreibt in diesem Roman über eine schwarze Ich-Erzählerin und ihr Aufwachsen in einer sehr schwierigen und gefährlichen Umgebung. Wer die Autorin kennt, weiß, dass diese auch in ihrem realen Leben mit widrigen Umständen zu kämpfen hat. So ist der Schluss naheliegend, dass die Geschichte in diesem Buch vielleicht nicht ganz so fiktional ist, wie es dargestellt wird.
Deshalb möchte ich den Schreibstil eigentlich gar nicht bewerten, da er authentisch wirkt. Da ich es im Rahmen dieser Rezension aber tun muss, kann ich nur sagen, dass ich von professioneller Literatur anderes gewohnt bin und mir gewünscht hätte. Da es aber wie gesagt zu den Personen im Buch passt, ist es durchaus gerechtfertigt.
Insgesamt bleibt die Geschichte jedoch bloß an der Oberfläche. Ich vermisse Details und Beschreibungen der Gefühlswelt der Charakter im Buch. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich die Hauptfigur nach Lektüre des Buches kenne, wie ich es bei anderen Romanen habe, das finde ich schade.
Ich konnte das Buch nicht beiseite legen, es hat mich in seinem Sog aus Fassungslosigkeit, Gewalt, Rassismus… und Hoffnung gezogen! Überleben. Trotz aller Grausamkeiten, die die Protagonistin (Autorin?) erfahren musste. Ich folge Jasmina Kuhnke schon länger auf Twitter und war schon vor der Lektüre sehr beeindruckt von ihr. Bitte lest dieses Buch, wenn ihr etwas über Rassismus in Deutschland wissen wollt und drückt es bitte Elke Heidenreich in die Hand, falls ihr sie sehen solltet… sie hat’s nötig!
Mit ihren kurzen gut zu lesenden Kapiteln beschreibt Jasmina Kuhnke ihre von Rassismus und Gewalt gegen Frauen prägende schreckliche Geschichte. Ihre Geschichte geht unter die Haut. Gut, dass sie eine Überlebende ist, die andere Betroffene durch ihr Buch Mut geben könnte.
Hartes Buch und einige Dinge passieren auch heute noch z.B in der Schule .
Es isr aufgrund der Zeitsprünge und der Sprache manchmal schwierig aber insgesamt hat es mich sehr berührt.
Welch ein starkes und wirkmächtiges Buch. Die Autorin Jasmina Kuhnke schafft es so unfassbar die lesende Person in ihren Bann zu ziehen. Umso eindrucksvoller wird das Ganze, wenn Mensch die geschilderten Situationen im Buch bedenkt und die Schwere der einzelnen Momente.
Das Buch sollte auf jeden Fall gelesen werden, auch wenn alle lesenden Menschen im Vorfeld unbedingt die Triggerwarnungen beachten sollten, denn es ist kein Buch der Leichtigkeiten, sondern ein Buch voll Aggressionen und fast unbeschreiblicher Momente.
Ich hoffe, dass das Buch es schafft, dass die Themen Rassismus, Häusliche Gewalt, physische und psychische Gewalt und viele weitere, ins Bewusstsein der Menschen kommen, denn viel zu häufig schenken wir den Betroffenen nicht die Räume bzw. die Unterstützung, die sie vielleicht bräuchten. Danke Jasmina Kuhnke für dieses Buch.
„Innerlich hatte sich meine Oma auf das Schlimmste vorbereitet, als sie ins Krankenhaus kam, aber das, mich, hatte sie nicht erwartet. Ein uneheliches Kind war schon eine Schande, doch ein Schwarzes uneheliches Kind war unmöglich.“
Die Protagonistin wächst in Ruhrgebiet auf und musste schon sehr früh in ihrer Kindheit Gewalt erfahren. Nicht nur, dass sie täglich den Rassismus in der Schule und auf der Straße ertragen muss, weil sie kroatische und senegalesischen Wurzeln hat, sondern muss auch noch die Gewalt in der toxischen Beziehung ertragen. Durch die ständige psychische als auch physische Gewalt leidet auch das Selbstwertgefühl der Protagonistin, denn sie fängt an sich selbst zu zweifeln an und auch sich zu hassen: Hallo, Gaslighting.
Dass mich dieser Roman nicht begeistert hat, wundert mich nicht. Letztes Jahr hatte ich das Hörbuch angefangen und musste es beenden, da mich weder die Autorinnenlesung noch der Schreibstil angesprochen haben. Deswegen dachte ich zu einem späteren Zeitpunkt das Buch vielleicht zu lesen. Und dieses Jahr war es dann so weit.
Jasmina Kuhnke hat im Buch eine ausführlichere Triggerwarnung ausgesprochen. Meiner Meinung nach behandelt sie auch diese Themen sehr pointiert und versucht so den Lesenden den Rassismus, die Frauenfeindlichkeit und häusliche Gewalt, die die Protagonistin erlebt hat, zu vermitteln. Die unangenehmen rassistische Auseinandersetzungen mit Nazis, die Stigmatisierungen in der Schule, sogar die häusliche Gewalt beschreibt die Autorin in den Kapiteln ausgiebig und zeigt diese in der Vergangenheit und Gegenwart. Ich fand diese Zeitsprünge unpassend und störten mich persönlich beim Lesen bzw. zog die Geschichte runter.
Generell vermittelt Kuhnke die verschiedene Diskriminierungsformen gut. Für einen Roman fand ich es literarisch überhaupt nicht überzeugend. Die Sätze und Erzählweise konnten mich nicht abholen
„In der Schule komme ich nicht mehr mit, bei meinen Eltern ist immer dicke Luft, und meinem Stiefvater kann ich sowieso nichts recht machen.“
Der Klappentext verspricht ein Buch, das erzählt, „wie sich Rassismus in die Seelen der betroffenen Menschen webt.“ Und dass es wehtun und die Leser:innen nicht so schnell wieder loslassen wird.
Ich glaube, all diese Versprechen hält der Roman von Jasmina Kuhnke mühelos. Das Buch war ein Orkan und hat sich in seiner Tragik in mein Herz gewütet. Auf knapp 200 Seiten passiert so viel Schreckliches, dass die detaillierte Trigger-Warnung am Ende eine ganze Seite füllt. Zwei zentrale Themen bleiben dabei im Vordergrund:
Rassismus und häusliche Gewalt. In der Ich-Perspektive verbindet Jasmina Kuhnke beide miteinander und es wird schnell klar, dass sie in der Geschichte der Protagonistin nicht losgelöst voneinander betrachtet werden können, sondern das eine einen großen Beitrag zum anderen leistet. Ich kann die Szenen nicht zählen, die mich wütend, fassungslos und traurig gemacht haben - wohlwissend, dass sie so und so ähnlich weiterhin und jeden Tag in jedem Land der Welt stattfinden.
Die Seite des Hilfetelefons berichtet, dass jede 3. Frau in Deutschland von se*xueller und / oder körperlicher Gewalt betroffen ist. Mehr als 387.000 Beratungen führte das Hilfetelefon in 10 Jahren durch. Die Dunkelziffer dürfte, wie immer, weitaus höher sein.
Und aus vielen anderen Gründen, aber auch aus diesem sind Bücher wie „Schwarzes Herz“ von Jasmina Kuhnke so wichtig - weil sie mutig sind, Betroffenen eine Stimme geben und die Sichtbarkeit erhöhen und weil sie Hoffnung schenken, dass Kreisläufe der Gewalt irgendwann durchbrochen werden können:
„Ich bin eine Überlebende. Ich lebe.“ (S. 204)
Mich lässt „Schwarzes Herz“ aufgewühlt zurück, aber auch mit einem Impuls:
Danke für dieses Buch. Und alles Gute dieser Welt für deine Familie und dich, Jasmina Kuhnke.
Gewalt, Sexismus, Rassismus und Misogynie!
In diesem Roman werden all diese Themen behandelt. Aufgeteilt in 58 kurzen Kapiteln springen wir von Moment zu Moment, mal in Rückblicken in der Kindheit und Jugend, dann in der gewaltvollen Ehe und das Leben allein.
Die Ich - Erzählerin bezeichnet sich selbst als afrodeutsche Kroatien , ihre Mutter ist Kroatien , der Vater,den sie nie kennengelernt hat, stammt aus dem Senegal. Sie fühlt sich in ihrer eigenen Verwandtschaft nicht richtig akzeptiert und genauso wenig in der deutschen Gesellschaft. Von klein auf muss sie sich rassistische Beleidigungen anhören, manche unterschwellig, andere ziemlich bewusst geäußert. Im Kindergarten will keiner mit ihr spielen, sie kommt in die Waldorfschule, wo sie genauso schlecht behandelt wird, erst als sie auf die Grundschule im Brennpunkt wechselt, fühlt sie sich aufgenommen. Doch beim Wechsel aufs Gymnasium ändert sich das wieder. Das einzige worin sie sich stark fühlt ist ihr Sport das Laufen, was ihr aufgrund einer Krankheit genommen wird. Sie fühlt sich immer schuldig und als erwachsene heiratet sie einen Mann, der sie furchtbar behandelt. Sexuelle,psychische und physische Gewalt werden ihr Alltag.
Alles sehr wichtige Themen, aber das Buch hat mich nicht zu 100% überzeugt. Es lässt sich zwar flüssig lesen, mit den Zeitsprüngen bin ich auch ziemlich schnell klargekommen, aber an manchen Stellen hat es sich nicht stimmig angefühlt. Trotzdem würde ich es jedem empfehlen, der sich mit diesen Themen auseinandersetzen möchte, allerdings sei gewarnt, manche Gewaltszenen sind heftig umgesetzte und hier und da ist derbe und vulgäre Sprache zu lesen.
Im Vorwort des Buches stehen einige Trigger-Warnungen und das zu Recht. Das Buch befasst sich mit Rassismus, häuslicher Gewalt und Unterdrückung. Damit geht er unter die Haut. Wir begleiten die Protagonistin auf ihrem Weg zu sich selbst, von ihrer Kindheit bis zum Erwachsenenleben. Dabei hat sie einige Rückschläge zu verkraften. Die Perspektiven wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwart, so lernen wir die Protagonistin in den Rückblicken kennen und erfahren, warum sie in ihrem Leben dort gelandet ist, wo sie ist.
Ein fesselndes Buch über harte Themen, aber mit sehr viel Gefühl.
Stellenweise durch die vielen Zeitsprünge etwas unübersichtlich. Unklar bleibt auch, inwieweit der Roman nicht doch eine Autobiographie ist. Insgesamt zeichnet sich aber ein sehr erschreckendes Bild des Aufwachsens und Überlebens in einem rassistischen und misogynen Systems, dass stets gegen die Protagonistin arbeitet. Sehr empfehlenswert.
Blanke Wahrheit - mitten ins Herz
Das lyrische Ich in Kuhnkes Roman wechselt zwischen das damalige Ich und das gegenwärtige Ich, aus beiden Perspektiven konnte ich was mitnehmen. Schwarze Menschen werden vom System benachteiligt, in jeder Hinsicht. Dieser Roman hat teils Lebensauschnitte beschrieben, bei dem ich das nicht mal gedacht habe, das man als Schwarze Person benachteiligt wird.
Zudem wird hier auch über häusliche Gewalt geschrieben. Ich habe jedesmal Gänsehaut bekommen, als ich diese Zeilen gelesen habe. Es ist einfach so unglaublich, vorallem diese Belastung und die Idee, dass man daran Schuld ist, das man sowas erlebt (was übrigens nicht der Fall ist - niemand ist Schuld an häusliche Gewalt, außer die Täter*in!!!).
Jasmina Kuhnke hat hier einfach die blanke Wahrheit aufs Papier gebracht.
Bei "Schwarzes Herz" handelt es sich um den Debüt-Roman von Jasmina Kuhnke. Das Cover des Buchs fand ich persönlich sehr ansprechend. Zu sehen ist eine Schwarze Frau, die ihr Shirt leicht hochzieht, um sich ein schwarzes Herz auf die Hüfte zu malen. Im ersten Moment war ich überrascht, wie dünn das Buch ist, gerade mal knapp 200 Seiten. Dennoch ist es ein sehr intensives, eindringliches Buch, das man nicht mal eben an einem Tag wegliest
In dem Buch geht es um eine junge, Schwarze Frau, die von ihrem Leben erzählt. Die Kapitel springen von Zeitebene zu Zeitebene: Mal geht es um ihre Kindheit als einziges Schwarzes Kind weit und breit im Ruhrgebiet, mal um toxische Beziehungen im Erwachsenenalter oder um sportliche Wettkämpfe in der Jugend. Zu Beginn fand ich diesen Aufbau des Buchs etwas verwirrend, jedoch kam ich schnell rein und fand mich gut zurecht, was in welcher Zeit spricht.
Der Schreibstil der Autorin ist teilweise sehr roh und derb - aber das passt einfach zu der teilweisen brutalen Geschichte, die erzählt wird.
Für mich als weiße Frau war dieses Buch ein AHA-Erlebnis. Zum ersten Mal konnte ich wirklich sehen, wie weit verbreitet Alltagsrassismus ist, wie diskriminierend bereits Schwarze Kinder behandelt werden.
Interessant für die Schwarze Perspektive auf das Leben in Deutschland. Und da kommen auch die wohlwollenden drei Sterne her. Der Roman ist sprachlich einfältig, plumb und abstoßend. Die zur Doktrin erhobene Parataxe hinterlässt ein dumpfes Gefühl kognitiver Beschränkung, man ist selber kaum mehr zu einem ausgefeilten Gedanken fähig, nachdem man durch die 205 Seiten füllenden 58 Kapitel gerauscht ist. Das Werk liest sich einfach, man fliegt regelrecht durch das Buch. Wenn man sich darin verlieren kann, findet man sich mitunter paralysiert wie von einer ausgearteten Eskapade an YouTube Shorts, was aber immerhin angenehmer ist als Sätze wie den folgenden bewusst wahrzunehmen: "So low mein Selbstbewusstsein in allen anderen Bereichen des Lebens war, beim Laufen war es doppelt so groß wie ich".
Losgelöst von meiner Bewertung des sprachlichen Aspekts, möchte ich auf die Form zu sprechen kommen: Die episodenhafte Konstruktion des Romans halte ich für eine gute Idee. Die Vermischung von Erlebnissen aus verschiedenen Etappen ihres Lebens erzeugt eine empfundene Parallelität, die Gleiches und Differenzen zwischen ihrer Rolle als Kind und als Elter abbildet. Allerdings wird im Laufe der 58 Kapitel (also im Schnitt knapp 3.5 Seiten pro Kapitel, es ist wild) allzu oft zwischen diesen Perspektiven gewechselt, sodass kaum zwischen den Episoden differenziert werden kann. Dieser übermäßige Einsatz einer guten Idee lässt alle Grenzen verschwimmen, der Roman verkommt zu einer einzigen Abrechnung mit Problemen der Welt, viel zu oft von einem Standpunkt geprägt von Wut und Hass. Es wird häufig der Versuch unternommen, die Geschichte reflektiert, umfassend und multiperspektivisch zu beschreiben, am Ende macht Kuhnke den großen Fehler, alles ihrem aktuellen all-besserwissenden Blick zu unterwerfen, für den Leser zu deuten, ihm jegliche eigene Denkleistung zu ersparen. Immerhin besteht hier eine gewissen Konsistenz: Wer seine Adressaten für dumm hält, der schreibt auch im wahrsten Sinne einseitige Kapitel, um niemanden zu überfordern.
Ebenfalls misslungen finde ich den starken autobiographischen Charakter des Werks. Ich interessiere mich nicht für das Leben von Jasmina Kuhnke, ich interessiere mich viel mehr für Schwarzes Leben. Die Abstraktion, die den Roman hätte deutlich besser machen können fällt offenbar der Geltungssucht zum Opfer.
Zuletzt möchte ich anmerken, dass ich diese Polemik nicht als reinen Verriss verstanden wissen möchte und ich einfach gerne alles niederschreibe, was mich nicht überzeugt. Das Buch bleibt trotz aller Kritik irgendwo wichtig und lesenswert.
Ich habe diese Buch wegen der Autorin selbst gelesen. Sie ist eine Person über die diskutiert wird und die für manche vielleicht unbequem ist, weil sie unangenehme Themen anspricht und nicht schweigt. Der Rassismus, die Gewalt und Misogynie welche die Protagonistin erlebt ist schmerzhaft zu lesen.
Ich habe das Buch tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen. Auch wenn mich die zeitlichen Sprünge manchmal ein wenig gestört haben.
Auf dieses Buch hatte ich mich so gefreut und dann war es doch schwierig. Dieser negative Blick auf die Menschen und dieser fast anklagende Schreibstil - so bin ich überhaupt nicht und es fiel mir teilweise sehr schwer, die Protagonistin zu (be)greifen. Die willkürlichen Zeitsprünge haben mich verwirrt und die Geschichte hat mich sehr runtergezogen.
Kurze Triggerwarnungen stehen am Anfang, ausführlichere am Ende des Buches.
Das war viel.
Ich kann kaum in Worte fassen, wie es mir mit diesem Buch ging. Es ist aufwühlend und emotional und wichtig. Habe ich es gerne gelesen? Ich weiß es nicht. Aber auf jeden Fall hat es mich gefesselt. Ich habe nur drei kurze Trinkpausen gemacht, ansonsten in einem Rutsch durchgelesen. Vielleicht wären mehr Pausen besser gewesen, um das Buch sacken zu lassen. Andererseits war es vielleicht auch gut, durchzulesen.
Wie dem auch sei, die Autorin hat kein literarisches Meisterwerk geschaffen, aber das ist auch nicht der Anspruch. Es gibt zwei Themen, die über allem schweben. Mal miteinander verbunden, mal jedes für sich: Rassismus und Frauenhass.
Die Ich-Erzählerin erzählt in kurzen Kapiteln von ihrem Werdegang. Dabei springt sie immer wieder zwischen Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter, um Parallelen und Kontinuitäten aufzuzeigen. Das Buch wirkt wie eine Spirale, die immer höher steigt.
Mir fehlen ein bisschen die Worte. Ich kann mich nicht mit der Ich-Erzählerin identifizieren, wohl eher mit einem der zahlreichen Nebencharaktere. Keine Person in diesem Buch trägt einen Namen. Sie sind alle austauschbar. Und auch, wenn suggeriert wird, dass das Schicksal der Protagonistin das von jeder FINTA*-Person sein kann, so wird doch deutlich, dass manche Gegebenheiten es eher begünstigen als andere.
Zwischendurch kommt man sich in dem Buch wie ein Voyeur vor und fragt sich unwillkürlich: Was würde ich in der Situation tun? Sowohl an der Stelle der Protagonistin oder einer dritten Person.
Das Thema patriarchale Gewalt ist auch über 20 Jahre nach der Einführung der Strafbarkeit von Verg*waltigung in der Ehe eines, das selten als systematisch wahrgenommen wird. In Zeitungen oder Nachrichtensendungen wird dann vom Familiendrama oder der Beziehungstragödie gesprochen. Zu selten schaffen FINTA* den Absprung aus gewaltvollen Beziehungen. Je stärker ihre Diskriminierungserfahrungen sind desto schwieriger wird es in einer rassistischen, behindertenfeindlichen oder transfeindlichen Umwelt, aus dem Machtgefüge auszubrechen.
Diesen Struggle, die Verbindung von Rassismus und Frauenhass, stellt die Autorin in einem Buch dar, das den Leser*innen schamlos hinter die Kulissen blicken lässt, das sie verstört und desillusioniert zurücklässt, aber auch Hoffnung gibt.
Für mich gibt es keinen Zweifel daran, dass das Buch 5 Sterne verdient hat.
„Innerlich hatte sich meine Oma auf das Schlimmste vorbereitet, als sie ins Krankenhaus kam, aber das, mich, hatte sie nicht erwartet. Ein uneheliches Kind war schon eine Schande, doch ein Schwarzes uneheliches Kind war unmöglich.“
Die Protagonistin wächst in Ruhrgebiet auf und musste schon sehr früh in ihrer Kindheit Gewalt erfahren. Nicht nur, dass sie täglich den Rassismus in der Schule und auf der Straße ertragen muss, weil sie kroatische und senegalesischen Wurzeln hat, sondern muss auch noch die Gewalt in der toxischen Beziehung ertragen. Durch die ständige psychische als auch physische Gewalt leidet auch das Selbstwertgefühl der Protagonistin, denn sie fängt an sich selbst zu zweifeln an und auch sich zu hassen: Hallo, Gaslighting.
Dass mich dieser Roman nicht begeistert hat, wundert mich nicht. Letztes Jahr hatte ich das Hörbuch angefangen und musste es beenden, da mich weder die Autorinnenlesung noch der Schreibstil angesprochen haben. Dabei dachte ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt das Buch zu lesen. Und dieses Jahr war es dann so weit.
Jasmina Kuhnke hat im Buch eine ausführlichere Triggerwarnung ausgesprochen. Meiner Meinung nach behandelt sie auch diese Themen sehr pointiert und versucht so den Lesenden den Rassismus, die Frauenfeindlichkeit und häusliche Gewalt, die sie erlebt hat, zu vermitteln. Die unangenehmen rassistische Auseinandersetzungen mit Nazis, die Stigmatisierungen in der Schule, sogar die häusliche Gewalt beschreibt die Autorin in den Kapiteln ausgiebig und zeigt diese in der Vergangenheit und Gegenwart. Ich fand diese Zeitsprünge unpassend und störte mich persönlich beim Lesen bzw. zog die Geschichte runter.
Generell vermittelt Kuhnke die verschiedene Diskriminierungsformen gut. Für einen Roman fand ich es literarisch überhaupt nicht überzeugend. Die Sätze und Erzählweise konnten mich nicht abholen
„In der Schule komme ich nicht mehr mit, bei meinen Eltern ist immer dicke Luft, und meinem Stiefvater kann ich sowieso nichts recht machen.“
Große Leseempfehlung! Die Inhaltswarnungen am Anfang und Ende des Buches sollten jedoch beachtet werden, es wird vieles direkt angesprochen und beschrieben. Jasmina Kuhnke erzählt in ihrem Debütroman die Geschichte einer Schwarzen Ich-Erzählerin in der weißen Dominanzgesellschaft Deutschlands. Die Geschichte wird nicht linear, sondern durch Rückblenden in die Kindheit und Jugend erzählt, was super gelungen ist. Nach und nach werden immer mehr Schichten des Lebens der Protagonistin enthüllt und mehr und mehr Facetten der jeweiligen Persönlichkeiten sowie der Beziehungen gezeigt. Das ganze in einer rohen, authentischen Sprache, sehr beeindruckend. Ein wichtiges Buch!
Als ich schwarzes Herz das erste Mal gesehen habe, hat mich die Geschichte gleich angesprochen. Zunächst war ich mir unsicher, ob es sich hier um eine autobiografische Geschichte handelt, was ich vermutlich noch interessanter gefunden hätte. Doch so wie ich es verstanden habe, schildert die Autorin durchaus wahre Begebenheiten, die zum Teil hier oder anderen Menschen aus der PoV Community passiert sind. Nur eben nicht einer einzelnen Person in diesem Ausmaß bzw. genau so.
Hier wird eine bewegende und bedrückende Geschichte erzählt, es geht um Rassismus und häusliche Gewalt. Die Protagonistin erzählt aus ihrem Leben, so ist das Buch nicht linear aufgebaut, sondern wir schwenken immer wieder in die Vergangenheit. Besonders die Szenen aus der Vergangenheit haben mich berührt und auch wütend gemacht. Wie dieses kleine Mädchen, dass sich nicht mal richtig darüber bewusst ist, was überhaupt das Problem der anderen ist, immer wieder mit Rassismus konfrontiert wird.
Leichter wurde es aber auch nicht in ihrem Erwachsenenleben. Denn sie ist an den falschen Mann geraten. Hier finde ich es besonders gelungen, wie der innere Twist dargestellt wurde. Es sagt sich so leicht, wenn mein Mann mich schlägt etc. dann verlasse ich ihn, so was würde ich nicht mit mir machen lassen usw. Und es ist auch leicht, der Frau die Schuld zu geben, sie lässt es ja mit sich machen, könnte ihn einfach verlassen. Hier wird realistisch aufgezeigt, wie schwer so etwas fallen kann. Und wie auch eine augenscheinlich starke Frau in einer so toxischen Beziehung landen und auch bleiben kann.
Zu sagen, dass lesen des Buches hat Spaß gemacht wäre falsch. Ich fand das Buch bereichernd und authentisch, sowie berührend.
4.5 ⭐
Ich habe das von der Autorin selbst eingesprochene Hörbuch gehört.
Hab mehrere Male geheult, vor Wut, Mitgefühl, Trauer... man sollte die Content Notes auf jeden Fall ernst nehmen. Es hat sich angefühlt wie ein Sog, ich konnte garnicht aufhören, zuzuhören (ich habs dann auch an einem Tag durchgehört). Auch die Stimme der Autorin war total toll, man konnte ihr super zuhören und ich bin froh, dass sie es selbst eingesprochen hat.
Mein einziger Kritikpunkt ist der, dass die Perspektivwechsel auf zwei Zeitebenen oft schnell aufeinander folgten und es deshalb manchmal etwas schwierig war, dem Hörbuch zu folgen - da man ja keine visuelle Trennung zwischen den Kapiteln hat.
Ich bin mega gespannt, was von der Autorin noch so kommt. Ich hoffe, in der Zukunft mehr von ihr zu lesen!
Jasmina Kuhnke erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die aufgrund ihrer Hautfarbe immer wieder rassistische Erfahrungen machen muss. Sie zeigt außerdem, wie sich ihre Andersbehandlung auch auf ihr späteres Leben auswirkt. Wir springen immer wieder zwischen ihrer Kindheit/Jugend und ihrem Erwachsenenleben hin und her.
Ich empfand es insgesamt sehr emotional geschrieben und konnte mich sehr gut in ihre Gedanken einfühlen. Es ist toll geschrieben und ich habe die Entwicklung ihres Charakters einfach gerne verfolgt.
Mit diesem Buch bin spät dran, weil ich mich ehrlich gesagt lange gedrückt habe. Es ist eines der Bücher, bei denen man schon vorher weiß, dass es hart wird. Ja, das ist ein Privileg. Gerade Bücher brauchen bei mir einfach den richtigen Zeitpunkt.
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Da Buch ist wichtig und richtig und steht für Themen, die aufgezeigt und in der Gesellschaft besprochen werden müssen. Das steht außer Frage. Trotzdem habe ich mich mit der Bezeichnung Roman schwer getan. Oder anders gesagt: Ich habe bei Roman etwas anderes erwartet. Es ist sehr fragmenthaft, springt immer wieder in der Chronologie, die Kapitel oder Abschnitte sind kurz. Alles fein.
Die Ich-Perspektive hat von mir immer wieder verlangt, die Protagonistin aktiv von der Autorin zu trennen. Das war in diesem Fall wirklich schwer und gerade bei Jasmina Kuhnke hatte ich das nicht erwartet. Was aber dafür gesorgt hat, dass ich das Buch einerseits nicht so gern gelesen habe und es sich andererseits nicht so schlimm anfühlte, war der Schreibstil. Ich hatte den Eindruck, dass mir Deutungen von Emotionen oder Ereignissen nicht selbst überlassen, sondern vorgekaut wurden. Die Figuren kamen nicht so richtig an mich heran. Der Mann hat mich abgestoßen und ich fühlte schon mit der Protagonistin mit, aber richtig bewegt hat mich ihr Schicksal nicht. Außer in den Momenten, in denen ich sie nicht von der Autorin trennen konnte.
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Kurz gesagt: Wichtig, aber ich hatte meine Probleme damit. Unter dem Label Erfahrungen oder Biografie wäre der Stil für mich passender gewesen.
Es fällt mir nicht leicht diesem Buch "nur" 3 Sterne zu geben. Denn solche Stimmen wie die von Jasmina Kuhnke sind enorm wichtig & sollten noch häufiger zur Normalität gehören. Aber insbesondere im letzten Drittel hat die Autorin mich leider in der Geschichte verloren. Die Lebensgeschichte der Protagonistin wurde vor dem Erzählen einmal willkürlich zerhackt & im Mixer durchmischt. So habe ich mir beim Lesen immer mehr schwer getan den roten Faden im Blick zu halten. In diesem Fragment ist die Ich-Erzählerin 8 mit ihrem Stiefvater, dort Anfang 30 mit Kindern, hier 4 mit ihrer Mutter, dort als junge Erwachsene mit dem ersten Freund, und so weiter. Ständig wechselt das Alter und die im Fokus stehenden Personen, die noch dazu keine Namen haben. Was erstmal auch kein Problem war und gut zu dem Grundgedanken, dass diese Geschichte für so viele Leben steht, gepasst hat. Doch auch das hat mich im letzten Drittel rausgerissen.
Leider war für mich "Schwarzes Herz" alles in allem einfach nur ok.
Ich hab das Buch gehört, aber es ist nichts Besonderes. Leider! Thema super und wichtig aber die Story ist dermaßen öde erzählt! Es gab so gute Ansätze aber erzählen kann die Autorin leider nicht.
Ich hab das Buch gehört, aber es ist nichts Besonderes. Leider! Thema super und wichtig aber die Story ist dermaßen öde erzählt! Es gab so gute Ansätze aber erzählen kann die Autorin leider nicht.
TW: Rassismus, rechtsextreme Gewalt, häusliche Gewalt, Suizidgedanken, Gaslighting, sexuelle Gewalt
Dieses Buch war zwar kurz, aber dafür umso schwerer zu verdauen. Der Protagonistin passiert so viel Scheiße, dass man mit jeder Zeile betet, dass sie irgendwie den Absprung schafft. Jeder Mensch der noch an der Existenz von Alltagsrassismus in Deutschland zweifelt, sollte dieses Buch lesen.
Sehr persönlicher Roman.
Ich hatte ein Buch in Richtung Rechtsextremisten erwartet, deswegen hat mich "Schwarzes Herz" kalt erwischt.
Danach möchte man die Autorin einfach nur in den Arm nehmen stellvertretend für all die anderen Frauen in ähnlichen Situationen.
Ich ziehe einen Punkt ab, weil ich mit der Aneinanderreihung von verschiedenen Szenen meine Schwierigkeiten hatte. Kann aber am Hörbuch liegen. Da sieht man ja keine Absätze und Kapitel.
Jasmina Kuhnke dürfte den meisten nicht erst seit ihrer Absage an der Teilnahme bei der Leipziger Buchmesse bekannt sein, mir persönlich ist sie vor allem wegen ihres Twitter-Accounts präsent. In 'Schwarzes Herz' schildert sie die Geschichte einer Schwarzen Frau, die seit ihrer Geburt immer wieder mit Rassismus konfrontiert wird, keine Möglichkeit hat, sich ein gesundes Selbstwertgefühl aufzubauen und als junge Erwachsene in einer toxischen, gewaltvollen Beziehung festhängt. Das Buch weist gleich zwei Triggerwarnungen auf, eine zu Beginn und eine weitere, sehr detaillierte am Ende des Buches. Diese Warnungen sollte man erst nehmen, denn der Roman ist in jeder Hinsicht krass. Jasmina Kuhnke schont die Lesenden nicht, sondern schildert direkt und ohne Beschönigungen die physische und psychische Gewalt, die die Protagonistin stetig erfährt. Diese Direktheit äußert sich auch in der Sprache, die sehr alltagsnah und teilweise auch vulgär ist. Ich glaube, man kann das Buch auch als "Auf die Fresse" beschreiben - sowohl für die Figuren, als auch die Lesenden.
Zunächst einmal muss ich sagen, dass man für dieses Buch wirklich in der richtigen Stimmung sein muss, da es, zumindest für mich, wirklich ein eher "unbequemes" Buch war. Es befasst sich nunmal mit Themen, die man nicht mal so nebenher verdauen kann, weshalb ich es auch gut finde, dass eine Triggerwarnung enthalten ist.
Einer der positivsten Aspekte ist für mich das Cover, da ich dieses wirklich sehr ausdrucksstark finde.
Die Geschichte an sich möchte ich nicht bewerten, da es zumindest in Teilen die Lebensgeschichte der Autorin ist und diese ist tragisch genug und sollte definitiv nicht bewertet werden. Alles was ich sagen möchte ist, dass die Einblicke, die dem Leser gegeben werden, wirklich erschreckend sind und es für mich zum Teil unbegreiflich war, wie ein Mensch so etwas aushalten kann. Mein kleiner Kritikpunkt ist der Aufbau des Romans, der zum Teil doch recht lose zusammenhängend ist, was es mir nicht immer ganz leicht gemacht hat, mich in der Geschichte zurecht zu finden.
Abgebrochen auf Seite 85.
Es fällt mir immer schwer, negatives über Bücher zu sagen, die wichtige Themen haben. Hierbei geht es unter anderem um Rassismus, auch innerhalb der eigenen (weißen) Familie und Missbrauch verschiedener Art. Über die Darstellung dessen kann und will ich mich nicht äußern, denn mein Problem mit dem Buch liegt im Stil.
Es wird in sehr kurzen Kapiteln zwischen Kindheit und Erwachsenenalter gewechselt. Dabei steigen wir immer wieder mitten im Geschehen ein, es gibt wenige Überleitungen und wenig Kontext. Dabei stehen fast immer Diskriminierungs- oder andere negative Erfahrungen im Mittelpunkt und man erfährt sehr wenig anderes über die Protagonistin. Ich habe fast das halbe Buch gelesen und glaube nicht, dass auch nur ihr Name erwähnt wurde, was es mir sehr schwer gemacht hat, eine Verbindung zu ihr aufzubauen. Das wurde durch die häufigen Zeitsprünge noch schwerer gemacht.
Ich wünschte, ich hätte diese Probleme mit dem Stil nicht, denn das Thema ist sehr wichtig und ich wollte mich damit auseinandersetzen, aber ich musste mich immer wieder zwingen, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen und habe jedes Mal sehr schnell wieder die Lust verloren.
Wenn ihr Interesse an dem Buch habt, schaut doch mal in die Leseprobe, denn vielleicht ist das nur mein persönliches Problem und ihr könnt aus dem Buch viel mitnehmen.
Schwierig zu bewerten, die Themen und das große Oberthema sind für unsere heutige Gesellschaft unvergleichbar wichtig. Mit der Sprache und dem schreibstil habe ich mir allerdings schwer getan
Schwierig zu bewerten, die Themen und das große Oberthema sind für unsere heutige Gesellschaft unvergleichbar wichtig. Mit der Sprache und dem schreibstil habe ich mir allerdings schwer getan