Schöne Geschichte mit sehr klassischen und bekannten Motiven, die insbesondere am Anfang und im zweiten Teil glänzt. Gut geschrieben und lädt zum kurzweiligen Lesen ein, was sich schnell ins Vertiefen in die Geschichte wandeln kann. Leider aber auch mit male gaze-Manko
Das grundsätzliche Thema des nordischen und mystischen Waldes kommt gut zu tragen. Die nordischen Mythen finden ihren Platz, sind aber persönlich nicht so mein Fall als Grundlage für eine Fantasy-Welt. Die Welt fühlt sich klein an, es werden nicht viele Völker/Reiche beschrieben, wodurch der Geschichte eine gewisse Epik und Tiefe fehlt, die man hier nicht erwarten sollte. Die Welt enthält mehr als sie zeigt, aber nicht groß genug als dass man brennend gerne mehr erfahren wollen würde. So werden auch keine Ereignisse erwähnt die mehr als zwei Generationen zurückliegen. Die Charaktere sind simpel gehalten und agieren nach klassischen Motiven. Es werden gleich zwei klassische Heldengeschichten erzählt, die sich meiner Meinung nach etwas zu ähnlich sind. Die Gegenseite ist auch sehr einfach gestrickt und handelt recht erwartungsgemäß. Szenen werden zum Teil sehr gewaltvoll und sehr explizit beschrieben, was aber keine Grenzen überschreitet (bis auf die sexuelle Gewalt betreffend, siehe unten). Insgesamt sind die Szenen einfach, aber interessant geschrieben und die Kapitel kurzweilig, sodass man einfach am Ball bleibt. Größtes Manko ist leider ein male gaze, der vor allem in der ersten Hälfte präsent ist. Frauen werden auf ihre Schönheit reduziert, objektiviert und oft als Lustobjekte gesehen. Es wird sexuelle Gewalt gegenüber Frauen beschrieben, die nur zum Character Building verwendet wird (Charaktere nicht zu mögen oder Rache als Motiv ), und entsprechend verharmlost rüberkommt. Zudem ist die Welt sehr patriarchalisch aufgebaut, was in einer Fantasy-Welt nicht sein muss oder zumindest schlicht anders beschrieben werden kann. Die Ironie ist, dass man im letzten Drittel der Geschichte merkt, dass es das alles gar nicht gebraucht hat und die Geschichte auch ohne die explizit patriarchalischen Züge ausgekommen wäre.
























