24. März
Rating:4.5

Großartige Trilogie! Rational handelnde Charaktere, gute Dialoge, nachvollziehbare Handlungen, medizinische/biologische Erklärungen einfach großartig! Eine Erklärung hat mir allerdings am Ende noch gefehlt 🙈 Ansonsten aber: absolute Empfehlung!

Ruinen
Ruinenby Dan WellsPiper
9. Jan.
Rating:4

In Dan Wells' Welt sieht es wirklich sehr düster aus. Die Partials sterben reihenweise wegen ihrem Verfallsdatum und bei den Menschen erkrankt jedes Neugeborene an der RM-Seuche. Zwar wurde ein Heilmittel gefunden und ein Kind gerettet, doch das hat unmittelbar mir dem Feind zu tun. So sind beide Spezies dem Untergang geweiht und doch bekriegen sie sich gegenseitig. Kira Walker ist überzeugt, dass es irgendwie einen Zusammenhang zwischen den Menschen und den Partials gibt und sie will nur eines: alle retten. Dafür legt sie sich sogar unter das Messer von Dr. Morgan und lässt eine Untersuchung, ein Experiment nach dem anderen über sich ergehen. Erst als die grosse Forscherin nichts findet, macht sich Kira wieder alleine auf die Suche. Wer die Partials-Reihe von Dan Wells kennt, weiss, dass er keine einfachen Bücher schreibt. Immer wieder rückt die Wissenschaft und die Forschung ins Zentrum und man erfährt vieles über seine postapokalyptische Welt. Wo in "Aufbruch" und "Fragmente" vor allem Kira und Samm im Mittelpunkt standen, greift er hier zu noch mehr Perspektiven. Es gibt so viele Handlungsstränge, dass man in jedem Kapitel an einem anderen Ort ist, jemand anderen begleitet. Zu Beginn ist dies recht anstrengend, doch der Autor zieht geschickt die Fäden, so dass all die einzelnen Geschichten schlussendlich perfekt zusammenlaufen. Hier zeigt Dan Wells wirklich, was er kann und präsentiert uns eine von Anfang bis Ende ausgefeilte Handlung. Als Leser muss man sich auf "Ruinen" einlassen, sich wirklich Zeit für die Lektüre nehmen, so dass man länger an der Geschichte dran bleiben kann. Dann kann man in Wells' postapokalyptische Welt eintauchen, wird vom aufwändigen und vielschichtigen Abschlussband gepackt. Das Buch ist bedrückend und schonungslos. Zwischenzeitlich kommt einem sogar der Gedanke, ob für einmal wirklich die Welt untergeht, so düster sieht es für die Partials und Menschen aus. Doch Dan Wells hat sich ein passendes Ende ausgedacht; kein spektakulärer Showdown, keine heile-Welt-Versprechungen und doch so, dass es einen zufrieden auf die Trilogie zurückblicken lässt. Fazit: komplex, bedrückend, schonungslos "Ruinen" ist der Abschlussband von Dan Wells' dystopischer Trilogie um den Kampf zwischen den Menschen und den genveränderten Partials. Einmal mehr muss man sich Zeit nehmen für Wells' Geschichte, denn sie ist komplex, vielschichtig und scheinbar hoffnungslos. Aber auch dieser dritte Band konnte mich mit einem eindrücklichen Setting und spannenden Fakten überzeugen, so dass "Ruinen" ein würdiger Abschluss für eine perfekt durchdachte Reihe ist.

Ruinen
Ruinenby Dan WellsPiper
31. Juli
Rating:4

! ACHTUNG - ENTHÄLT SPOILER ZU DEN VORGÄNGERN ! Inhalt: Obwohl Kira nun von Morgan untersucht wird, findet diese nichts, kein Anzeichen des Heilmittels. Doch Kira ist nicht bereit, die Hoffnung für den Fortbestand der beiden Spezies aufzugeben und stößt auf die Lücke in Morgans Aufzeichnungen ... Unterdessen macht sich die menschliche Terroristin Delarosa mit einer geheimen Atombombe auf, um die Partials endgültig zu zerstören, ungeachtet der massigen menschlichen Opfer, die das kosten würde ... Meine Meinung: Ich bin ganz gut wieder in die Geschichte reingekommen, auch weil die wichtigsten Informationen am Anfang nochmal beiläufig gegeben werden. Dieser Band wechselt nun zunehmend zwischen verschiedenen Sichten: Zwischen Kira und Samm, zwischen Marcus und einem Partial, manchmal auch zwischen Heron, zwischen Kiras Schwestern und zwischen einer anderen menschlichen Gruppe. Damit wechselt der Erzählstandpunkt auch zwischen ganz unterschiedlichen Schauplätzen. Spannung wird dadurch aufgebaut, dass der/die Leser*in so einen Überblick über die Informationen erhält, über die aber immer nur einzelne Personen verfügen, selbst wenn sie auch andere Gruppen betreffen. Gleichzeitig entsteht Spannung aber auch dadurch, dass sich irgendwie kein Antagonist mehr herauskristallisieren lässt. Wie Kira stand ich sowohl auf der Seite der Partials als auch auf der der Menschen, und beide handeln letztendlich nur, um ihr eigenes Überleben zu sichern. Hier zeigt sich auch der fatale Kreislauf des Krieges, bei dem jeder Angriff wieder vergolten werden will und nur noch mehr Hass und Rachsucht hervorruft. Am diskussionswürdigsten sind wohl die Handlungen der Trust-Mitglieder, aber auch die haben allesamt Gründe für ihr Handeln, die bis zu einem gewissen Grad durchaus nachvollziehbar sind. Obwohl also sehr viel Spannung da ist, passiert actionmäßig gar nicht mal so viel - das heißt, es passiert nicht nichts, aber letztendlich ist die Handlung vor allem davon geprägt, dass die einzelnen Gruppen getrennt voneinander durch die Gegend irren, versuchen, nicht von den anderen getroffen werden, für ihr eigenes Überleben kämpfen und teilweise eben nach Wissen suchen, über das wiederum bereits andere Charaktere verfügen. Im Großen und Ganzen gibt es daher kein episches Show-Down in dem Sinne, auch wenn das Buch alles andere als langweilig ist und wieder von der düsteren Endzeit-Atmosphäre getragen wird. Dennoch war der Abschluss selbst durchaus gelungen. Kira als Protagonistin war mir absolut sympathisch, weil sie für ihre Ideale kämpft, ihre Identität akzeptiert hat, eigenständig handelt und selbstbewusst und entschlossen agiert. Samm verdeutlicht zunehmend auch die „menschliche", also emotionale, fühlende Seite der Partials. Seine zwischenzeitliche Unsicherheit verleiht ihm Ecken und Kanten. Insgesamt rückt er in diesem Teil etwas in den Hintergrund. Marcus hat sich weiterentwickelt. Ob man seine plapperhafte, ehrliche und direkte Art als nervig oder amüsant empfinden, bleibt wohl jedem selbst überlassen. Das Liebesdreieck hat mich ein bisschen genervt, glücklicherweise spielt die Liebesgeschichte aber stark im Hintergrund und das Ganze wird gelungen aufgelöst. Auch die anderen Charaktere sind oft vielschichtig und einige von ihnen sehr sympathisch. Heron macht es einem nicht leicht, sie zu mögen, aber letztendlich schloss ich sie in mein Herz. Auch Ariel, Kiras Schwester, mochte ich, auch wenn sie sehr von ihrem Hass auf Nandita geprägt ist. Fazit: Kein episches Show-Down, aber ein spannungsreicher, gelungener Abschluss mit vielschichtigen, oft sympathischen Charaktere und ohne wirkliche Antagonisten!

Ruinen
Ruinenby Dan WellsPiper