28. Juni
Mit offenen Augen träumen....
Rating:5

Mit offenen Augen träumen....

Was gibt es schöneres, als mit offenen Augen zu träumen und sich so weit weg zu beamen, dass man um sich herum alles vergisst? Bettina Lausen ist es auf jeden Fall mit ihrer Fortsetzung und dem zweiten Band Neue Zeiten auf der Kö absolut perfekt gelungen, genau das bei mir zu erreichen. Denn kaum hatte ich angefangen zu lesen, war ich auch schon mittendrin im Geschehen und konnte und wollte mich auch so schnell nicht von dieser großartigen Geschichte losreißen. Die Autorin hat einen solchen hinreißenden Schreibstil , der einen Sog entfaltet, dem man sich nicht entziehen konnte und wollte. Man taucht dabei so tief ab in das Geschehen und ist dabei so weit weg, dass ich schon gar nicht mehr aus meinen Tagträumen herausgeholt werden wollte. So viel Tiefe liegt in dem Geschehen, was nicht nur an den grandiosen Schreibstil der Autorin liegt, sondern auch die großartige Recherchenarbeit der Autorin hervorhebt. Denn während des Lesens, gerade in Bezug auf die Fotokamera, drängten sich mit aller Macht so viele Bilder aus meiner Kindheit hervor, die mir nicht nur ein Lächeln auf den Lippen zauberten, sondern mein Herz zudem mit tiefer Dankbarkeit erfüllten. Und genau solche Emotionen machen zusätzlich ein gutes Buch aus! Die Autorin hat die Nachkriegsjahre so perfekt in Szene gesetzt und hat dabei auf jedes einzelne Detail geachtet. Besonders das Schweigen hat die Nachkriegsjahre geprägt. Während die einen mit aller Macht das Geschehen ignorierten und verdrängten, wurden andere jeden Tag an das Erlebte erinnert, doch auch diese schwiegen. Andere wiederum wollten einfach nur im Hier und Jetzt Leben und verschwiegen und verdrängten gar ihre Religion um nicht negativ aufzufallen. Bettine Lausen gibt ihnen allen ihre Stimme und das ganz hervorragend. Denn auch dieses Buch ist nicht nur einfach eine Geschichte, sondern es ist ein Stück deutsche Zeitgeschichte- und die Erinnerung für jeden einzelnen von uns, genau dann laut zu werden, damit sich so etwas, nie wieder wiederholt! Denn nie wieder ist Jetzt! Aber auch die Charaktere wurden so fantastisch gut gezeichnet, so dass die Charaktere nicht nur bildgewaltig vor Augen entstanden, sondern auch zu jederzeit greifbar wurden. Besonders gefreut hat mich das Wiedersehen mit Eva und ihren Bruder Kurt. Wer den ersten Band noch nicht kennt, kann auch problemlos mit den zweiten Band starten. Allerdings kann ich jedem nur von ganzen Herzen raten, unbedingt auch zum ersten Band zu greifen, denn auch dieser ist ein absolutes Lesehighlight und steht Band 2 in nichts nach! Fazit: Eine absolute Leseempfehlung! 5 Sterne!

Neue Zeiten auf der Kö – Die Fotografin
Neue Zeiten auf der Kö – Die Fotografinby Bettina LausenPiper
22. Juni
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Rating:5

«Niemand ist perfekt und wir dürfen alle so sein, wie wir mit unseren Fehlern, Ängsten und traurigen Gefühlen sind.» - aus die Fotografin - Was muss Zuria für Stärke, Vertrauen und Mut an den Tag legen, als sie nach den Gräueltaten der Nazis, die sie am eigenen Leib erlebt hat, wieder nach Deutschland reist um ihre Schwester Jalda endlich wieder in die Arme zu schließen. Sie verlässt ihren sicheren Hafen in London und bei Noam und begibt sich in ein Land, in welchem zwar der Krieg vorbei, der Antisemitismus jedoch noch nicht verebbt ist. Mit Jalda taucht sie schon bald in die Modewelt ein und ihr Wunsch, eine Modefotografin zu werden wächst. Ihr verlobter Noam in London ist ihr dabei finanziell eine grosse Hilfe. Als Zuria ihre Jugendliebe Kurt in Düsseldorf wiedersieht, gerät ihre sicher geglaubte Zukunft in London gewaltig ins Wanken, lodern ihre starken Gefühle füreinander doch sofort wieder auf. Für was entscheidet sich Zuria, ein sicheres, geborgenes Leben in London oder ein Leben an Kurts Seite in Deutschland? Fazit: Ich habe diese Geschichte sehr gerne gelesen und sie hat mich berührt. Im Nachwort ist zu lesen, dass die Autorin gewisse Bedenken gab, ein Buch als Nichtjüdin aus der Sicht einer Jüdin zu schreiben. In meinen Augen sind diese Bedenken völlig unbegründet, die Geschichte von Zuria und ihrer Schwester ist sehr authentisch, empathisch und feinfühlig geschrieben. Ich konnte mich sehr gut in die Geschichte hineinfühlen. Mir hat sehr gut gefallen wie im Buch zum Ausdruck gekommen ist, wie verschieden Menschen im Umgang mit Traumata umgehen – von Verdrängung über Erlebtes verarbeiten wollen bis hin zum stumm sein. Jeder Mensch ist einzigartig und geht mit erlebten Situationen anders um. Die Geschichte ist sehr flüssig geschrieben und bildgewaltig dargestellt, so dass ich mich darin verlieren konnte. Eine Geschichte über Vertrauen, Mut und bedingungsloser Liebe, mit welcher die dunkelsten Erinnerungen erträglicher werden. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung. Ich freue mich nun darauf, Band 1 – die Journalistin – noch zu lesen.

Neue Zeiten auf der Kö – Die Fotografin
Neue Zeiten auf der Kö – Die Fotografinby Bettina LausenPiper