
438 Tage. Ein Boot. Der Pazifik. Wie überlebt man das?
Im November 2012 fährt der Fischer José Salvador Alvarenga von Mexiko aus zum Fischen hinaus. Ein Sturm zieht auf, der Motor fällt aus und plötzlich treibt er auf dem offenen Pazifik. 438 Tage später wird er auf den Marshallinseln gefunden. Als ich damals zum ersten Mal von diesem Fall gelesen habe, dachte ich nur: Das kann doch eigentlich nicht möglich sein. Vierzehn Monate. Auf einem kleinen Boot. Mitten im Pazifik. Wo bekommt man Essen her? Wo Trinkwasser? Wie überlebt man Stürme, brennende Sonne, Haie um das Boot herum? Und vor allem: Was passiert mit der Psyche, wenn man monatelang allein auf dem Meer treibt und absolut keine Ahnung hat, ob jemals Hilfe kommt? Hofft man die ganze Zeit auf seine Rettung oder hofft man irgendwann auf einen schnellen Tod? Genau das versucht Jonathan Franklin zu rekonstruieren. Er hat viele Gespräche mit Alvarenga geführt und ergänzt die Geschichte mit Einschätzungen von Experten aus Medizin, Psychologie und Nautik. Dadurch versteht man plötzlich, wie einzelne Dinge überhaupt möglich gewesen sein könnten. Das Ergebnis ist eine faszinierende Mischung aus Tatsachenbericht in Romanform, Survivalstory und Abenteuererzählung. Und obwohl ein Großteil des Buches auf einem kleinen Boot mitten im Pazifik spielt, wird es nie langweilig. Ganz im Gegenteil...man liest und denkt die ganze Zeit nur: Wie zur Hölle hat er das geschafft? Am Ende bleibt vor allem eins: tiefer Respekt vor der unglaublichen Willenskraft eines Menschen. 438 Tage auf dem offenen Meer. Allein dieser Gedanke ist schon beeindruckend. Die Geschichte dahinter erst recht.




