27. Aug.
Rating:3

In Working Class geht es darum wie Arbeit unser Leben beeinflusst - oder wie wir durch die Arbeit leben. Durch das Buch hinweg begleitet Julia verschiedene Charaktere. Sie alle haben eines gemeinsam - ihr Leben besteht aus Arbeit, weil sie ohne ihre Arbeit nicht leben können. Einige Dinge empfand ich durchaus als erschreckend - vieles war auch einfach nicht nachzuvollziehen- also warum es so gehandhabt wird. Manchmal schmerzte es regelrecht zu lesen wie sich einige abrackern, damit ihre Kinder ein gutes Leben haben - oder wie man sich durch die Arbeit kaputt macht - körperlich und mental. Viele bemängelten, dass Corona zu viel Einfluss in diesem Buch hatte. Das kann ich gar nicht so behaupten - ich denke die Problematik liegt einfach darin, dass Corona in diesem Rechercheprozess und während des Schreibens einfach leider da war und dies eben die Menschen, die sie über längere Zeit hinweg begleitete, eben massiv beeinflusst hat und wenn wir ehrlich sind - wen hat diese Pandemie nicht beeinflusst? Und sie hat auch unsere Arbeitswelt stark beeinflusst! Dennoch hatte das Buch für mich an einigen Stellen Längen und ich bin mir nock nicht ganz sicher, welchen Mehrheit das Buch für mich hatte.

Working Class
Working Classby Julia FriedrichsPiper
20. Jan.
Rating:4

Friedrichs begleitet drei Personen der "working class" das Buch über und durch die Pandemie hindurch, eine clevere Idee, bei der es mir aber manchmal an Struktur fehlte. Sehr oft ließ sich für mich kein roter Faden erkennen. Ein bisschen hat mir auch der Einblick in Care-Arbeit wie die Pflege oder Erzieher geholfen. Die Message des Buches ist aber eine wichtige und essentielle: Unser System ist so wie es ist nicht tragbar. Und das traurige ist, wie bei fast allen wichtigen Problemen dieser Zeit, haben wir keine Zeit mehr über Lösungen nachzudenken, sondern müssen schnell reagieren. Ich schließe mit meinem Lieblingszitat über die Babyboomer: "Erbarmungslos seziert Kunze den Nachlass seiner Altersgenossen: Bildung, Klima, Kinder - und eben auch das Rentensystem und die Staatskasse. Seine Generation, die noch heute außergewöhnlich viel von sich hielte, habe die idealen Startchancen, das Glück, sechzig Jahre in Wohlstand und Frieden verbringen zu können, vor allem für ein schönes, sattes und selbstbezogenes Dasein genutzt. "Was aber hinterlassen wir unseren Kindern und Enkeln als Gegenleistung? Hinterlassen wir ausreichend Kitaplätze, ein konkurrenzfähiges Bildungssystem, eine funktionierende Infrastruktur und volle Rentenkassen?" Rhetorische Frage. Die Antwort lautet: "Leider nein."

Working Class
Working Classby Julia FriedrichsPiper