10. Aug.
Rating:2.5

Puh, das hat echt gut angefangen und ich finde den Schreibstil mega, nur deswegen hab ich es aber geschafft das Buch fertig zu lesen. Wie selbstverliebt, wie egozentrisch und unsympathisch kann ein Protagonist eigentlich sein? Ich hatte sehr häufig das Gefühl in dem Kopf eines Narzissten gefangen zu sein, ein Ort, an dem ich niemals sein wollte. 3 Punkte wegen des Schreibstils, Protagonist unerträglich, musste nach 20 Seiten das Buch oft weg legen.

Die Geschichte eines einfachen Mannes
Die Geschichte eines einfachen Mannesby Timon Karl KaleytaPiper
3. Juli
Rating:2.5

Naja

Ich wollte den vielen Rezensionen nicht glauben, aber hab’s dann an eigener Haut erfahren müssen, dass es Nix für mich ist. Das Buch ist gut geschrieben und hat ein interessantes Konzept, aber mich persönlich konnte es wirklich irgendwie nicht überzeugen. Ich habe mich oft über den egoistischen Hauptcharakter geärgert, obwohl das genau das ist, was der Titel verspricht: ein einfacher Mann. Ich kann verstehen, wenn man es mag, aber für mich war es leider nichts, den Schreibstil mochte ich dafür aber sehr.

Die Geschichte eines einfachen Mannes
Die Geschichte eines einfachen Mannesby Timon Karl KaleytaPiper
6. Jan.
Rating:5

Über ein Ruhrpottkind aus einfachem Hause und wie sich sein Leben wie von selbst fügt - eventuell - oder auch nicht. Der namenlose Protagonist scheint nur so vor Selbstvertrauen zu strotzen, wodurch er etwas kühl und distanziert wirkt. Er ist eigensinnig und fest davon überzeugt, dass das Leben zu seinen Gunsten verläuft, ohne selbst große Anstrengungen dafür unternehmen zu müssen. Als sich aber herausstellt, dass man durch Nichtstun auch nichts erreichen kann, entwickelt der Protagonist auf einmal Tatendrang, Ehrgeiz und sogar Engagement. Dabei bleibt er stets selbstgefällig, ich-bezogen und komplett von seiner Person und seinen Fähigkeiten überzeugt. Einfühlsames und verständnisvolles Verhalten gegenüber seiner Mitmenschen zählt nicht zu seinen Stärken. Ab und an zeigt sich schließlich aber doch die Erkenntnis, dass er vielleicht nicht immer besser als alle anderen ist und nicht nur die anderen Schuld sind, wenn im Leben nicht alles rund läuft. Seinen Hochmut verliert er trotzdem nicht. Bei all diesen Charaktereigenschaften könnte man meinen, dass der Protagonist eine sehr unsympathische Person ist. Stimmt ja auch. Da ist diese Arroganz, Besserwisserei und das herabblicken auf andere, aber dennoch will man ihn begleiten und erfahren, wie es in seinem Leben weiter geht. Der Autor hat keinen rundgeschliffenen, perfekten Charakter erschaffen, sondern einen mit Ecken und Kanten - und die präsentiert er uns nur all zu gern! Selbstüberschätzung, Ignoranz, Egoismus und impulsives Verhalten machen ihn aus. Timon Karl Kaleyta beschreibt das Leben dieses einfachen Mannes sehr wortgewandt. Die Sprache ist klar, klug und sehr selbstbewusst, harmoniert also perfekt mit dem Protagonisten. Ich sage: dieses Buch lohnt sich! Ein wahres Fest! Lest es alle! Jetzt gleich!

Die Geschichte eines einfachen Mannes
Die Geschichte eines einfachen Mannesby Timon Karl KaleytaPiper
3. Sept.
Rating:4

Ein herrlich ironisches Buch über einen furchtbar naiven Egomanen, aus einfachem Hause, mit unglaublich weichen Händen, der voller Überzeugung, allen Hinweisen zum Trotz, der Welt beweisen will "Man kann alles erreichen und schaffen, wenn man es will". Der Protagonist ist völlig bei sich und reflektiert sich durchaus kritisch, wenn es gut für ihn läuft. Sobald sein Glück ihn verlässt, sind natürlich die Anderen schuld. Ein Typ, der mit sehr viel Geneigtheit seiner finanziell gut ausgestatteten Freunde (man frage sich wirklich, wieso es überhaupt Menschen gibt, die mit solch einem Vogel befreundet sein wollen, der alles auf seinem Weg verbrennt), immer wieder neue Türen eröffnet bekommt und auf die Füße gestellt wird. Nun ja, am Ende... muss auch er einsehen: das Leben ist eine schreiende Ungerechtigkeit und nur darauf ausgelegt uns zu brechen und der eigentliche Sinn des Lebens : "uns für die Träume und Visionen anderer abzurackern". Diese Erkenntnis und der Weg dorthin wird äußerst amüsant geschildert.

Die Geschichte eines einfachen Mannes
Die Geschichte eines einfachen Mannesby Timon Karl KaleytaPiper
23. Sept.
Rating:3

Der Protagonist ist ein egoistischer, selbstherrlicher junger Mann aus einfachem Hause, der glaubt, er müsse sich im Leben kein bisschen anstrengen. Er erwartet, dass ihm das Glück verdientermaßen (weil er so überaus talentiert und großartig ist!) schon vor die Füße fallen wird. So sucht er nach der Schule erstmal weder nach einer Arbeitsstelle noch nach einem Studienplatz, sondern wartet ab, was das Schicksal für ihn Schönes in petto hat – das Zen des selbstgefälligen Nichtstuns._ _ Das fand ich eine Weile herrlich absurd, denn er ist sich seines Dünkels überhaupt nicht bewusst, zelebriert seine eigene Herrlichkeit in kompromissloser Kühnheit. Der Autor treibt alles gnadenlos auf die Spitze, der Schreibstil liest sich sehr unterhaltsam._ _ Als das Nichtstun auf Dauer nicht zum erwünschten Glück führt und seine Eltern zunehmend in Verzweiflung verfallen, geht unser Held zur Universität. Dort will er sich auf der Stelle für ein Medizinstudium einschreiben, als habe man dort nur auf ihn gewartet. Aber dann: Fehlschlag! Er ist bass erstaunt, dass er zum einen viel zu spät dran ist und es außerdem einen Numerus Clausus gibt, den seine Abiturnoten nicht erfüllen. So muss er vorlieb nehmen mit einem Studium der Geisteswissenschaften, wie anscheinend eine wahre Heerschar von anderen Student:innen._ _ Kaleyta fängt sehr prägnant ein, welche Schwierigkeiten es mit sich bringt, in einer völlig überfüllten Universität zu studieren. Der Protagonist begegnet Dozenten, die so grundlegend desillusioniert sind, dass sie ihr eigenes Fach als wertlos erachten und ihren Student:innen keinerlei Chancen im Leben zutrauen. Seine egozentrische Geltungssucht prallt schonungslos auf die Realität, sein verächtlicher Blick rückt ganz reale Probleme in den Fokus._ _ Damit beginnt leider ein Zyklus, der sich stets aufs Neue mit leichten Variationen wiederholt: Der Protagonist fühlt sich vom Schicksal unfair behandelt. Er beklagt sein ach so hartes Los, während Eltern und Freunde ihm großzügig sein bequemes Leben finanzieren. Ihm fällt ein unverdientes Glück in den Schoß, das er aber als ihm nicht würdig genug erachtet und daher entweder ausschlägt oder ruiniert._ _ Zum Beispiel kommt ihm einmal in den Sinn, er wolle doch mal ins Ausland, und das bitte sofort und kostenlos. Prompt erhält er ein Stipendium für ein Studium in Madrid, inklusive 1.000 Euro im Monat für Lebenskosten – mit der Auflage, er müsse dann aber auch beweisen, dass er es mit dem Studium ernst meint, indem er zeitig Klausuren ablegt. Aber er hält es monatelang nicht einmal für nötig, die Universität zu betreten, und wundert sich dann, dass es Konsequenzen hat._ _ Irgendwann überreizte er mein Wohlwollen über jedes Maß hinaus.Er wird immer wieder aufgefangen von den Menschen in seinem Leben, er hat niemals wirklich ein hartes Schicksal. Die Konsequenzen tragen im Grunde stets die anderen, und das schert ihn herzlich wenig. Das fand ich für etwa die ersten 100 Seiten ja noch amüsant – aber dann ermüdete mich die ständige Wiederholung._ _ Für eine ernsthafte Geschichte mit einer Dosis Gesellschaftskritik ist das Ganze in meinen Augen zu übersteigert._ _ Alleine schon, wie er seine Freunde behandelt! Für ihn sind sie wenig mehr als Kummerkästen und Geldmaschinen, ihm kommt gar nicht in den Sinn, ihnen jemals etwas zurückzugeben – noch nicht einmal ein offenes Ohr. Dennoch lassen sie alles stehen und liegen, wenn er mit den Fingern schnippt, ruinieren sich lieber selbst, als ihm etwas zu verwehren. Warum? Seine einzige einnehmende Eigenschaft besteht in seinen außergewöhnlich weichen Händen._ _ Für Satire hat es meines Erachtens zu wenig Biss und zu wenig Aussage._ _ Denn was wird hier denn satirisch dargestellt? Es geht ja nicht um einen jungen Mann, der versucht, sich aus einer niederen Klasse hochzuarbeiten, aber vom System klein gehalten wird – es geht um einen Schmarotzer, der alles geschenkt bekommt, dem aber nichts gut genug ist. Er ruiniert sich den gesellschaftlichen Aufstieg selbst. Geht es um den Zeitgeist? Geht es um den modernen jungen Menschen, der sich quasi stets nur im Selfie abbildet?_ _ Am Anfang war ich ja auch durchaus angetan, aber irgendwann fragte ich mich: und nun? Was soll ich jetzt daraus mitnehmen? Das Ende durchbricht in einer Schlusspointe diesen Zyklus der Selbstherrlichkeit – aber das passte für mich nicht dazu, wie die Persönlichkeit des Protagonisten bis dato dargestellt worden war. Er erscheint wie ein ganz anderer Mensch, ohne dass dieser Wandel sich nachvollziehbar vollzogen hätte. Höchstens könnte ich sagen: Er ist am Schluss genau in dem Leben angekommen, das angesichts seiner Herkunft den Erwartungen entspricht._ _ Fazit_ _ Ein junger Mann aus einfachem Hause hält sich quasi für Gottes Geschenk an die Menschheit. Er lässt sich durchs Leben treiben, im festen Glauben, Glück, Ruhm und Wohlstand müssten ihn wohlverdienter Maßen schon von selbst ereilen. Er ruiniert sich viele Chancen, was aber immer von seiner Familie und seinen Freunden aufgefangen wird. Immer wieder fällt ihm das Glück in den Schoß, wird aber von ihm als nicht gut genug verschmäht._ _ Das fand ich anfangs originell und unterhaltsam, doch die Geschichte wiederholt sich in Grundzügen immer wieder, mit nur wenigen Abweichungen. Selbstüberschätzung. Fehlschlag. Intervention der Menschen um ihn herum. Selbstüberschätzung…_ _ Das Ende weicht radikal davon ab, aber dies erfordert eine komplette Umkehr der Persönlichkeit des Protagonisten. Im Laufe der Geschichte hat er zuvor jedoch vor allem seine komplette Unempfänglichkeit für Wandel jeglicher Art demonstriert, sodass mir das Ende nicht vollständig glaubhaft erschien. Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog: https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-timon-karl-kaleyta-die-geschichte-eines-einfachen-mannes/

Die Geschichte eines einfachen Mannes
Die Geschichte eines einfachen Mannesby Timon Karl KaleytaPiper