„Das Holländerhaus“ ist kein lautes Hörbuch, aber genau das macht es so besonders.
Die Geschichte entfaltet sich ruhig und fast beiläufig, lebt aber komplett von den Figuren und ihrer Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen Danny und Maeve, deren Verbindung mich wirklich berührt hat. Diese Geschwisterdynamik ist so intensiv und gleichzeitig so subtil erzählt, dass man sich emotional immer mehr hineinzieht.
Was ich besonders mochte: Es passiert gar nicht ständig etwas Dramatisches und trotzdem bleibt man dran. Es ist eher dieses stille Beobachten eines Lebens, geprägt von Verlust, Loyalität und dem ständigen Blick zurück.
Als Hörbuch funktioniert es extrem gut, weil die ruhige Erzählweise perfekt dazu passt. Man hört zu und merkt irgendwann, dass einen die Geschichte viel mehr beschäftigt, als man anfangs gedacht hätte.
Dieses Buch hat mich sehr gut unterhalten. Ich hab mit der Familie mitgefiebert und hab es recht schnell beendet.
Maeve und ihr Bruder Danny sind gut geschriebene Personen und haben mich durch das Buch getragen.
Gesprochen ist es absolut perfekt. Uve Teschner ist ein Meister seines Fachs.
Ein Buch über die Liebe, über Familie, über Selbstverwirklichung, Tapferkeit, die Schatten der Vergangenheit und die Verantwortung - für andere, aber auch für sich selbst.
Ach, was für eine wundervolle Geschichte. Ich mag Ann Patchett so sehr und dies war das erste Buch, das ich von ihr - in diesem Falle - gehört habe. So unaufgeregt, cosy, traurig und berührend. Ich hätte so gern noch weiter zugehört. Ich liebe solche Familiengeschichten und fühle mich gerade ein bisschen allein gelassen.
Das Holländerhaus - Eine Geschichte von Verlust, Trauer und Verzeihen
Ann Patchett hat die Charaktere im Holländerhaus sehr bildhaft beschrieben. Ich konnte mich häufig gut in ihre Gefühlslagen, ihre Emotionen und Gedankengänge hineinfühlen.
Das Holländerhaus beschreibt eine Geschichte rund um die Geschwister Maeve und Danny, die zu nächst ihre Mutter „verlieren“ und dann auch noch durch einen Herzinfarkt ihren Vater. Was zurückbleibt ist eine Stiefmutter und ein Bildungsfont.
Die Geschichte ist in drei Teile aufgeteilt und wird von Danny erzählt. Jeder Teil für sich ist so skurril, dass man denkt es ist eine Neuerzählung von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.
Insgesamt habe ich mich durch das Buch mehr durch gequält, wie es genossen. Die Story war nicht meins. Das einzige was mich gehalten hat, war die Schreibweise. Ob man es gelesen haben muss? Meiner Meinung nach nein. Ob man es lesen kann, ein ganz klares Ja. Aber nur, wenn man auf Familientragödien steht.
Eine berührende Familiengeschichte über Verlust, Vergebung und die unzerbrechliche Bindung zwischen Geschwistern. Das Buch beginnt stark, verliert im Mittelteil für mich etwas an Tempo und Spannung und wird zum Ende hin sehr emotional .
Mich hat am Ende total überrascht, WIE SEHR ich emotional in die beiden Geschwister investiert war. Ich war auch ein wenig wehmütig, als ich es beendet hatte; wäre gerne noch länger in der Geschichte geblieben. Ein wirklich tolles Buch! ❤️
Wir folgen den Geschwistern Maeve und Danny von frühester Kindheit an durch ihr Leben mit all den gängigen Höhen und Tiefen: ob Krankheit, Identitätsfragen oder eine geldgierige Stiefmutter.. ich empfand das Buch als nett und unterhaltsam zu Lesen aber nicht besonders spannend. Hinzu kam, dass mir keine Person im Buch richtig sympathisch gewesen ist und ich besonders die Schwester Maeve als rücksichtslos, egoistisch und daher nervig gefunden habe. In sich wirkt die Story dennoch schlüssig, wenn auch sprachlich eher unspektakulär vorgetragen.
Ich hab’s geliebt. Was für eine traurig, tragisch schöne Familiengeschichte. Wundervolle herzensgute Geschwisterliebe, Verlust und unsägliche Verrat. Gerne hätte ich mir gewünscht, die Protagonisten wären weit über 100 Jahre geworden, um weiter an ihrem Leben teil zu haben.
Die Handlung beginnt ungefähr in den 1950er Jahren, als Protagonist Dave noch im Kindesalter steckt und gemeinsam mit seiner älteren Schwester Maeve in einer Villa aufwächst, das fortan als das "Holländerhaus" bezeichnet wird. Das junge Familienleben wird jedoch sehr bald getrübt, als Daves und Maeves Mutter die Familie für immer verlässt und Cyril einige Zeit später erneut heiratet und dadurch eine Stiefmutter mitsamt Stiefgeschwistern in das Haus einzieht. Der Familiensegen hängt schliesslich komplett schief, nachdem Cyril überraschend verstirbt und die Stiefmutter Dave und Maeve aus dem Holländerhaus vertreibt. Eine Erfahrung, die die beiden Geschwister (noch) näher zusammenschweisst.
Dieser Teil entspricht eigentlich nur der Einführung in die Geschichte, denn die Handlung selbst bezieht sich gar nicht so sehr auf Daves Kindheit, sondern vielmehr auf die darauffolgenden Jahrzehnte, in denen seine enge Beziehung zu seiner Schwester Maeve näher beleuchtet wird und im Fokus steht. Es werden immer wieder verschiedene Stationen aus Daves Leben beschrieben - seine Ausbildung, seine Beziehung, seine Ehe und seine eigene Familie - die auch immer von Begegnungen mit seiner Schwester geprägt waren. Die beiden Geschwister verbindet ein besonderes Band, das noch enger geworden ist, nachdem ihre Stiefmutter sie im Stich gelassen hat und Maeve sich als ältere Schwester um ihren jüngeren Bruder kümmern musste. Leider teilt Daves spätere Ehefrau diese Verbundenheit mit Maeve nicht, sodass er immer wieder zwischen den Stühlen steht, wenn die beiden wichtigsten Frauen in seinem Leben aufeinander treffen und seine Loyalität infrage gestellt wird.
Überraschenderweise spielt das Holländerhaus an sich eher eine untergeordnete Rolle und wird erst im letzten Viertel des Buches wieder zum Thema gemacht, als viel Zeit vergangen ist und sich Maeve und Dave bereits im mittleren Alter befinden. Ich fand das nicht schlimm, aber etwas irreführend, denn der Titel, das Cover und die Inhaltsangabe hätten in meinen Augen einfach eine ganz andere Geschichte erwarten lassen. Stattdessen steht wirklich Maeves und Daves Geschwisterbeziehung mit all ihren Facetten im Vordergrund, das immer wieder getreu dem Motto folgt: "Blut ist dicker als Wasser".
Patchett hat wirklich einen einnehmen Schreibstil, mit dem sie die individuellen Charakterzüge der beschriebenen Personen im Buch wunderbar eingefangen hat. Die Handlung verläuft eher ruhig und unaufgeregt und konnte mich trotzdem gut unterhalten.
Der einzige Kritikpunkt, der bei mir bis zuletzt offen geblieben ist, ist das Bild der "bösen" Stiefmutter. Ihre Charakterisierung war mir viel zu stereotyp und zu wenig differenziert und hat mich fast schon an die klischeehafte "böse Stiefmutter" aus einem Märchen erinnert. Entgegen vielen Meinungen von anderen Leser:innen habe ich die Stiefmutter nicht gehasst, sondern fast schon Mitleid mit ihr empfunden, denn ich hatte nicht den Eindruck, dass sie durch und durch böse handelt, sondern von Dave und Maeve in diese Rolle getrieben wurde, weil sie ihre Ablehnung gespürt hat. Ich hätte mir gewünscht, dass die Motive der Stiefmutter näher beleuchtet worden wären, da ich ihre Handlung (und die Entscheidung, das Holländerhaus an sich zu reissen) ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen konnte. Obwohl es viele Jahre später zu einer erneuten Begegnung mit der Stiefmutter kommt, war es dann aber zu spät für eine Klärung, sodass mir ihre Motive leider bis zuletzt ein Rätsel geblieben sind. Das erschien mir leider nicht ganz gelungen und eine verpasste Chance, die letztendlich auch zu einem Sternabzug geführt hat.
Der Schluss hielt dann aber doch eine Überraschung bereit, die ich so nicht erwartet hatte und mich emotional sehr berührt hat, nachdem mir die Charaktere über die Zeit sehr ans Herz gewachsen sind. Aus meiner Sicht ist es der Autorin sehr gut gelungen, dem Buch ein schönes, abgerundetes Ende zu schenken.
Fazit:
"Das Holländerhaus" stellt die Beziehung zweier Geschwister in den Fokus und beschreibt ein ganz besonderes, familiäres Band, das aufzeigt, dass Blut tatsächlich dicker als Wasser ist. Ich fand es schön, mal ein Buch zu lesen, dass sich nicht um eine Liebesgeschichte dreht, sondern die Familie in den Vordergrund stellt. Einzig die Charakterisierung der stereotypen "bösen Stiefmutter" war mir leider zu einseitig und wenig nachvollziehbar beschrieben. Ansonsten ein schönes Buch, indem man Protagonist Dave von seiner Kindheit bis ins mittlere Alter während verschiedenen Lebensstationen begleitet. Eine berührende, emotionale Geschichte, die 4 Sterne von mir bekommt.
⭐⭐⭐⭐⭐ 5 Sterne
Es geht um die Geschwister Maeve und Danny. Danny erzählt aus seiner Sicht die Familiengeschichte; ihre Mutter hat sie verlassen als sie klein waren, als der Vater starb, schmiss die Stiefmutter Danny raus. Er zog dann erstmal zu Maeve die schon nicht mehr zu Hause lebte.
Jahrelang begleiten wir Danny dabei wie er seine Ausbildung zum Arzt macht. Auch das Holländerhaus spielt noch eine Rolle in ihren leben. Immer wieder kommen sie zum Haus und beobachten es und reden über alte Zeiten.
Es war so schön geschrieben die Protagonisten sind mir alle ans Herz gewachsen. Die Autorin zeigt auf wie jeder einzelne seine Vergangenheit verarbeitet. Und das es für den einen schwerer ist los zulassen als für andere.
Eigentlich ein Lieblingsthema von mir. Eine Familiengeschichte mit facettenreichen Charakteren. Leider ließ es mich trotzdem verhältnismäßig unberührt. Daher leider nur 3 Sterne.