Tragische Geschichte über einen Jungen, der sein Bestes gibt, um seine Mutter zu retten
Shuggie ist anders als die anderen Jungs. Er hat einen leichteren Gang und eine Puppe, anstatt mit den andern Fußball zu spielen. Seine Mutter ist alkoholkrank, und während seine Geschwister versuchen, ihre eigenen Wege zu gehen, versucht Shuggie durch den Alltag mit seiner Mutter zu navigieren.
Ähnlich wie Young Mungo eine tragische Geschichte über Armut, Alkoholsucht und einen Jungen, der sein Bestes gibt, um seine Mutter zu retten. 
Leider hat sich für mich der Roman streckenweise etwas gezogen und ich hätte mir Shuggie etwas mehr im Fokus gewünscht. Dennoch beherrscht Douglas Stuart bildgewaltiges Schreiben, was es wiederum ausgeglichen hat.
Vielleicht hätte ich Young Mungo nicht vorher lesen sollen. Stuarts zweiter Roman hat mich einfach auf einer anderen Ebene berührt. Freu mich schon auf das Neueste „John of Johns“.
Zwischenzeitlich musste ich das Lesen des Buchs pausieren, da es wirklich emotional ist.
Hab mir schwer getan reinzukommen, gegen Ende wurde es jedoch immer besser und ich war dann schnell fertig!
Shuggy and his Mother are struggling with live in Glasgow in the 80ies. Alcohol and hard live during that time are described and follow the two main characters in different perspectives.
In my opinion, a very important book to read, even though it’s very stretchy in the middle.very detailed descriptions and uncomfortably true scenes and happenings that shaggy and his mother are going through.
There’s a draft in the middle of the book, especially.nevertheless story wise, true and important written.even though I would not read it a second time I’m glad I did finish the book til the end. Love the realistic view from the author.
Oh Mann, was soll ich sagen? Ich habe unzählige Bücher gelesen, viele schon wieder vergessen. An ‚Shuggie Bain‘ werde ich mich mein Leben lang erinnern. Ein herzzerreißendes, unglaublich emotionales Buch, bei dem man so sehr mit dem kleinen Shuggie mitfühlt. Wer Ähnliches selbst erlebt hat, wird noch tiefer in die Geschichte eintauchen können. Es hat mich unglaublich bewegt und lange nachwirken lassen. Absolute Leseempfehlung – für mich eines der besten Bücher überhaupt.
Sehr traurig aber lässt sich für die harte Thematik doch erstaunlich schnell lesen.
Dieses Buch zeigt einfach mal wieder das Kinder sich oft an allem die Schuld geben, wenn Erwachsene falsch handeln. Der Junge kann garnichts dafür das seine Mutter diese Erkrankung hat und doch glaubt er bis zum Schluss wenn er nur besser wäre oder sich ändert würde die Mutter vielleicht wieder gesund.
Dieses Buch ist sehr gut geschrieben und man will immer weiter lesen weil man es einfach nicht glauben kann wie viel scheiße passiert.
Ich hatte nur anfangs meine Probleme damit wie die Figuren in diesem Buch reden. Nachher habe ich aber gemerkt das es gut ist um sich das Umfeld besser vorstellen zu können.
Das ist sicher ein Buch, das man nicht vergisst. Man liest die tragische Geschichte einer Familie, in der es stetig bergab geht und deren Leidtragenden vor allem die Kinder sind. Sie müssen schnell selbständig werden, da die Mutter dem Alkohol verfällt und der Vater gewalttätig ist und irgendwann keine Rolle mehr spielt. Sie leben in unvorstellbarer Armut und ihr Leben ist für mich kaum zu ertragen gewesen. Man leidet mit ihnen und einige Male war ich kurz davor, das Buch abzubrechen,da es kaum auszuhalten ist.
Ich weiß darum nicht, ob ich eine Leseempfehlung dafür geben möchte.
Glasgow in den 1980er Jahren: Arbeitslosigkeit, graue Siedlungen, Perspektivlosigkeit. In dieser rauen Welt wächst Shuggie auf, ein sensibler Junge, der nichts sehnlicher will, als seine Mutter zu retten.
Im Mittelpunkt steht Agnes, schön, stolz und immer bemüht, Haltung zu bewahren. Sie legt großen Wert auf ihr Äußeres, möchte sich ihre Würde nicht nehmen lassen, selbst wenn um sie herum alles zerbricht. Doch Agnes ist schwer alkoholkrank.
Zunächst scheitert ihre Beziehung zu Shuggies Vater Shug, einem Taxifahrer. Mit seinem Weggang verliert sie nicht nur ihren Partner, sondern auch den letzten Halt. Der folgende Umzug verschärft die soziale Isolation und ihre Abhängigkeit.
Erst danach beginnt Agnes, die Aufmerksamkeit anderer Männer gezielt für sich zu nutzen. Ihre Ausstrahlung wird zu einer Art Überlebensstrategie: ein wenig Geld für die Familie, kleine Zuwendungen – und schließlich auch Mittel, um ihre Sucht weiter zu finanzieren. Was als Versuch beginnt, über die Runden zu kommen, wird Teil des zerstörerischen Kreislaufs.
Der Autor beschreibt diesen Sumpf aus Armut und Alkoholismus eindringlich. Die Monotonie der Tage, die Routinen, das Warten auf den nächsten Drink, die Bekanntschaften unter Gleichgesinnten, all das wirkt erschreckend authentisch. Man spürt förmlich die Schwere eines Lebens, das sich nur noch um die nächste Flasche dreht.
Und Shuggie steht mittendrin. Seine Liebe zu seiner Mutter ist bedingungslos. Er putzt, sorgt sich, kontrolliert heimlich Flaschenstände und hofft auf nüchterne Tage. Seine Mission ist klar: Er will sie retten.
Doch er bleibt immer öfter allein zurück. Seine älteren Geschwister kehren ihrer Mutter mit Erreichen der Volljährigkeit den Rücken, aus Selbstschutz, aus Erschöpfung. Für Shuggie bedeutet das, die Verantwortung weiterzutragen.
Auch er selbst hat es nicht leicht. Seine fantasievolle, weiche, empfindsame Art fällt auf in der harten Arbeiterwelt Glasgows. Er passt nicht in das raue Umfeld, wirkt anders, verletzlich. Seine Sensibilität und Homosexualität machen ihn angreifbar und gleichzeitig machen sie ihn zu einer so berührenden Figur.
Als Agnes es schließlich schafft, ein Jahr lang abstinent zu bleiben, ist die Hoffnung greifbar. Gemeinsam feiern sie dieses eine trockene Jahr, ein seltener Moment von Licht in all der Dunkelheit. Doch ein neuer Mann tritt in Agnes’ Leben und bringt erneut Unruhe und Enttäuschung. Die Jahre vergehen, und immer deutlicher wird: Agnes kann nicht die Mutter sein, die Shuggie so verzweifelt braucht und er kann sie auch nicht retten.
Die Hörbuchfassung lebt in besonderer Weise von Mark Waschkes Interpretation. Er trifft den Glasgower Ton bemerkenswert gut und verleiht jeder Figur Tiefe. Besonders Shuggies Stimme ist voller Emotion, Ratlosigkeit und kindlicher, unerschütterlicher Liebe. Waschke liest nicht nur, er fühlt. Dadurch wird das Hörerlebnis intensiv und nachhaltig.
Fazit
"Shuggie Bain" ist ein schonungsloser Roman über Armut, Sucht und soziale Ausweglosigkeit, aber vor allem über Loyalität und die tragische Liebe eines Kindes zu seiner Mutter. Es ist keine leichte Kost, sondern ein Buch, das man aushält und das lange nachhallt.
Gleichzeitig muss ich sagen, dass es mir nicht immer leichtfiel, konzentriert bei der Geschichte zu bleiben. Vielleicht lag es an der schweren, bedrückenden Thematik, die emotional sehr mitnimmt. Vielleicht aber auch an der Länge des Hörbuchs von über 15 Stunden, die gerade aufgrund der gleichförmigen, trostlosen Lebensumstände einiges an Durchhaltevermögen verlangt.
Trotzdem bleibt es ein intensives, eindringliches Hörerlebnis – getragen von einer herausragenden Lesung, das noch lange nachwirkt.
Sehr traurig. Sehr gut. Und sehr lange nachwirkend.
Dieses Buch hat fast wehgetan.
Still. Konstant. Ohne große Gesten.
Zu lesen, wie der kleine Shuggie immer wieder versucht, seine Mutter aus der Alkoholsucht zu retten, war zutiefst berührend. Diese unerschütterliche Loyalität. Dieses kindliche Verantwortungsgefühl. Dieses „Ich schaffe das für uns“, obwohl er selbst noch gerettet werden müsste.
Man möchte ihn in den Arm nehmen. Und weiß beim Lesen die ganze Zeit: Es wird nicht reichen.
Die Sprache ist klar, präzise, ohne Pathos. Gerade deshalb trifft es so hart. Kein Mitleidskitsch, keine Überdramatisierung. Nur ein Junge, der zu früh erwachsen sein muss.
Die Trauer, die einen beim Lesen dieses Buches begleitet, sitzt tief hinter dem Brustbein
Agnes trinkt. Und um sie herum schrumpft die Welt immer weiter, bis sie nurnoch aus dem kleinen Telefontisch besteht, an dem sie letztendlich auch sterben wird.
Dieses Buch zeigt eindrücklich, wie perfide und egoistisch Alkoholismus ist, wie die Krankheit zunehmend nicht nur die Betroffene zerrüttet und ihrer Würde beraubt, sondern auch die wenigen Menschen, die sie nach all den Jahren noch lieben.
Ich habe ein wenig gebraucht, um mich in die Welt des Romans einzufinden, aber danach konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Grausamkeit und Hoffnungslosigkeit des Alltags von Shuggie und seiner Mutter Agnes ist beinahe wie ein Unfall, bei dem man nicht wegsehen kann.
Das Buch lässt einen wütend und traurig werden und man ist schon fast froh, als Agnes ihren Kampf verliert, schon zu tief versunken in den Fängen der Sucht, die so grau und dreckig scheint, wie die Kulisse, in der der Roman spielt.
Ungeschönt, ohne Romantisierungen, dafür voller Schmerz. Klare Empfehlung.
Glasgow. 1980er Jahre. Shuggie ein sensibles & träumerisches Kind, geboren in einer Arbeiterfamilie. Agnes, die Mutter, Alkoholikerin, wird verführt. Shug, der Vater, Taxifahrer, hat wechselnde Frauen. Weil Shug will, ziehen sie um, nur Shug wird nicht ins gemeinsame Haus einziehen. Wie geht es weiter?
************
„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart war sein Debütroman, in 40 Sprachen übersetzt & der Gewinner des Booker Prize 2020.
Was muss ein Kind erleiden? Die Mutter Alkoholikerin & enttäuscht von Männern. Pr*stitution, um Geld zu verdienen. Alkohol ist wichtiger, alles verkommt & die Fassade muss aufrecht erhalten bleiben (Luxuskleider, Make-up) & keine Unterstützung von außen annehmen. S*x & Alkohol sind Zeichen der Hilflosigkeit. Aus dieser kämpft sie sich zurück. Ist Teilnehmer bei den Anonymen Alkoholiker wird trocken & bis sie an einem neuen Partner gerät.
Shuggie ist der Leidtragende & Kämpfer im Buch. Er wird mit allen alleingelassen. Sobald die Geschwister volljährig sind, verlassen sie das Elternhaus. Shuggie wird schneller erwachsen als ein Kind es werden will. In der Schule erhält er keine Unterstützung, Mobbing gehört zum Alltag. Shuggie weiß um seine Homosexualität & öffnet seinen Bademantel gegenüber einem Säufer. Lässt sich somit Geld verdienen?
„Shuggie Bain“ ist ein hartes, emotionales & raues Buch. Schonungslos erzählt. Es ist ein bedrückender Roman der unter die Haut geht. Negative Auswirkungen der britischen Stahl- & Kohleindustrie nehmen zu, Arbeitslosenzahlen steigen, dies sind Themen die unterschwellig mitspielen. Keine Freude am Leben, Ernst, Trost & humorlos ist die Welt. Gibt es ein Happy End? Ich frage mich: Kann der Tod ein Befreiuungsschlag sein oder überwiegt die Trauer? „Shuggie Bain“ ist u.a. ein Portrait einer Alkoholikerin. Als Leser*in will man Shuggie & Agnes Hilfe leisten, aber leider können wir es nicht.
„Wenn Musik lief, war sie weniger einsam. Shuggie stellte sich aufs Bett und legte ihr die Arme auf die Schultern. So schunkelten sie eine Weile. Sie küsste seine Nase. Er küsste ihre Nase. Beim nächsten Song sah Shuggie seiner Mutter zu, wie sie mit der Bierdose durchs Zimmer tanzte.“
„Shuggie Bain“ ist niederschmetternd, offensichtlich sehr schonungslos beobachtet und literarisch trotz der vielen eher hässlichen Themen wunderschön und eindrucksvoll. Wahrscheinlich ist es vor allem auch im Original sehr lohnenswert, mich hat aber die Übersetzung schon komplett überzeugt.
Leider habe ich eine Weile gebraucht, um in das Buch hineinzufinden und war lange Zeit nur sehr frustriert von dem Verhalten und den Entscheidungen der Figuren, was natürlich ein essenzieller Teil der Geschichte und der geschilderten Lebensrealität ist, dann hat mich das Buch aber umso mehr berührt und mit einer unbeschreiblichen Wucht getroffen.
Sogar ein Schmunzeln haben mir Shuggie, Agnes und der Tratsch zwischen den Frauen im Viertel hin und wieder, trotz all der Abgründe und Tristesse, entlockt.
Danke, Shuggie! 🩶
"Shuggie Bain" von Douglas Stuart spielt im Glasgow der 1980er Jahre. Im Mittelpunkt steht der junge Shuggie, der in einer Arbeiterfamilie aufwächst. Der Vater ist dauerhaft abwesend, seine Geschwister kämpfen ihre eigenen Kämpfe, und die Mutter Agnes, die Shuggie über alles liebt, ist schwer alkoholkrank. Sein Leben ist geprägt von Armut, sozialer Ausgrenzung, Gewalt und Hoffnungslosigkeit.
Die Geschichte ist intensiv und von tiefer Traurigkeit durchzogen. Das düstere, regnerische Glasgow wird von Stuart eindringlich beschrieben und verstärkt die beklemmende Atmosphäre des Romans. Shuggie Bain ist schwere Kost. Mich konnte das Buch dennoch nicht vollständig überzeugen: Die Handlung verläuft über weite Strecken sehr ruhig und kommt nur selten wirklich voran. Der Roman plätschert sehr viel dahin. Zudem fehlte mir bei vielen Figuren eine größere emotionale Tiefe, sodass sie trotz ihres Leids oft distanziert wirkten.
Von einem Kind, das versucht seine Mutter vor sich selbst zu beschützen
Agnes Bain ist starke Alkoholikerin. Sie führt ein verbittertes Leben in Glasgow der 80er Jahre, welches ihr nichts als Armut und Schmerz durch die Männerwelt gebracht hat. Es scheint so, als könne ihr einzig und allein der Alkohol Trost spenden und so säuft sie sich Tag für Tag bis zur Besinnungslosigkeit. Von ihrer restlichen Familie verlassen, kämpft am Ende nur noch ihr kleiner Sohn Shug darum sie gesund und glücklich zu machen. Ein Kampf gegen Windmühlen...
Wenn man bedenkt, dass der Autor eine ähnliche Kindheit erlebt hat, berührt einen diese Geschichte besonders. Die Traurigkeit in diesem Buch ist so extrem, man möchte sowohl den Jungen, als auch die Mutter immer wieder in den Arm nehmen und vor der grausamen Welt beschützen. Es zeigt aber auch auf rührende Weise wie stark die Liebe eines Kindes zu seiner Mutter sein kann und wieviel es bereit ist zu ertragen.
Douglas Stuarts Schreibstil zeichnet ein unglaublich klares Bild. Trotz der tragischen Vorkommnisse hat man an keinem Punkt das Gefühl, dass er zu dick aufträgt. Er trifft einfach die richtigen Worte. So unglaublich schön und schmerzhaft. Ich freue mich schon auf seinen neuen Roman, der noch dieses Jahr erscheinen soll.
Ui, was für ein wilder emotionaler Ritt ins neue (Bücher)Jahr!
Dieses Buch hat mir als Leser viel abverlangt und lässt mich dennoch irgendwie zufrieden zurück.
Dieses Buch ist so tragisch, deprimierend und voller Schmerz. Es hat mich innerlich zerrissen, vor allem, weil es autobiografisch ist und so nah am Leben ist, auch immernoch zu dieser heutigen Zeit.
Es ist aber dennoch so zart irgendwie. Ich kann es gar nicht beschreiben. Mich hat das Buch gepackt.
Absolute Leseempfehlung.
Aber Achtung, das Buch behandelt sensible Themen (TW: Gewalt, Alkoholmissbrauch, Suizid, sexuelle Gewalt, Homophobie,..)
Auf jeden Fall keine leichte Kost. Ich habe es sehr gern gelesen, zu sehen, wie Shuggie groß wird, ist richtig spannend. Gleichzeitig ist es so traurig zu sehen, wie viel Hoffnung er in seine Mutter steckt, und es brach mir jedes Mal das Herz, wenn er von seiner Mutter enttäuscht wird. Man spürt die Liebe zu seiner Mutter wahrhaftig und fühlt mit. Man bekommt einen Einblick in das Leben einer armen Familie, die vom Vater verlassen wird und die Mutter in eine Alkoholsucht rutscht. Wie es ist, ein Kind einer Alkoholsüchtigen zu sein, wie schön es ist, wenn sie es mal schafft, nüchtern zu sein, und wie herzzerreißend es ist, wenn sie es wieder nicht geschafft hat. Zu sehen, dass die Mutter lieber Alkohol kauft statt Essen, macht einem wütend, und mir tun die Kinder leid. Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass es eine Krankheit ist und auch im gewissen Maße die Mutter nichts dafür kann. Trotzdem hätte alles besser sein können, wenn sie sich Hilfe geholt hätte und sich nicht immer mit schlechten Menschen umgeben hätte. Aber all in all hat mir das Buch sehr gefallen, es war sehr bedrückend zu lesen, aber ich denke, man versteht nach diesem Buch besser, wie es ist, mit dieser Krankheit zu leben. Ich kann das Buch sehr empfehlen, aber nur, wenn man stabil ist, und bitte unbedingt Triggerwarnungen lesen. Es kommen sehr, sehr viele potenziell triggernde Inhalte vor.
Shuggie Bain erzählt die harte und sehr realistische Geschichte eines Jungen, der im Glasgow der 1980er Jahre mit einer alkoholkranken Mutter aufwächst. Trotz kleiner Längen überzeugt das Buch durch seine schöne bildliche Sprache und ein sehr emotionales Ende.
Das Buch Shuggie Bain von Douglas Stuart erzählt die Geschichte eines Jungen, der in den 1980er Jahren im Arbeitermilieu von Glasgow aufwächst. Im Mittelpunkt steht seine schwierige, aber sehr enge Beziehung zu seiner alkoholkranken Mutter Agnes. Das Buch zeigt schonungslos Armut, soziale Ausgrenzung und familiäre Abhängigkeiten. Es ist eine harte, realitätsnahe Geschichte über Liebe, Verlust und das Erwachsenwerden unter schwierigen Bedingungen.
Ich habe das Buch gerne gelesen, auch wenn ich es stellenweise etwas zu langgezogen fand. Insgesamt hat es mir aber sehr gut gefallen. Die bildliche Sprache war besonders schön, ich konnte mir viele Szenen sehr gut vorstellen. Die Geschichte wirkt sehr realistisch und teilweise auch hart, gerade deshalb geht sie unter die Haut. Gegen Ende wurde das Buch sehr emotional und hat mich stark berührt.
Der Schreibstil von Douglas Stuart hat mir sehr gut gefallen und mich von Anfang bis Ende durch das Buch getragen.
Shuggies Geschichte hat mich wirklich gefesselt und tief berührt. Definitiv eines meiner Highlights dieses Jahr.
Das Buch ist keine leichte Kost und behandelt viele schwere Themen. Erschreckend, was ein kleiner Junge alles aushalten muss. Umso begeisterter war ich von seiner Stärke, seine alkoholkranke Mutter stets zu unterstützen. Shaggie Bain ist hart im Nehmen, leider hat er auch keine Wahl, denn er kennt es nicht anders als dauernd Verantwortung für seine Mutter zu übernehmen. Ich fand Shaggie als Figur toll. Er hatte lange Selbstzweifel und zum Ende hin entwickelt er eine Selbstakzeptanz, über die ich mich sehr für ihn gefreut habe! Die Geschichte ist authentisch geschrieben: voller Rückschläge, Enttäuschungen und Hoffnung. Es gibt kein Happy End, aber zumindest Hoffnung für ein besseres Leben für Shaggie.
TW: häusliche Gewalt, Alkoholsucht, sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, Homophobie, Suizid
Und sehr nah am Leben, nicht nur in Glasgow der 80er Jahre. Leider für zu viele Kinder immer noch blanke Realität. Shuggie Bain (die kleine Maus❤️) ist eine sehr bewegende Story über das Aufwachsen unter widrigsten Bedingungen. Die Beziehung zwischen Shuggie und seiner Mutter geht einem wirklich unter die Haut und bleibt einem im Kopf. Der Schreibstil ist wirklich gut und fängt die drückende Stimmung super ein und auch der Sprachgebrauch ist super umgesetzt. Hier und da gibt es auch ein paar verzeihbare Längen. Insgesamt aber eine intensive und lohnenswerte Geschichte, die man nicht so schnell vergisst.
Für mich mein erstes Buch von dem Autor, ich fand den Schreibstil wirklich schön, die Geschichte ist einfach herzzerreißend und unglaublich traurig.
Shuggie tut einem einfach nur Leid, die Beziehung zwischen Agnes (seiner Mutter) und ihm ist pur und ehrlich, und trotzdem reicht es nicht.
Mit dem Setting im Glasgow der 80er Jahre konnte ich persönlich nicht besonders viel anfangen, ist für viele aber bestimmt interessant.
Ein gutes Buch, das zurecht auf der NYT Top 100 Liste steht.
Aua das tat weh, ein schmerzhafter Roman, der einen nicht kalt lässt. Trotzdem konnte ich mit den Protagonist:innen nicht so mitfühlen, wie gewünscht und war etwas angestrengt vom Schreibstil.
Ein wirklich schweres Thema, aber sehr gut umgesetzt.
Schottland in den 1980 igern, die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch, vieles geht den Berg runter und die Menschen suchen Trost, vorwiegend im Alkohol.
Agnes ist dreifache Mutter und Alkoholikerin. Anfangs leben sie bei Ihren Eltern. Die Großeltern kümmern sich um die Enkel, nur der aktuelle Lebensgefährte von Agnes beschließt auszuziehen. In ein altes Minendorf, in den die Trostlosigkeit aus jeder Pore trieft.
Die Kinder sind auf sich allein gestellt, der Mann verschwindet aus dem Leben und Agnes ist meist betrunken. Letztlich bleiben vor allem nur noch Hugh (Shuggie) und seine Mutter über. Shuggie versucht sie zu beschützen, zu bewachen und zu verstecken. Zeitweise klappt es auch, bis zu einem Rückfall.
Dabei hat er auch in der Schule einiges einzustecken. Shuggie wird als merkwürdig angesehen und immer als Schwuchtel beschimpft. Was sein Leben zusätzlich noch schwieriger macht.
Es ist schrecklich zu lesen wie Kinder sich um ihre Eltern kümmern müssen und sogar den Kotzeimer bereit halten. Von der Stütze ist nicht genügend Geld da um regelmäßig Essen zu kaufen. Trotz dieses schweren Themas, ist das Buch sehr einfühlsam geschrieben. Dadurch lassen einem die Schicksale im Buch nicht kalt.
Man begleitet den kleinen Shuggie durch seine Kindheit mit einer alkoholabhängigen Mutter in einem sozialen Brennpunkt. Man leidet mit ihm Hunger, man ist mit ihm verzweifelt, man schöpft mit ihm - vergeblich - Hoffnungen. Man lernt mit ihm, dass Verantwortlichkeit ihre Grenzen hat und man manchmal leider nichts mehr tun kann, als selbst auch loszulassen, um nicht selbst zugrunde zu gehen.
Die erste Hälfte des Buches fand ich ganz okay, die zweite hat mich dafür Seite um Seite mehr in ihren Bann gezogen. Douglas Stuart bringt diese harten Emotionen mit extremer Leichtigkeit rüber. Er hat dieses wirklich harte Thema sehr gelungen dargestellt.
Nach „Young Mungo“ hatte ich wirklich hohe Erwartungen, weil mein Herz dabei zerbrochen ist. Auch, wenn mir „Shuggie Bain“ wirklich sehr gefallen hat, ist mir das Debüt nicht so nah gegangen, wie der Nachfolgeroman.
Nichtsdestotrotz ist der Roman wirklich authentisch, gefühlvoll und auch ein bisschen hoffnungsvoll. Shuggie steht hier nicht alleine im Mittelpunkt, seine Mutter Agnes stiehlt ihm immer wieder - absolut vielschichtig konstruiert von Douglas Stuart - die Show. Sie ist Shuggies Mittelpunkt, zu ihr schaut er auf, von ihr ist er abhängig, sie will er immer wieder retten, dabei versucht er irgendwie sich selbst als Kind und später als Jugendlicher zu finden. Die Suche nach seiner Identität wird ihm nicht nur durch seine Mutter, sondern auch von der Gesellschaft und seinem Vater erschwert und von Douglas Stuart fortwährend fantastisch beschrieben.
Mir fehlte am Ende des Romans der Bogen zum Anfangskapitel, hier hätte ich mir persönlich noch ein paar Antworten erhofft.
Ich freue mich auf mehr von Douglas Stuart!
Das Buch war für mich auf jeden Fall eine schwere Kost, da es die Themen Alkoholsucht, Armut, Kindeswohlgefährdung und Missbrauch behandelt. Shuggie ist ein sanftes, liebenswertes, besonderes Kind, das ein so schweres Leben lebt und versucht seine alkoholkranke Mutter zu retten. In das Leben, welches die Menschen nach dem industriellen Wandel in den Arbeitervierteln führen konnte man sich gut einfühlen, es hat einen aber auch wahnsinnig bedrückt. Für mich war der schottische Akzent manchmal schwer zu verstehen und hat den Lesefluss etwas gestört (hat das Buch auch wiederum authentisch gemacht).
Shuggie ist ein kleiner junge, welcher in einer äußerst prekären Situation groß wird. Seine Eltern trennen sich auf rücksichtslose Weise, die Mutter trinkt - kurz und knapp die Familie hat alles außer ein geordnetes Leben. Aber Shuggie lässt sich davon so gut es geht nicht unterkriegen. Jede noch so kleine Chance auf ein Leben, in welches er hineinpasst. Denn der raue Ton auf der Straße und in seiner Peer Group und seine weiche, liebevolle und an manchen Stellen auch entzückende Urigkeit lassen ihn immer wieder auffallen. Die Romanhandlung umspannt mehrere Lebensjahre und Wohnorte, welche man mit Shuggie und der Familie zusammen erlebt. Sprachlich istb das Buch komplex gefasst, aber bei weitem nicht unverständlich. Die Handlung lässt sich gut erfassen und verfolgem. Was mich allerdings gestört hat, ist das doch sehr komplexe Figureninventar – dort stellte sich mir die Frage ob wirklich alle Figuren narrativ notwendig gewesen wären bzw. ob eine konkrete namentliche Benennung zwingend war. Für mein Dafürhalten hätten es an manchen Stellen auch durchaus beschreibende Namen über gewisse Merkmale der Figur ausgereicht. Was mich positiv beeindruckt hat (und ich mir vorstellen kann, dass es in der Originalfassung noch ästhetischer ist) war die Liebe zu Akzenten und Dialekten in denen die Figuren gesprochen haben. Gerade dieser Kniff hat für mich einen großen Teil der Plastizität der Figuren sowie die Immersion für mich ausgemacht.
Eine deutliche Leseempfehlung!
Dieses Buch hat mich richtig gepackt. Ich habe mit Shuggie mitgefühlt und mitgelitten. Douglas Stuart bringt die trostlose Stimmung der 80er in UK so eindrücklich auf den Punkt, dass man völlig eintaucht. Traurig, ehrlich, aber auch voller Herz. Große Empfehlung!
Zitate:
"Die, die am wenigsten haben, geben am meisten."
"Agnes Gesicht war dick geschminkt und Shuggie fand, es sah aus, als hätte sie mehrere Gesichter übermalt, die sie vorher abzunehmen vergessen hatte."
"... und dachte daran, wie sehr sie ihren ältesten Sohn vermisste. Sie vermisste Leek sogar, wenn er da war; er hatte etwas an sich, das sie immer einsam machte."
"Wenn die Zeit reif ist, musst Du gehen. Das Einzige, was Du tun kannst, ist Dich selbst zu retten"
Inhalt:
Glasgow in den 80er Jahren. Der kleine Schuggie wächst mit einer alkoholkranken Mutter auf und jeder Tag ist eine Wundertüte. Wird es die liebevolle, sich kümmernde Mutter sein, oder die mit Nachwehen kämpfenden Frau, die getrieben ist vom nächsten Rausch? An vielen Tagen sind die Rollen verdreht - viel zu oft müssen sich die Kinder um die Mutter kümmern. Viel zu oft müssen die Kinder hungern. Viel zu oft sind die Kinder allein.
Meinung:
Mein Herz! Auch Monate nach beenden denke ich immer noch sehr oft an Shuggie und mein Herz ist immer noch so schwer.
Nicht nur das Elternhaus, die Nachbarschaft, die Lehrpersonen - sondern eine ganze Gesellschaft hat versagt.
Ich habe alle Facetten beim Lesen durchlaufen. Ich war unfassbar wütend, traurig und verzweifelt.
Es sind sogar Tränen gekullert - was bei mir sehr selten vorkommt.
Ein unfassbar schwer zu ertragendes Buch!
Hierzu gibt es ein Kerngespräch auf dem Youtubekanal von @dunis.lesefutter
Meine Meinung in Videoform gibt es im Lesemonat Februar auf Youtube.
Ein Buch wie ein Schlag in die Magengrube – nüchtern, ungeschönt, zutiefst menschlich. Shuggie Bain erzählt von Würde im Verfall, Nähe im Zerfall, und lässt keine einfachen Antworten zu. Es hat mich beschäftigt wie kaum ein anderes – und jetzt brauche ich erstmal etwas Leichteres.
Das Buch hat mich wütend gemacht. Es bearbeitet Themen wie Alkoholsucht, Missbrauch und Häusliche Gewalt.
Ich konnte das Buch zwischendurch nicht weiterlesen.
Es nimmt einen emotional sehr mit. Das ist ein Buch was mich noch lange verfolgen wird.
Das Buch ist Nummer 98 der Top 100 aus der Liste der New York Times Lesern.
Absolute Leseempfehlung!
Unfassbar traurig und herzzerreißend. So viel grauenhafte Realität kann ein Mensch kaum ertragen. Ich bin mir immer noch nicht sicher mit wem ich mehr Mitgefühl habe, der alkoholkranken Mutter oder dem Sohn, der Tag für Tag versucht sie zu retten…
"No matter what they take from me
They can't take away my dignity"
(Whitney Houston)
Shuggie wächst mit zwei älteren Geschwistern im Glasgow der 80er Jahre auf. Der Vater oft abwesend, die Mutter versinkt immer mehr im Alkohol. Und Shuggie versucht, sowohl sein Leben zu meistern als auch seine Mutter zu schützen.
Für immer wird wohl der Whitney Houston Song" The greatest love of all" mit Shuggie Bain verbunden bleiben. Und ich muss auch jetzt schon wieder schlucken, wenn ich mir den Text vergegenwärtige. Das Buch hat mich an meine emotionalen Grenzen gebracht, es tat manchmal körperlich weh, weiterzulesen und in Shuggie Bains Leben einzutauchen. So ein besonderer Junge, so liebevoll, so gefühlvoll, so voller Interesse an den Dingen des Lebens. Er selbst hat es schwer im Leben, der Vater findet ihn zu verweiblicht , zu wenig "mannhaft", seine Mutter aber fördert seine Interessen. Sofern sie denn schafft, lange genug nüchtern zu bleiben um sich überhaupt um ihre Kinder kümmern zu können. Und so kümmern sich eher die Kinder um ihre Mutter, begleiten ihren Verfall. Ich habe so sehr mitgelitten mit der Familie, ich habe so sehr gehofft dass sich alles zum Besseren entwickelt, Shuggie und auch die Geschwister haben es so sehr verdient. Aber immer wieder werden Hoffnungen enttäuscht, bei Shuggie und bei mir als Leser. Ich war so froh, dass ich dieses Buch in einer Leserunde gelesen habe, dass ich mich austauschen konnte, dass ich meinen Frust, meine Enttäuschung, meine Trauer, meine Aggression beim Lesen irgendwie loswerden konnte. Dabei macht der Autor das wirklich gut. Das Buch lässt sich so gut lesen, ist nicht schwer trotz der Schwere der Themen.
Ich habe lange überlegt, ob ich dem Buch volle Punktzahlt geben kann. Einfach, weil es mich auch runter gezogen hat, mich traurig gemacht hat. Einfach, weil ich auch mal Lesepausen brauchte, in denen ich nicht weiter lesen konnte. Aber das ist die Thematik, die ich ja schlecht abwerten kann. Zumal das Buch auch teilweise autofiktional ist.
Das Ende hätte ich mir glatt besser gewünscht, noch hoffnungsvoller, noch strahlender. Aber so wie es ist, ist es passend, ist es realistisch und lässt mir noch genug Platz um mir eine strahlende Zukunft für die Protagonisten auszumalen.
Ein Buch dass so wichtig ist, ein Protagonist den ich nie vergessen werden.
Man braucht eine gewisse emotionale Stabilität beim Lesen aber dann ist es ein echtes Highlight.
„Young Mungo“ war eines der schlimmsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Es hat dann doch zwei Jahre gebraucht, bis ich mich an das Debüt, von Douglas Stuart herangetraut habe. Und auch hier sollte mein Herz wieder brechen.
Shuggie lebt als jüngstes Kind mit seinen beiden Geschwistern und seiner alkoholkranken Mutter Agnes bei seinen Großeltern. Auch der Vater, ein Taxifahrer lebt bei Ihnen, macht Ihnen das Leben aber nicht gerade leicht. Doch die Mutter ist es, die den kleinen Jungen mehrfach in den Abgrund sehen lässt. Sie kommt einfach nicht vom Alkohol los, und so lesen wir, wie die sehr attraktive Frau sich nach und nach kaputt säuft. Alkoholismus wird mit seinen Folgen ganz ungeschönt dargestellt. Stuart spart nicht mit drastischen Szenen und mir ist es des Öfteren schwer gefallen diese voll und ganz zu lesen. Was dabei auffällt, ist, dass es besonders Männer sind die Situation provozieren die unerträglich sind. Männer sind es, die Agnes begehren und selbst im Momenten, wo es ihr besser geht so lange provozieren, bis sie wieder am Boden ist. Männer sind es, die den kleinen Jungen missbrauchen und ausnutzen. Männer sind es, die Liebe versprechen und Gewalt und Verachtung verteilen.
Wie auch in der Realität arrangiert sich Shuggue mit der Alkoholsucht seiner Mutter. Es ist für ihn gelebte Realität und auch wenn es ihm damit nicht gut geht, so lernt er mehr und mehr damit umzugehen. Er liebt seine Mutter abgöttisch und tut alles fürsie. Dazu gehört auch jeden Tag aufs Neue auszuloten, welcher Jekyll und Hyde Typ die Mutter heute ist. Dieses ausloten der Stimmungen ist typisch für Kinder alkoholabhängiger Menschen. Und es prägt einen fürs ganze Leben.
So auch Douglas Stuart, dessen Kindheit wie eine Schablone auf die unseres Protagonisten passt. Er versprach, seiner seiner Mutter einmal ihre Memoiren zu schreiben, und versuchte, sie damit vom Alkohol abzulenken. Letzteres ist nicht geglückt, doch Ersteres halten wir in unseren Händen. Auch er wuchs in den Arbeitersiedlungen Glasgows auf, wo im Schottland der Thatcher Ära Elend und Hunger herrschte. Die Lebenserwartung war hier um ein Vielfaches geringer, als im Rest von Europa. Wann genau ein Mensch anfängt zuviel trinken konnte Stuart bei seinen Recherchen nicht herausfinden. Meist ist es ein schleichender Prozess, der keinen besonderen Auslöser benötigt.
Shuggie merkt sehr schnell, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Er ist anders als die anderen Jungs und möchte doch so gerne normal sein. Natürlich nimmt auch seine Umgebung war, dass er queer ist, eine Orientierung, die nicht geduldet wird, und somit wird er gemobbt und gehänselt und missbraucht. Erfahrungen, die er mit dem Autor teilt. Beide waren einsame Kinder, die sich eine eigene Welt im Kopf zusammen gebastelt haben, um zu überleben. Stuart sagt in einem Interview, dass er Müttern und queeren Kids aus der Arbeiterklasse eine Stimme geben wollte, die nicht im Glamour einer Metropole groß werden, sondern sich mit Diskriminierung und Mangel auseinandersetzen müssen.
Shuggies Mutter war eitel, und diese Eitelkeit verhalf ihr sicherlich dazu, immer wieder aufzustehen, so lange, bis es nicht mehr ging. Woher der kleine Junge aber die Kraft genommen hat, zu überleben, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Und es macht mir große Bauchschmerzen zu wissen, dass viele Kinder sein Schicksal teilen.
Eine große Leseempfehlung für alle, die heftige Geschichten verkraften.
Was für ein toller erster Roman von Douglas Stuart. Ich habe lange Zeit nicht gewusst, wie ich dieses Buch bewerten würde, ob ich es überhaupt würde bewerten können, weil es so ein schweres, Herz-brechendes Buch ist. Der teilweise harte und schonungslose Erzählstil des Autors war gleichzeitig so grandios gut. Und Shuggie Bain und sein Bruder Leek sind Romamfiguren, die für immer einen Platz in meinem Herzen haben werden. Große Buchliebe, auch wenn mich das Buch am meine Grenzen gebracht hat.
„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart war – endlich – das erste Highlight des Lesejahrs 2025 für mich. Eine Geschichte, die zwar inhaltlich oft kaum zu ertragen war, die aber sicherlich noch lange nachhallen wird.
Ich hatte während des Lesens die komplette Zeit ein beklemmendes Gefühl, wie wenn sich eine Hand um mein Herz legt und es zu zerquetschen droht. Ich bin wirklich ein Fan von rosa-roten Plüsch-Happy-Ends, aber hier habe ich den ein oder anderen Hoffnungsschimmer doch bitte nötig gehabt, den es zwar durchaus ab und an gab, dann aber direkt wieder zerstört wurde. Der Autor hat es anhand von Shuggie, seiner Mutter Agnes aber auch anhand von Shuggies Geschwistern Catherine und Leak perfekt verstanden zu zeigen, wie schwer es ist aus so einem Sumpf aus Armut und Alkohol und Gewalt herauszukommen. Letztlich kann man das wohl nur schaffen, wenn man es auch wirklich will und alles dafür tut, auch wenn man dabei auch unsympathisch und egoistisch handeln muss. Dabei fand ich es vor allem gut, dass wir die Geschichte nicht nur aus Shuggies und Agnes Sicht erzählt bekommen haben, sondern auch Figuren zu Wort gekommen sind, die eher in der zweiten Reihe zu finden waren. Vor allem Shuggies älterer Bruder Leak hat sich hat sich zu meinem heimlichen Helden gemausert. Aber auch Agnes, die sich ihren Verstand wirklich weggesoffen hat, hatte so tolle Momente, wo ich sie gefeiert habe und wo sie gezeigt hat, was eigentlich in ihr steckt.
Douglas Stuart hat dieses schwere Thema auch sprachlich richtig gut umgesetzt. Er verwendet von Anfang an eine direkte und ungeschönte, derbe Sprache, auch wenn es meiner Meinung nach in der deutschen Übersetzung nicht zwingend der berlinerisch angehauchte Slang gebraucht hätte.
„Shuggie Bain“ ist ein tolles, aber auch heftiges Buch, dass mich zerstört hat und das für immer mit Whitney Houstons Song „The greatest love of all“ verbunden sein wird. Selten habe ich ein Buch und ein Lied als so grandios gut zueinander passend empfunden.
Shuggie Bain von Douglas Stuart aus dem #piperverlag
💔
Was für eine Geschichte.
.
Traurig und trostlos, so würde ich das Leben der Protagonisten beschreiben.
.
Armut, Alkoholabhängigkeit, Gewalt… um hier nur ein paar weitere Punkte zu nennen.
.
Zuerst wollte ich dieses Buch nach 40-50 Seiten abbrechen. Der Dialekt hat mir das Lesen erschwert. Aber das hört auf. Danach geht das Buch trotz wörtlicher Rede viel besser weiter.
.
Diese Familie ist gebeutelt, verkorkst, kaputt. Und trotzdem hat es mich berührt. Dieser Blick in den Abgrund. Dieser tägliche Kampf ums Überleben und vielleicht auch etwas Würde. Wie alle zerbrechen und trotzdem in meinen Augen unheimlich stark sind.
.
Das Buch hat mich erschüttert. Es ist kein fröhliches Buch. Es gibt keine Belohnung oder eine Moral von der Geschicht. Es ist ein schonungsloser Blick auf eine Kindheit, die ich so zum Glück nicht kenne oder erleben musste.
.
Das Buch hat mich eine andere Seite des Lebens kennenlernen lassen. Und puh, es hat mich ziemlich durchgerüttelt. Es lässt mich etwas geschockt zurück. Aber auch so dankbar, dass ich Glück hatte
Buch ist ganz gut, wenig weiß man nicht so recht, wohin das Buch einen bringen will. Die Geschichte ist traurig und erschreckend zugleich und leider sehr nah an der Realität.
Ich fand das es wenig Spannung hatte, bzw. So ein wenig eintönig war. Definitiv lesenswert.
"Was immer sie zum Lachen brachte, tat er noch ein Dutzend Mal, bis ihr Lächeln dünn und falsch wurde und er nach dem nächsten Kunststück suchte, das sie glücklich machen würde." (S. 67)
Es sind die 80er Jahre in Schottland und Dank Margaret Thatcher ist es düster - sowohl in den Häusern als auch in den Herzen der Menschen. Jeder Penny muss x-mal umgedreht werden und für die Illusion von Lebensfreude braucht es Bier und Schnaps. Die Sozialhilfe reicht höchstens für fünf von sieben Tagen. Der Frust entlädt sich in Gewalt. Hier kommt niemand unversehrt durchs Leben.
In den rußig schwarzen Straßen von Glasgow lebt Shuggie mit seinen beiden Geschwistern und seiner alkoholkranken Mutter Agnes. Eine Frau, die ihre Fassade trotz allem immer auf Hochglanz poliert: sexy Kleider, perfektes Make-up - doch das Leben ist längst aus ihr gewichen. Ihr Glas meist leer und nur noch der trübe Bodensatz ist geblieben. Einen Grund zum Saufen gibt's immer. Wo soll man da anfangen, oder besser - warum sollte man erst damit aufhören?! Die drei Geschwister haben ganz eigene Überlebensstrategien entwickelt: Catherine sucht schnellstmöglich das Weite und reißt die Brücken ab. Mit Bleistift und Skizzenblock zeichnet Leek das ihn umgebende Elend, als sei er selber nicht Teil dessen, sondern nur stiller Beobachter. Und Shuggie?! Es gibt eben immer das eine Kind, das sich dem Drama aussetzt. Das denkt, es könne die Rettung sein, wenn es sich nur genug anstrengt und keine Probleme macht. Er bleibt stets treu an Mammys Seite. Doch die Hoffnung ist das schlimmste Übel und am Ende kannst du nur dich selbst retten.
Douglas Stuart betrachtet die Tristesse von allen Seiten durch die Augen jeder Figur seines Romans. Die raue, dreckige Sprache unterstreicht das schwarze Bild der Trost- und Hoffnungslosigkeit. Diese Menschen stehen nicht bloß am Rande der Gesellschaft, sie stehen am Abgrund. Es ist eines dieser Bücher, das sich in mein Herz krallt und nicht loslässt, bis ich die letzte Seite gelesen und die letzte Träne geweint habe!
Shuggie Bain handelt von Armut, Sucht und Missbrauch in einer zerrütteten Familie aus Glasglow. Die Beziehung eines empathischen Kindes und seiner alkoholkranken Mutter macht nachdenklich, wütend und traurig zugleich. Die schrille Mutter steht im Gegensatz zu dem grauen Umfeld in dem der kleine Shuggie aufwachsen muss. Douglas Stuart beschreibt das Leben der beiden unglaublich gut, trotzdem fehlte mir im Buch etwas Spannung.
Mit kleinen Anlaufschwierigkeiten hat auch mich diese Geschichte gepackt.
In der Übersetzung hat man sich statt an schottischen Slang an einem Art Platt (?) bedient, wollte damit die Atmosphäre unterstreichen.
Ärmliche Verhältnisse, Verzweiflung, düstere Zukunftsaussichten.
All das mit dem Hintergrund der Thatcher - Zeit, Schottland in den 80ern.
Finde schon, dass es gut dargestellt ist.
Übrigens TW: Missbrauch, Gewalt, Sucht, Tod, Trauer, Schimpfwörter.
Viel zu viel steht die Mutter im Vordergrund, was aber auch das Problem von Shuggie ist. Dass er in seiner Kindheit sich seine Mutter kümmern musste, als sie es je für ihn getan hätte.
Trotz ihrer Sucht hat sie es auf ihre Weise wohl auch. Es frustriert mich, dass Shuggie (&alle Shuggies da draußen) so eine Kindheit haben und haben werden.
Trotz allem blickt er mit Sehnsucht auf sein Kindsein zurück, was man im Nachhinein auch irgendwie verstehen kann. Aber eigentlich nur ein bisschen.
Kein rasanter Roman, mehr eine Coming of age - Story mit Drama und Herz.