9. März
Rating:4

Ein Lied für die Vermissten von Pierre Jarawan aus dem #piperverlag 🏳️ Ein Buch über den Libanon oder einen Teil oder die Menschen. Ein Einblick in ein mir unbekanntes Land. Eine Begegnung mit unsagbaren Lebensumständen. . Ein Buch gegen das Vergessen. . Den Anfang fand ich großartig. Ich habe die Liebe zu diesem Land gespürt. Ich war fasziniert und begeistert. . Dann taucht man in die Geschichte ein. Natürlich muss sich die Stimmung ändern. Die alten Zeiten sind vergangenen. Es herrscht Krieg, Angst und Misstrauen. . Amin stolpert durch diese Zeit „danach“ und wir mit ihm. Er sucht und findet nicht. Keine Erklärungen und keine Antworten. . Ich selber habe den roten Faden gesucht. Mir persönlich war es ein Tick zu durcheinander. Ich war auch verloren in den leichten Wirren dieser Geschichte. . Genau wie Amin habe ich Klarheit gesucht. . Was stimmt, was nicht? Amin wurde im Dunkeln gelassen… Ich auch? . Ich mag es, wenn ich durch Bücher in fremde Welten eintauchen kann. Das hat geklappt. Ich mag es, wenn ich etwas lernen kann. Da bin ich durcheinander geraten. Ich mag es, wenn eine Geschichte interessant erzählt wird. Durch Sprünge und Ahnungslosigkeit wurde ich nicht durchgängig gefesselt… eher immer wieder mal. . Gradliniger hätte mir besser gefallen. Unterhalten wurde ich trotzdem. . Ich vergebe 4 Sterne.

Ein Lied für die Vermissten
Ein Lied für die Vermisstenby Pierre JarawanPiper
14. Nov.
Rating:5

WOW; Pierre Jarawan kann Geschichten erzählen. Wie auch schon in seinem Debut "Am Ende bleiben die Zedern" erzählt auch "Ein Lied für die Vermissten" über eine Kindheit und das Erwachsenwerden im zerrissenen Libanon. Beim Lesen entstehen Bilder in meinem Kopf, ich bekomme ein Gefühl für Land und Leute. Die Geschichten der Protagonisten sind eher klein, im Gegensatz zur großen Politik und den Kriegen, die das Land überziehen. Dennoch sind die Personen so stark und ihre Geschichten faszinierend und wichtig. Ein lesenswertes Buch

Ein Lied für die Vermissten
Ein Lied für die Vermisstenby Pierre JarawanPiper
22. Sept.
Rating:4

Nachdem ich Am Ende bleiben die Zedern gelesen hatte, bestellte ich mir gleich dieses Hörbuch. Es ist wieder in einer sehr schönen poetischen Sprache geschrieben. Auch spürt man so einen Zauber, der mich immer sehr berührt, wenn ich Geschichten aus fremden Ländern lese. Leider verlor ich so oft den roten Faden. Der Autor springt in dieser Geschichte sehr von einer Zeit zur anderen. Das war bei dem anderen Buch gar nicht. Jedoch lernt man sehr viel über den Bürgerkrieg im Libanon.

Ein Lied für die Vermissten
Ein Lied für die Vermisstenby Pierre JarawanPiper
31. Aug.
Rating:3

Amin kehrt als Jugendlicher gemeinsam mit seiner Großmutter in den Libanon zurück. Seine Erinnerungen an das Land sind quasi kaum vorhanden, da er bereits im junen Alter nach Deutschland gebracht wurde und so lernt er das Land nach seiner Rückkehr gamz neu kennen. Er spürt den Schmerz des Landes, der Menschen und dass es so etwas wie Gewissheit nicht geben wird ... ~ Vorneweg: ich liebe den Schreibstil des Autors! Er lässt Bilder vor den inneren Augen entstehen und beschreibt alles mit wundervollen, wahren, treffenden Worten ❤ . Und doch konnte mich dieses Buch hier nicht so begeistern wie sein Romandebüt. Vielleicht weil wirklich alles im Ungewissen bleibt und ich kein Mensch bin, der so etwas gerne mag? Vielleicht weil manche Passagen meiner Meinung nach etwas zu langwierig erzählt wurden? Vielleicht weil die Geschichte wie eine Blume lange braucht, um sich zu entwickeln und zu entfalten und man sich am Ende doch etwas unsicher ist, was man jetzt da gelesen hat? . Für mich ist es ein gutes Buch - keine Frage, aber der Begeisterungsfaktor blieb leider aus und auch wenn ich es geliebt habe, dass der Autor selbst das Hörbuch liest (ich habe zwischen Lesen & Hören gewechselt), kann ich leider gesamt nur 3,5

Ein Lied für die Vermissten
Ein Lied für die Vermisstenby Pierre JarawanPiper
31. März
Rating:4

Das Buch zeichnet sich durch seinen einzigartigen Stil aus. Schon der Schreibstil selbst ist sehr individuell und ziemlich poetisch, was ich aber sehr gerne mochte. Dieser Stil sorgte dafür, dass die oft melancholische und leicht bedrückende Atmosphäre absolut bei mir ankam. Gleichzeitig ist dies kein Buch, das man einfach so weglesen kann, stattdessen erfordert es die volle Aufmerksamkeit. Die Geschichte besteht aus Rückblicken des Protagonisten Amin, die allerdings nicht chronologisch erzählt werden. Stattdessen springt er zwischen den verschiedenen Zeitebenen - vor allem 2006 und 1996 - und dann verschiedenen Zeitpunkten hin und her, und nicht immer fiel es mir leicht, ihm dabei zu folgen. Dennoch macht genau das diese Geschichte auch aus: dass sie aus einem Kaleidoskop aus verschiedenen Augenblicken besteht, die nach und nach zusammengesetzt werden, bis sich am Ende ein Bild mit Verbindungen gibt - bei dem auch scheinbar willkürlich gewählte Erinnerungen vom Anfang plötzlich eine Bedeutung erhalten. Ich fand es authentisch, dass die Erinnerungen anfangs eher über Assoziationen aneinandergereiht werden, schließlich erfolgt das eigene Erinnern oftmals genauso. Und auch wenn die Handlung nur aus Erinnerungen bestand, konnte sie mich doch absolut in ihren Bann ziehen, vielleicht gerade wegen dieses besonderen Stils und der Atmosphäre. Dadurch ist es ein eher ruhiges, melancholisches, aber deswegen nicht weniger tiefgründiges und eindrückliches Buch. Dies ist auch grade deswegen der Fall, weil einige ernste Themen wie der Umgang mit Kriegsverbrecher*innen, Traumata, psychische Erkrankungen oder Gewalt gegen Frauen angesprochen werden. Wir tauchen also ein in eine Stadt und ein Land, die von wiederholten Konflikten geprägt sind. Und darum geht es in diesem Buch: wie mit dem überwundenen Bürgerkrieg umgegangen wird. Und vor allem auch, wie vieles schlichtweg verschwiegen wird. Dem Autor, dessen Eltern selbst den Libanon im Bürgerkrieg verlassen haben, gelingt es dabei, ein sehr einnehmendes und bedrückendes Bild von der Gesellschaft und dem über allem schwebenden Einfluss, den der Krieg auch nach seinem Ende noch hat, zu zeichnen - verlorene Kindheiten, die Frage von Schuld, zerstörte Gebäude ... all das erhält mit diesen poetisch-schönen Worten eine Form. Dabei wird aus der Nachbemerkung und der Danksagung deutlich, wie viel Recherche der Autor in dieses Werk gesteckt hat, sodass die beschriebenen Ereignisse in ihrer Individualität vielleicht fiktiv sein mögen, dabei jedoch auf tatsächliche Geschehnisse basieren. Teilweise in dem Buch auftauchende Aussagen von Offizieren oder Zeug*innen sind real. Der Protagonist Amin bleibt bis zum Ende ein passiver Erzähler, der die Erinnerungen und Geschichten zusammenträgt und zusammensetzt, was dazu führte, dass er für mich als Charakter nur schwer greifbar war. Umgekehrt passt es aber eindeutig zu der Art und Weise, wie diese Geschichte erzählt wird. Andere Charaktere wie seine Großmutter erhalten mehr Tiefe und sind gerade in dem Fall seines Kindheitsfreundes Jafar auch sehr faszinierend. Das Ende lässt dann ein paar Fragen offen, was ich sehr authentisch finde, und ich mochte es, wie es zum sogenannten Arabischen Frühling überleitet. Fazit: Verschiedene Erinnerungen werden asynchron durch den eher passiv bleibenden Protagonisten erzählt, bis sie sich am Ende zu einem zusammenhängenden Bild zusammensetzen. Die Handlung bleibt dadurch recht ruhig und nicht immer ist es dabei leicht, die Zeitsprünge einzuordnen. Dem außergewöhnlichen, poetischen Stil gelingt es, die bedrückende, melancholische Atmosphäre im Nachkriegs-Libanon herüberzubringen, und die intensive Recherche des Autors spiegelt sich auch in dem gelungenen Einweben vieler ernster Themen wider.

Ein Lied für die Vermissten
Ein Lied für die Vermisstenby Pierre JarawanPiper