18. Juli
Rating:4

Kurzbeschreibung: "Schau unter den Fahrersitz, Jessica." Mit Autobomben zwingt ein Psychopath junge Frauen in abgelegene Waldgebiete und ermordet sie mit einem mittelalterlichen Folterwerkzeug, der Judaswiege. Doch schon bald ist ihm das nicht mehr genug: Er stellt Videos von seinen grausamen Taten ins Netz, getarnt als harte Pornografie. Ein schwieriger Fall für Sam Burke, Psychologe und leitender Ermittler beim FBI. Hilfe von unerwarteter Seite erhält er durch seine Ex-Partnerin Klara "Sissi" Swell, die sich bei ihren Untersuchungen jedoch am Rande der Legalität bewegt. Können sie den brutalen Killer stoppen? Zum Autor: Ben Berkeley, Jahrgang 1975, wurde als Sohn deutscher Einwanderer in Palo Alto geboren und wuchs in der Bay Area auf. Nach einem Psychologiestudium wurde er Berater des FBI und ist einer der führenden Experten für Medien- und Täterpsychologie. Ben lebt in Santa Barbara, Kalifornien und Tel Aviv, Israel. "Judaswiege" ist sein erstes Buch. Rezension: Im Juni 2004 gerät die frisch verheiratete Jessica von Bingen in die Hände eines mysteriösen Mannes und verschwindet spurlos von der Bildfläche. Auch eine großangelegte Suchaktion bringt kein Ergebnis. Im Jahr 2011 hält ein Psychopath das FBI in Atem: Er entführt scheinbar wahllos junge Frauen mittels einer Autobombe, die er in deren Autos platziert und foltert sie mit der Judaswiege, einem mittelalterlichen Gerät, das die Frauen langsam und qualvoll umbringt. Sam Burke vom FBI ermittelt in diesem schwierigen Fall zusammen mit seiner Ex-Partnerin Klara Swell, die ihm als Beraterin zur Seite steht. Auch der gerissene Anwalt Thibault Godfrey Stein wird in den Fall miteinbezogen, denn Adrian von Bingen hat das Verschwinden seiner Frau nie richtig verwunden und Stein soll den Fall nochmals neu aufrollen. Dann tauchen auf einmal verschiedene Videofetzen im Internet auf, die auch Jessica in der Gewalt des Psychopathen zeigen... Geht man vom Klappentext von "Judaswiege" aus, denkt man, einen hartgesottenen Psychothriller vor sich zu haben. Doch zu meiner (positiven) Überraschung behält sich Ben Berkeley vor, nicht in blutrünstige Details der Folterungen zu gehen, sondern das Augenmerk vielmehr auf die Ermittlungen von FBI und Anwalt Stein zu legen. Erzählt wird die Geschichte zwar aus der neutralen Sicht des Beobachters, jedoch aus verschiedenen Perspektiven, sodass der Leser hierbei auch die Denk- und Handlungsweise des Täters kennenlernt, ebenso wie die von Sam Burke und anderen Charakteren wie Anwalt Stein und seiner Assistentin Pia Lindt. Auch vom Privatleben der Akteure erfährt man einiges, was aber nicht zu sehr in den Mittelpunkt gerückt wird. Durch die wechselnden Perspektiven bleibt der Spannungsbogen von Anfang bis Ende in einem hohen Maß erhalten. Die Charaktere, allen voran Klara Swell und Thibault Stein, sind allesamt interessant geschildert. Klara arbeitet mit recht unkonventionellen Methoden, um mehr über den Täter herauszufinden und Thibault Stein ist ein Mann alter Schule, der aber im Gerichtssaal und außerhalb sehr gewitzt daherkommt und für jede Überraschung gut ist. Insgesamt konnte mich Ben Berkeleys Debüt "Judaswiege" durchweg überzeugen und ich würde mich sehr freuen, mehr über die Ermittler und eventuell auch Anwalt Stein zu lesen. Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover des Taschenbuchs zeigt mehrere blutdurchtränkte hölzerne Pfähle, deren Konturen erhaben herausgearbeitet wurden, sodass sie beim Darüberstreichen fühlbar sind. Der Buchtitel wurde in Spotlackoptik hervorgehoben. Fazit: "Judaswiege" ist ein durchweg spannender Thriller, der auf blutrünstige Szenen verzichtet und vielmehr das Augenmerk auf die Ermittlungsarbeit und die Psyche der Charaktere legt. Empfehlenswert!

Judaswiege
Judaswiegeby Ben BerkeleyPiper
7. Apr.
Rating:4

Um dieses Buch bin ich schon eine ganze Weile lang herumschlawänzelt und als es bei meiner letzten Rebuy - Bestellung Anfang des Jahres dabei war, habe ich es mir nun endlich zur Hand genommen. Das Folterinstrument "Die Judaswiege" war mir schon im Vorfeld ein Begriff und gerade deshalb wollte ich diesen Thriller unbedingt lesen. Jessica ist mit ihrem Mann gerade auf Hochzeitsreise auf Maui, als sie in die Hände eines Psychopaten gerät. Mittels einer - unter ihrem Fahrersitz eingebauten - Bombe lockt er sie zu sich in ein abgelegenes Waldgebiet. Dort beginnt er seine grausame Folter, welche mit Hilfe der Judaswiege - einem mittelalterlichen Folterwerkzeug - ein brutales Ende für Jessica findet und nach ihr noch weitere Frauen. Bald jedoch recht dem Täter das nicht mehr und er beginnt sich selbst dabei zu filmen und seine Taten ins Internet zu stellen, anfangs noch als harte Pornographie getarnt. Sam Burke nimmt sich diesem schwierigen Fall an. Er ist leitender Ermittler beim FBI und zudem Psychologe, auch wenn er oft genug an seine Grenzen gerät. Seine Ex - Partnerin Klara wird ihm zusätzlich an die Seite gestellt und schon bald befinden sich beide in mitten eines oerfiden Spieles eines Mörders, welcher ihnen so noch nie untergekommen ist und nicht nur das Leben von weiteren Frauen scheint in Gefahr. Das Buch beginnt gleich mit der Entführung samt Autobombe von Jessica und man wird förmlich in den Taghergang und die Story hineingeschmissen. Der Autor beschreibt Jessicas letzte Stunden oder eher Minuten, ohne dabei richtig - ebenso wie bei den anderen morgen - ins Detail zu gehen und doch fühlt sich man teilweise, als wäre man selbst dabei. Mein Lieblingscharakter war definitiv der betuchte Anwalt Dr. Thiblaut Godfrey Stein. Seine Art und Weise, seine Verhandlungen zu führen oder dem Ganzen irgendwie doch noch etwas positives abzugewinnen, haben die Situationen oftmals ein wenig aufgelockert. Das Verhältnis zwischen Klara und Sam ist anfangs etwas kühl und doch nähern sie sich im Laufe der Ermittlungen auch auf privater Ebene ein wenig an, was mir durchaus gefallen hat. Ihre gemeinsame Vergangenheit spielt oftmals eine große Rolle und doch versuchen beide diese hinter sich zu lassen. Ein Paar, was sich ebenso neu bildet, besteht aus Pia - der Assistentin von Dr. Stein - und Adrian. Adrian von Bingen hat in Jessica seine Ehefrau kurz nach der Hochzeit verloren und nähert sich Pia nur langsam an. Wobei ich dort gestehen muss, dass ich die Situation, in welcher Pia ihrem Adrian ihre Liebe gesteht, doch etwas unpassend fand und auch was seine Wohnung betrifft, gab es einige Unstimmigkeiten. Ben Berkeley hat es dennoch geschafft, mich mit seinem Roman zu begeistern. Ich wusste in diesem Fall wirklich erst, wer der eigentliche Täter ist, als er dessen Namen genannt hat und vorher hat er mich oftmal auf eine falsche Fährte gebracht. Man merkt durchaus, dass sich Ben Berkeley Gedanken um sein Werk gemacht hat, dass er mit der Judaswiege und deren Durchführung auseinander gesetzt hat. 4/5 Schneeflöckchenbäume für dieses Buch, was mich trotz kleinerer Schwächen zum Miträtseln, Durchatmen und Gänsehaut kriegen gebracht hat.

Judaswiege
Judaswiegeby Ben BerkeleyPiper
15. Feb.
Rating:5

Wow

Ich liebe jeden einzelnen von Ben Berkeley's Charakteren, vom FBI agent, über den Anwalt bis hin zum Täter. Die Story reißt einen mit und man vergisst die Zeit beim lesen. Spannend und auch das zwischenmenschliche kommt nicht zu kurz, ist aber auch nicht überpresent

Judaswiege
Judaswiegeby Ben BerkeleyPiper