21. Feb.
Rating:4

Lothar-Günther Buchheims „Das Boot“ (1973) ist ein Monster von einem Buch – nicht nur wegen seiner Länge von rund 600 Seiten, sondern vor allem wegen der Wucht, mit der es einen in die enge, stinkende Stahlröhre eines deutschen U-Boots während des Zweiten Weltkriegs zieht. Wer das liest, sitzt mit drin, spürt förmlich den Schweiß, das ranzige Öl, die abgestandene Luft und die latente Panik, die jede Sekunde explodieren könnte. Das Buch ist versaut – und zwar auf eine Weise, die man als Leser so gar nicht erwartet hätte. Die Crew redet genau so, wie abgehärtete, monatelang eingesperrte Kerle ohne Frauen reden würden: derb, obszön, voller „Fotzen“-Witze, Schwanz-Geschichten und Bordell-Erinnerungen. Das ist kein puritanisches Kriegsdrama, sondern ein authentisches Macho-Männer-Gequatsche, das Buchheim (selbst als Kriegsberichterstatter dabei) gnadenlos wiedergibt. Manche Passagen wirken fast wie Porno mit Tiefgang – aber genau das macht es glaubwürdig. Es ist nicht geschönt, nicht heroisch, sondern roh und menschlich ekelhaft. Und ja, manchmal lacht man laut auf, weil es so übertrieben dreckig ist. Haha. Trotzdem: Das Buch ist teilweise verwirrend. Buchheim schreibt in einem Stil, voller Sinneseindrücke, Geräusche, Gerüche und innerer Monologe. Militärische Ausdrücke, U-Boot-Jargon fliegen einem nur so um die Ohren, ohne immer erklärt zu werden. Als Laie braucht man manchmal ein paar Dutzend Seiten, bis man den Dreh raus hat – und selbst dann bleibt es stellenweise nebulös. Die Chronologie springt hin und her, besonders bei den Land-Abschnitten und Rückblenden. Die Atmosphäre ist der absolute Hammer. Man fühlt die Enge, die Klaustrophobie, die Anspannung beim Tiefentauchen, das Dröhnen der Wasserbomben, das Tropfen von Kondenswasser, den Gestank von Diesel und ungewaschenen Körpern. Es ist, als würde man selbst 50 Mann in einer Sardinenbüchse erleben – und das über Wochen. Die poetischen Beschreibungen des Meeres (Stürme, ruhige See, Dämmerung) sind wunderschön und kontrastieren brutal mit dem Inferno im Boot. Aber ja: Es wird manchmal langatmig. Die endlosen „Gammelei“-Phasen, das ewige Warten, die Wiederholungen von Alltagsroutine und älteren Eindrücken an Land (Bordelle, Kneipen, Frauen) ziehen sich. Manche Leser brechen da ab – verständlich. Es ist kein Action-Thriller, sondern ein quälend langsames Psychogramm von Männern am Rande des Wahnsinns. Fazit: Wer einen glatt polierten Kriegsroman sucht, wird enttäuscht. Wer aber die rohe, ungeschminkte Wahrheit vom U-Boot-Krieg erleben will – mit all dem Schmutz, der Vulgarität, der Langeweile und der existenziellen Angst – kommt um „Das Boot“ nicht herum. Es ist kein leichtes Buch, aber eines, das unter die Haut geht und lange nachhallt. Empfehlung: Durchbeißen, atmen lernen und mittauchen. 4 von 5 Sardinenbüchsen.

Das Boot
Das Bootby Lothar-Günther BuchheimPiper
23. Okt.
Na, Männer? Alles klar?! 🥲
Rating:5

Na, Männer? Alles klar?! 🥲

Nachdem ich die Verfilmung von Das Boot auf Netflix gesehen habe. Dort wurde der Film in sechs Folgen unterteilt – war ich sofort fasziniert und regelrecht besessen von der Geschichte. Diese Begeisterung hat mich schließlich dazu gebracht, auch das Buch zu lesen. Und ich kann nur sagen: Es war absolut großartig. Das Buch vermittelt die bedrückende Atmosphäre und Spannung des Films auf eindrucksvolle Weise. Die Geschichte ist hervorragend beschrieben: realistisch, intensiv und emotional mitreißend. Besonders bewegend fand ich die Tatsache, dass die Handlung auf wahren Begebenheiten basiert und die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges schonungslos deutlich macht. Das Boot ist nicht nur ein packender Roman, sondern auch ein wichtiges Stück Zeitgeschichte. Für mich ist es ein kulturelles Muss – ein Buch, das man gelesen haben sollte. Eine ganz klare Empfehlung! ❤️‍🩹

Das Boot
Das Bootby Lothar-Günther BuchheimPiper
4. Sept.
Rating:3.5

Informatives und sachliches Buch über den U-Bootkrieg mit teils ungewöhnlichen Stilmitteln.

In diesem Roman geht es um den U-Bootkrieg im zweiten Weltkrieg. Er basiert mitunter auf autobiographischen Erlebnissen des Autors. In sachlicher und genauer Sprache wird der Krieg aus Sicht der Seemänner skizziert,samt Darstellung technischer Details, der beklemmenden Atmosphäre und auch hygienischer Missstände. Besonders bemerkenswert ist dass die Langeweile der Matrosen, die lange keine gegnerischen Transporter finden, welche sie abschießen könnten, auch auf sehr öde und eintönige Art und Weise beschrieben wird. Ich halte das für Absicht, was recht interessant ist, aber letztlich dann doch wenig gelungen. Das Boot ist mit Sicherheit ein Antikriegsroman. Er ist in den 70ern erschienen und stellt auch die damalige Sicht des Autoren dar. Nach meiner Kenntnis, war er zu Zeiten des Krieges und vor allem in der NS-Zeit vor dem Krieg etwas problematischer einzuordnen und mit Sicherheit kein Regimegegner. Nach der Lektüre, nimmt man ihm allerdings einen Sinneswandel ab. Jeder Mensch verändert sich.

Das Boot
Das Bootby Lothar-Günther BuchheimPiper
6. Juni
Rating:3.5

Brutal ehrlich und bedrückend real

„Das Boot“ ist kein leichter Stoff. Und genau das macht es lesenswert. Buchheim schildert das Leben auf einem U-Boot so ungeschönt, dass man beinahe den Diesel riecht. Der Ton ist rau, die Gespräche plump – aber vermutlich authentisch. Man muss sich an den Stil gewöhnen, aber wer durchhält, wird mit einem beklemmenden Einblick in die Realität des Krieges belohnt. Keine Verherrlichung, sondern bedrückende Ehrlichkeit. Empfehlenswert für alle, die sich mit dem Thema Krieg in seiner rohen Form auseinandersetzen wollen.

Das Boot
Das Bootby Lothar-Günther BuchheimPiper
17. Feb.
Post image
Rating:3.5

Heute möchte ich euch das Buch 'Das Boot' von Lothar-Günther Buchheim, erschienen im Jahre 1973, vorstellen. Es handelt sich um einen Thriller, der teilweise auf den persönlichen Erlebnissen des Autors beruht. Das Buch schildert die Erlebnisse eines Kriegsberichterstatters an Bord eines deutschen U-Boots im Zweiten Weltkrieg. Die Besatzung erlebt wochenlange monotone Patrouillen, erbarmungslose Gefechte und die ständige Angst vor feindlichen Angriffen. Die klaustrophobische Enge und die psychische Belastung setzen den Männern zunehmend zu, während sie zwischen Todesangst und Hoffnung schwanken. Schließlich gerät das Boot in eine aussichtslose Lage, die das Grauen des Krieges schonungslos offenbart. Das Buch ist geprägt von einem sachlich-realistischen, zugleich aber auch eindringlich-dramatischen Schreibstil. Der Autor verwendet eine präzise, oft reportagehafte Sprache, die durch kurze, abgehackte Sätze die Enge und Anspannung an Bord verstärkt. Metaphern und Vergleiche, die die beklemmende Atmosphäre intensivieren (z. B. das U-Boot als „stählener Sarg“), gehören zu meinem liebsten Stilmittel. Insgesamt erzeugt der Stil ein beklemmendes, realistisches Bild des U-Boot-Kriegs und seiner psychischen Belastungen. Besonders hervorzuheben ist die Hinterfragung über die Sinnlosigkeit des Krieges und Distanzierung von heroischer Verklärung. Die ausführlichen technischen Beschreibungen und langsamen Passagen empfand ich leider häufig als ermüdend und große Teile des Buches bestehen aus Warten und Routine, was für mich zu monoton wirkte. Insgesamt ist das Buch ein intensiver, realistischer Roman, der durch seine dichte Atmosphäre und seinen kritischen Blick auf den Krieg überzeugt, aber auch Längen aufweist. Ein interessanter Fakt ist, dass Buchheim mit der Verfilmung unzufrieden war und sie als zu reißerisch und klischeehaft kritisierte. Trotzdem trug der Film maßgeblich zur weltweiten Bekanntheit des Buches bei. Für mich war es interessant, aber leider zu langatmig. Daher gebe ich dem Buch 3,5 von 5 Sterne. ✨️

Das Boot
Das Bootby Lothar-Günther BuchheimPiper
18. Jan.
Rating:5

Absolute Leseempfehlung

Ich habe lange kein Buch mehr gelesen, welches Spannung und Emotionen derart geschickt durch Veränderungen im Schreibstil darstellt, wie „das Boot“. Sei es die Aufbruchstimmung zu Beginn, die „Gammelzeit“ auf dem Atlantik, die durchlebten Angriffe oder die finale Mission - jedes Kapitel war höchst atmosphärisch und authentisch beschrieben.

Das Boot
Das Bootby Lothar-Günther BuchheimPiper
26. Okt.
Rating:3

3,5 Sterne Sehr authentisch, keine Frage, aber auch sehr weitschweifig und an manchen Stellen für meinen Geschmack fast zu detailverliebt (vor allem was Körperflüssigkeiten angeht). Trotzdem bringt das Buch sehr gut rüber, wie es gewesen sein muss, auf so engem Raum auf Gedeih und Verderb zusammengepfercht den Krieg mitmachen bzw. erleben zu müssen.

Das Boot
Das Bootby Lothar-Günther BuchheimPiper