28. Jan.
Rating:4.5

In ihrem Essay Macht und Gewalt aus dem Jahr 1969 setzt sich Hannah Arendt mit der weit verbreiteten Annahme auseinander, Macht und Gewalt seien identisch oder zumindest eng miteinander verknüpft. Sie widerspricht dieser Auffassung entschieden und entwickelt eine präzise begriffliche Unterscheidung. Macht entsteht für Arendt dort, wo Menschen gemeinsam handeln und sich gegenseitig anerkennen. Sie beruht auf Zustimmung, Kommunikation und kollektiver Beteiligung und ist daher an das Bestehen einer Gemeinschaft gebunden. Gewalt hingegen ist stets instrumentell, sie dient als Mittel zum Zweck und ist auf äußere Werkzeuge wie Waffen oder technische Apparate angewiesen. Sie macht wirklich, zwar in verschachtelten Sätzen ihren Standpunkt klar. Auch all die zitierten Denker bindet sie geschickt ein und analysiert sie auf ihre eigene Weise. Es zwar sehr theoretisch, aber gut lesbar! Wenn man sich mit allen Denker zuvor befasst hätte, würde man nochmal ein ganz anderes Verständnis zu dieser Thematik haben. Ich werde es aufjedenfall nochmal in die Hand nehmen und lesen.

Macht und Gewalt
Macht und Gewaltby Hannah ArendtPiper