Ich musste mich erst mit der Sprache zurechtfinden, der Roman entstand schließlich bereits 1932, doch dann zeichnete sich ein sehr bedrückendes Bild einer Gesellschaft, der das Denken und Hinterfragen komplett abgenommen wurde. Jeder ist in seinem Bereich ein nützliches Mitglied der Gesellschaft, sorgfältig für seinen Lebensweg im Reagenzglas gezüchtet und hintendrein mit Schlaflektionen auf Kurs gebracht. Darauf gedrillt, zufrieden und befriedigt zu sein, vermisst niemand, was er nicht zu vermissen gelernt hat. Das Essay, dass Huxley 30 Jahre später über seinen Roman schrieb, konnte ich nicht lesen. Einfach weil ich die Hoffnung nicht ertragen konnte die aus seinen Zeilen sprach, wenn er seine doch recht positive Anti-Utopie mit der düsteren Welt von Orwells 1984 verglich, welche, direkt nach Kriegsende verfasst, natürlich ein viel pessimistischeren Blick auf die Weltpolitik warf. Angesichts unserer heutigen weltpolitischen Lage würde sich Huxley höchstwahrscheinlich im Grab umdrehen.
9. MärzMar 9, 2025
Schöne neue Welt und Wiedersehen mit der Schönen neuen Weltby Aldous HuxleyPiper
