8. März
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Ein Buch, das wachrüttelt – und lange nachwirkt

Manche Bücher liest man – und legt sie danach wieder zur Seite. Dieses gehört nicht dazu. „Keine Macht der Ohnmacht“ hat mich beim Lesen immer wieder innehalten lassen. Es beschreibt auf eindrucksvolle Weise, wie unterschiedlich Menschen auf Krisen reagieren, wie sie mit politischen Antworten umgehen – und wie stark Ängste, Unsicherheiten und Frustration unsere Gesellschaft prägen. Besonders spannend fand ich die Beschreibung der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Vieles davon kam mir erstaunlich vertraut vor. Immer wieder habe ich mich gefragt: Wo stehe ich eigentlich selbst? Wie reagiere ich auf Unsicherheit, auf politische Entwicklungen, auf gesellschaftliche Spannungen? Das Buch ist stellenweise beunruhigend ehrlich. Eine Zahl ist mir besonders im Kopf geblieben: Schon etwa 3,5 % der Bevölkerung können ausreichen, um große gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen. Das klingt wenig – und genau das macht es so erschreckend. Gleichzeitig macht dieses Buch aber auch Mut. Es zeigt, dass die Lauten nicht automatisch die Mehrheit sind. Und dass es viele Menschen gibt, die sich vielleicht ohnmächtig oder überhört fühlen – deren Stimmen aber entscheidend für unsere Demokratie sind. Für mich ist dieses Buch ein echter Weckruf. Es erinnert daran, dass Engagement wichtig ist – und dass jede Stimme zählt. Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit. Absolute Leseempfehlung.

Keine Macht der Ohnmacht
Keine Macht der Ohnmachtby Matthias QuentPiper