24. Sept.
Post image
Rating:4.5

Johann Scheerer ist nicht nur Autor, sondern auch Musiker und Produzent. Da liegt es doch nahe, dieses zum Thema in einem Roman zu machen. Es ist auch nicht einfach nur ein Roman über die Musikproduktion. Es beinhaltet so viel mehr. Es zeigt auch auf, wie Vereinbarkeit von Familie und Job funktioniert, bzw. ob sie überhaupt funktioniert. Und bei David, dem Protagonisten, ist es nicht nur ein Job, sondern eine Berufung. Über skurrile Dialoge wird dargestellt, wie unerwünscht Familie und Kinder in der Musikbranche sind. Und hier muss ich generell die Dialoge, die manchmal auch in ganze Monologe ausarten, hervorheben. Die sind einfach so großartig geschrieben und haben mir einfach am meisten Spaß gemacht. Sie sind witzig, nachdenklich oder auch einfach surreal. Ganz besonders die Dialoge zwischen David und dem verschrobenen Musiker Ian White. Ians Art bzw. seine Gedanken haben mich aber auch hin und wieder die Haare raufen lassen. Anfangs konnte ich ihn gut leiden, aber ich fand ihn nach und nach immer anstrengender. Wie David das nur so lange ertragen konnte, verdient meinen aller höchsten Respekt. Und den hat David sowieso verdient. Wie er trotz aller Herausforderungen und Komplikationen alles für seine Kinder tut hat mir wirklich sehr gefallen. Was mir auch richtig gut gefiel, war der Einblick in die Musikszene und -produktion. Es war interessant zu lesen, wie ein Album entsteht und woran man vielleicht denken muss und wie wichtig Timelines sind, gerade wenn es Richtung Marketing geht. Leider hatte ich jedoch ein Problem mit den Zeitsprüngen. Ich hatte nur selten das Gefühl zu wissen, in welchem Jahr wir uns gerade befinden bzw. wieviel Zeit seit dem letzten Kapitel vergangen sind. Nur durch Andeutungen habe ich dann immer eine Ahnung gehabt, wieviel Zeit nun dazwischen lag. Hier wären Jahresangaben zum Kapitelbeginn einfacher gewesen. 4,5 von 5 / 9 von 10 🎸🎸🎸🎸🎸🎸🎸🎸🎸

Play
Playby Johann ScheererPiper